Regenzeit ausgeblieben – Millionen in Ostafrika von Hunger bedroht
In einigen Gebieten fiel im November nur rund fünf Prozent der normalen Regenmenge, wodurch in Uganda, Somalia, Äthiopien, Kenya und Tansania eine rasche Ausbreitung von Mangelernährung und Hunger droht. Ein Krankenhaus in Tansania etwa habe einen Anstieg der Fälle von Unterernährung um 400 Prozent gemeldet, erklärte Oxfam am Donnerstag.
In der ugandischen Region Karamoja hat sich der Preis für viele Grundnahrungsmittel nach dem Ausfall der Regenzeit im November und Dezember verdoppelt. Für das kriegsgeplagte Somalia ist es die sechste unzureichende Regenzeit in Folge. Inzwischen herrscht dort laut Oxfam die schlimmste Dürre seit 20 Jahren. Um eine Katastrophe zu verhindern, sei nun rasches Handeln gefordert, «langfristig durch Investitionen in die ländliche Entwicklung und die nationale Landwirtschaft», sagte Jeremy Loveless, Oxfams stellvertretender Direktor für humanitäre Angelegenheiten. «Aber kurzfristig stehen Leben auf dem Spiel, die Nothilfe wird jetzt gebraucht.»
75 Millionen Euro Soforthilfe aus Brüssel
Die Europäische Union kündigte unterdessen in Brüssel an, wegen der anhaltenden Trockenheit in Ostafrika zusätzlich 75 Millionen Euro für Soforthilfe zur Verfügung zu stellen. Die Kommission erwartet, dass in den kommenden Monaten rund 16 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen sein werden. «Weite Teile des Horns von Afrika haben dieses Jahr weniger als 75 Prozent der normalen Regenfälle gehabt», sagte EU-Entwicklungskommissar Karel De Gucht. Nachdem die Region bereits mehrere aufeinanderfolgende Dürren durchlebt habe, könne die Bevölkerung der Not nicht mehr standhalten. Die katastrophale Situation veranschauliche die schrecklichen Folgen des Klimawandels, sagte De Gucht.
In Kenya und den Nachbarländern dauert die kurze Regenzeit in der Regel von Mitte Oktober bis Dezember, die längere von März bis Ende Mai. Während der letzten vier Regenzeiten gab es jedoch kaum Niederschläge, was zu schweren Ernteausfällen, einem Massensterben der Weidetiere und zu einer Hungerkrise geführt hat. Die anhaltende Trockenheit führte in Kenya selbst in der Hauptstadt Nairobi zu Wasserknappheit und Stromausfällen, da Kenya mehrere Wasserkraftwerke nutzt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.12.2009, 15:58 Uhr
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