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Phillips sprang aus Entführerboot – dann schlug US-Kommando zu
Aktualisiert am 13.04.2009 75 Kommentare
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US-Kapitän Richard Phillips ist befreit. (Quelle: Reuters)
Mit einer spektakulären Kommandoaktion haben US-Elitekräfte die Geiselhaft des Kapitäns Richard Phillips vor Somalia nach vier Tagen gewaltsam beendet. Wie eine Sprecherin des US-Aussenministeriums mitteilte, wurde Phillips unverletzt befreit. Er sei inzwischen auf dem US-Kriegsschiff «USS Bainbridge», das die Piraten verfolgt habe, hiess es weiter. Drei der vier Piraten, die den 53-Jährigen auf einem Rettungsboot in ihrer Gewalt hielten, seien bei einer Befreiungsaktion am Sonntag ums Leben gekommen, berichtete der US-Fernsehsender CNN. Der vierte sei in Haft.
Kapitän Phillips in Lebensgefahr
US-Präsident Barack Obama hat die Rettungsaktion vor Somalia nach Angaben aus Regierungskreisen persönlich angeordnet. Er selbst erklärte, die Sicherheit von Kapitän Richard Philipps habe für ihn stets höchste Priorität gehabt. Der Präsident hat nach offiziellen Angaben Spezialeinheiten der Marine die Tötung der somalischen Piraten gestattet
Der zuständige Kommandant habe dann den Einsatz befohlen, weil er von einer unmittelbaren Gefahr für das Leben des 53-Jährigen ausgegangen sei, sagte US-Vizeadmiral William Gortney am Sonntag. «Sie zielten mit ihren Kalaschnikows auf den Kapitän», berichtete der Chef des in Bahrain ansässigen Zentralkommandos der US-Marine über die Umstände des Zugriffs.
Die US-Regierung habe Verhandlungen mit den Seeräubern abgelehnt. US-Präsident Barack Obama zeigte sich hoch erfreut über die Befreiung. «Ich bin sehr glücklich, dass Kapitän Phillips gerettet ist», teilte Obama am Sonntag mit.
«Sein Mut ist Vorbild für alle Amerikaner.» Er sei zudem «sehr stolz» auf die Anstrengungen des Militärs sowie vieler US-Behörden, die sich unermüdlich für die Freilassung eingesetzt hätten.
Erneuter Sprung ins Meer
Medieninformationen zufolge war Phillips vor der Rettungsaktion am Sonntag ein weiteres Mal von Bord des Rettungsboots gesprungen, auf dem die vier Piraten ihn seit Mittwoch festgehalten hatten. Als die Seeräuber auf den fliehenden Kapitän anlegten, hätten US-Spezialkräfte ihrerseits das Feuer eröffnet und drei Seeräuber erschossen. Der vierte Pirat habe sich zu Verhandlungen auf der «Bainbridge» befunden. Das Rettungsboot war zuletzt immer näher an die somalische Küste herangedriftet. Nach amerikanischen Medienberichten wollte es die US-Marine auf alle Fälle vermeiden, dass die Piraten Land erreichen.
Somalische Stammesführer hatten noch am Sonntag mit den Piraten Gespräche über eine Freilassung des Kapitäns geführt. Ähnliche Gespräche waren in den vergangenen Tagen daran gescheitert, dass die Piraten auf Straffreiheit und die USA auf die Überstellung der Seeräuber an die somalischen Behörden pochten. Laut US-Medien verlangten die Piraten ein Lösegeld von zwei Millionen Dollar.
Erleichterung und Freude
Familie, Freunde und Kollegen des Kapitäns zeigten sich überglücklich von der Befreiung. «Wir sind absolut begeistert darüber, dass Richard in Sicherheit ist und bald wieder mit seiner Familie vereint sein wird», teilte der Chef von Phillips' Reederei, John Reinhart, mit. Man sei der US-Marine, der US-Bundespolizei FBI und vielen anderen, die an der Befreiung mitgearbeitet hätten, «zutiefst dankbar».
Laut Reinhart war die Reederei der «Maersk Alabama» um 19.30 Uhr MESZ von der Befreiung Phillips unterrichtet worden. Er habe umgehend Phillips Frau Andrea angerufen, um ihr die Neuigkeit mitzuteilen. «Wir freuen uns darauf, ihn in den kommenden Tagen zu Hause wieder willkommen zu heissen», so Reinhart. Der Kapitän war bereits am Freitag für kurze Zeit seinen Entführern mit einem Sprung ins Meer entkommen. Die Piraten eröffneten jedoch das Feuer und zwangen Phillips zurück an Bord.
US-Medienberichten zufolge hatte sich am Samstag ein kleines Boot der US-Marine den Geiselnehmern genähert, war aber von Schüssen der Piraten vertrieben worden. Am Sonntag waren US-Helikopter über eine berüchtigte Piratenhochburg im Nordosten Somalias im Tiefflug gedonnert. In den vergangenen Tagen waren neben der «USS Bainbridge» zwei weitere US-Kriegsschiffe zum Ort des Geschehens geeilt. Die «Maersk Alabama» war am Mittwochmorgen rund 500 Kilometer vor der somalischen Küste angegriffen worden. Der Kapitän wurde als einziges Besatzungsmitglied von den Seeräubern auf ein Rettungsboot entführt.
Schicksal entführter Italiener ungewiss
Einen Tag nach der Entführung eines italienischen Schleppers vor der Küste Somalias hat es noch kein Lebenszeichen von der Besatzung gegeben. Angehörige warteten am Sonntag voller Sorge auf eine Nachricht von den 16 Besatzungsmitgliedern. An Bord der «Buccaneer» befanden sich nach Angaben der Reederei Micoperi zehn Italiener, fünf Rumänen und ein Kroate. Das Aussenministerium in Rom erklärte, das italienische Kriegsschiff «Maestrale» habe inzwischen das Seegebiet erreicht, wo die «Buccaneer» entführt worden sei. Der Schlepper befand sich auf dem Weg von Singapur nach Suez und zog bei dem Überfall am Samstagmorgen zwei Lastkähne.
Unterdessen trafen vier Franzosen, die am Freitagabend aus ihrem von Piraten entführten Segelschiff gerettet worden waren, in Paris ein. Eine fünfte Geisel kam ums Leben, als französische Soldaten das Boot «Tanit» erstürmten. Drei Seeräuber wurden gefangengenommen. Laut dem französischen Verteidigungsminister Hervé Morin kann vorerst nicht ausgeschlossen werden, dass die tödliche Kugel auf die männliche Geisel von französischen Soldaten abgefeuert wurde. Näheres soll eine Obduktion klären. Die Witwe des Mannes, ihr gemeinsames dreijähriges Kind und zwei Freunde blieben unverletzt und kehrten jetzt nach Frankreich zurück. (bruvin/sda/ap)
Erstellt: 13.04.2009, 07:12 Uhr
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75 Kommentare
Es wird nicht lange dauern, dann wird die Gutmenschenfraktion empört aufschreien, sollte den Piraten auch nur ein Haar gekrümmt werden. Das sind ja nur edle Wilde, deren Kultur (in diesem Fall das Töten von westlichen (=dekadenten) Seeleuten) zu verteidigen ist. Antworten
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