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«Scheinheilige» US-Kritik
Von Monica Fahmy. Aktualisiert am 06.02.2012 72 Kommentare
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Hillary Clinton hat das Veto Russlands und Chinas gegen die Syrien-Resolution im UN-Sicherheitsrat scharf kritisiert. «Es ist Zeit, dass wir uns erklären», sagte die US-Aussenministerin in München. «Sind wir für Frieden und Sicherheit oder werden wir Komplizen bei fortgesetzter Gewalt und Blutvergiessen sein?» Noch deutlichere Worte hatte die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice gefunden. Russland und China hätten «das syrische Volk verkauft und einen feigen Tyrannen beschützt», sagte sie. Der Rat werde seit Monaten «in Geiselhaft gehalten von zwei Ländern, die nur an ihre eigenen Interessen denken».
Es sind deutliche Worte, die in der arabischen Welt allerdings schlecht ankommen. Dies nicht wegen der Kritik an und für sich, auch die meisten Araber sind empört über das Veto. Die Syrien-Resolution stammt aus arabischer Feder, und mit Tunesien war es ein arabisches Land, welches als erstes den syrischen Botschafter des Landes verwiesen hat. Was viele Araber an Clintons und Rices Worten stört, ist, dass es ausgerechnet die USA sind, welche Russland und China wegen des Vetos geisseln. In den Augen vieler ist dies nichts anderes als Heuchelei.
«Warum diese Scheinheiligkeit?»
«Wo war ihre Humanität, als Israel in Gaza palästinensische Frauen und Kinder abgeschlachtet hat?», ereifert sich ein Blogger. «Warum diese Scheinheiligkeit?», fragt ein anderer Blogger auf mediaite.com. Die USA hätten schliesslich ihr Veto gegen jegliche Resolution eingelegt, welche Israel kritisierte, unter anderem gegen die Resolution, welche den Einsatz von Phosphor im Gaza-Krieg verurteilte.
«Es ist amüsant, dass die USA in Anbetracht ihrer zahllosen Vetos bei israelischer Brutalität vom chinesischen und russischen Veto angewidert sind», mokiert sich ein Leser auf cbsnews.com. «Die Beharrlichkeit der USA, ihre Vetomacht einzusetzen, um ihren Alliierten, Freund und oftmals politischen Zahlmeister Israel vor Kritik oder Strafen zu schützen», habe die Glaubwürdigkeit der USA stark unterminiert. «China und Russland schauen bei den Gräueltaten Syriens weg, genauso wie die USA bei Israel wegschauen», schreibt ein anderer Leser.
«Lizenz zum Töten»
«Die fünf UN-Diktatoren tun das, was mit ihrer Agenda übereinstimmt», schreibt eine Leserin auf haaretz.com über die ständigen Sicherheitsratsmitglieder. «Russland beschützt seinen kriminellen Alliierten, und die USA und Europa beschützen ihren israelischen Alliierten.» Die bestehende Struktur internationalen Rechts sei zu schwach und dysfunktional, moniert ein Leser auf aljazeera.com. Würden die Veto-Mächte aus übergeordnetem Interesse handeln, würde «Assad nicht das tun, was er tut, weil er wüsste, dass er nicht damit durchkommt».
Das Veto Russlands und Chinas sei jedenfalls eine «Lizenz zum Töten», sagte Katars Aussenminister Khalid bin-Mohamed al-Attiyah gegenüber aljazeera.com. Auch heute Montag waren in der syrischen Stadt Homs wieder Opfer von Armeeangriffen zu beklagen. Laut Aktivisten seien am Morgen 15 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden, darunter etliche Kinder. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.02.2012, 16:12 Uhr
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Es hat Jahre gedauert, bis die Redaktion des Tagesanzeigers endlich die Scheinheiligkeit der US-Politik im Nahen Osten zugesteht. Die Achse USA-Israel ist die grösste Gefahr für den Weltfrieden. Die Scheinheiligkeit besteht auch darin, dass die USA nicht das Schicksal der Menschen im Auge hat, sondern die Interessen der Profiteure der Kriegsmaterial-Industrie. Antworten
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