Ausland
Saudiarabiens Frauen dürfen bald wählen
Aktualisiert am 26.09.2011 19 Kommentare
USA begrüssen Frauenwahlrecht
Als wichtigen Schritt zur Ausweitung der Frauenrechte in Saudi-Arabien haben die USA die Ankündigung von König Abdullah begrüsst, bei der Kommunalwahl 2015 Frauen das Wahlrecht zu gewähren. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Tommy Vietor, sagte am Sonntag in Washington, damit werde der «wichtige Beitrag» gewürdigt, den Frauen in dem muslimischen Königreich leisteten. Sie könnten künftig auf vielfältigere Art und Weise an Entscheidungen teilnehmen, «die ihr Leben und ihre Gemeinden betreffen». Die USA unterstützten Saudi-Arabien bei diesem Wandel. (dapd)
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In Saudiarabien sollen Frauen bei den Kommunalwahlen 2015 zum ersten Mal das aktive und passive Wahlrecht ausüben können. Das kündigte der saudiarabische König Abdullah in seiner jährlichen Rede vor dem Schura-Rat, seinem Beratergremium, an. Es wäre ein grosser Schritt zur Gleichberechtigung in dem streng konservativen muslimischen Königreich.
«Wir lehnen es ab, die Rolle der Frauen in der saudiarabischen Gesellschaft in irgendeiner Hinsicht innerhalb der Regeln der Scharia zu marginalisieren», sagte Abdullah. Das Recht für Frauen, zu wählen und bei Wahlen zu kandidieren, ist die bislang grösste Veränderung, die Abdullah seit Beginn seiner Herrschaft 1995 ankündigt. Von 1995 bis 2005 führte er für seinen erkrankten Bruder Fahd die Amtsgeschäfte, nach dessen Tod bestieg er im August 2005 den Thron.
Konservative Version des Islams
Frauen in Saudiarabien haben sich im Sog des arabischen Protestfrühlings zuletzt gegen Verbote im Alltag aufgelehnt. So gab es eine Aktion des öffentlichen Ungehorsams gegen das Fahrverbot für Frauen in dem Königreich. Die Behörden gingen relativ mild mit Frauen um, die daran teilnahmen. Bereits im Januar startete eine Initiative saudiarabischer Frauen in sozialen Netzwerken für das Frauenwahlrecht.
Der 1993 eingeführte Schura-Rat berät den König bei wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen. Saudiarabien, in dem sich die heiligsten Stätten des Islams befinden, folgt einer strikt konservativen Version des Islams.
Abdullah äusserte Verständnis für das Streben nach mehr Freiheit in seinem Königreich. «Eine ausgewogene Modernisierung innerhalb unserer islamischen Werte ist eine wichtige Forderung in einer Ära, in der es keinen Platz für Miesmacher oder zögerliche Leute gibt», sagte der König. (kpn/dapd)
Erstellt: 25.09.2011, 17:52 Uhr
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19 Kommentare
Hoffentlich erlaubt der König auch bald, brieflich abzustimmen. Ansonsten müssten die neu wahlberechtigten Frauen nämlich zu Fuss zu den Urnen. In der dortigen Dauerhitze echt ein Grund, das neu erworbene Recht gar nie auszuführen. Autofahren dürfen sie ja nicht dort... Antworten
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