Ausland

«Schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt»

In Somalia herrscht zurzeit die schwerste Dürre seit 60 Jahren. Hunderttausende sind nach Kenia und Äthiopien geflüchtet. Die Situation sei mit nichts zu vergleichen, so die UNO.

Nahrungsmittelmangel und Dürre: Somalische Frauen stehen mit ihren Kindern Schlange, um Nahrungsmittel und Wasser zu bekommen.

Nahrungsmittelmangel und Dürre: Somalische Frauen stehen mit ihren Kindern Schlange, um Nahrungsmittel und Wasser zu bekommen.
Bild: Keystone

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Die Lage in Somalia ist laut dem Chef des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Antonio Guterra, die «schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt». Hunderttausende Menschen sind wegen einer schweren Dürre und Nahrungsmittelknappheit von Somalia aus in den vergangenen Wochen nach Kenia und Äthiopien geflohen.

«Was ich hier in diesem Monat gesehen habe, ist mit nichts zu vergleichen» sagte Guterra gestern bei einem Besuch des Flüchtlingslagers Dadaab in Kenia. Er rief die internationale Gemeinschaft zu «massiven Spenden» für die rund 380'000 Menschen auf, die derzeit in dem völlig überfüllten Flüchtlingslager leben.

Grenzregion am schlimmsten betroffen

«Ich habe eine Mutter gesehen, die auf dem Weg dorthin drei ihrer Kinder verloren hat», zitierte der arabische Sender Al-Dshasira Guterra. Zuvor hatte Guterra bereits ein Camp in Äthiopien besucht. Am schlimmsten von der Dürre betroffen ist die Grenzregion zwischen den drei Ländern.

Das Welternährungsprogramm (WFP) schätzt, dass mindestens zehn Millionen Menschen in der Region Nahrungshilfe benötigen. Rund zwei Millionen Kinder leiden UNICEF-Angaben zufolge an Unterernährung. Die Vereinten Nationen verteilen unter anderem mit Vitaminen und Mineralien angereicherte Lebensmittel.

Schwerste Dürre seit 60 Jahren

Angesichts der humanitären Lage haben die radikalislamischen Al-Shabab-Milizen in Somalia Anfang Juli internationalen Hilfsorganisationen eine Rückkehr in die von ihnen kontrollierten Landesteile erlaubt.

Die Dürre am Horn von Afrika gilt als die schwerste der vergangenen 60 Jahre. Besonders betroffen ist Somalia, aber auch Teile Äthiopiens und Kenias leiden unter der Trockenheit. Die Glückskette hat wegen der aktuellen humanitären Lage ein Spendenkonto eröffnet. Sechs ihrer Partnerorganisationen der Region sind nach eigenen Angaben bereits aktiv geworden oder treffen Abklärungen für Hilfe vor Ort.

(wid/sda)

Erstellt: 11.07.2011, 12:51 Uhr

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15 Kommentare

Heinrich Liechti

22.07.2011, 10:33 Uhr
Melden 1 Empfehlung

und den griechen werden miliardenhilfe zugesprochen und zum dank demostrieren sie noch. wegen essen oder wasser? verkehrte welt Antworten


Manfred Grieshaber

13.07.2011, 14:46 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Vor einiger Zeit konnte Kenia während einer Dürre noch genügend Lebensmittel importieren. Man verdiente gut am Zuckerrohranbau (von EU gefördert). EU beschloss aber die eigene Zuckerindustrie zu subventionieren. Das erzeugte eine riesige Überproduktion die am Weltmarkt fast verschenkt wurde. Das ruinierte Kenias Zuckerindustrie schneller als sie aufgebaut worden war. Eine tolle Entwicklungshilfe! Antworten


Ronnie König

11.07.2011, 17:34 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Somalia kennt leider seit bald 100 Jahren nicht viel mehr als Krieg und Dürre. Das Clandenken verhindert sogar effektive Hilfe. Vielleicht müssen wir dieses Mal mit ansehen wie Mio verhungern, weil die Mächtigen im Land eine andere Agenda wie ihr Volk haben. @Bodenmann: Das führt nur zu weiteren Unruhen bei den Nachbarn letztlich. Das wollen wir unddie Nachbarn zuletzt. Fragen sie Kenia und Ethiop Antworten


René Bodenmann

11.07.2011, 16:51 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Die Menschen zurückschicken ist das Beste. Sie sollen ihre Warlords endlich zum Teufel jagen. Dieses Land ist unregierbar und diese Hilfe hilft niemandem ausser diesen Halunken/Islamisten usw
Die sind froh wenn der verhasste Westen diese Leute aufnimmt, so können sie in Ruhe weiter ihre unmenschliche Weltanschauung verbreiten. Die Männer sollen aufs Feld arbeiten und nicht in der Moschee rumhängen
Antworten


walter bossert

11.07.2011, 15:17 Uhr
Melden 20 Empfehlung

Aha die radikalen Islamisten haben gnädigst erlaubt, dass die Hilfsorganisationen wieder ins Land dürfen...Aber selber helfen? Dass müsste wohl bei den Waffen eingespahrt werden.Aeusserst brutal und verlogen diese Welt! Antworten


Marcel Bühler

11.07.2011, 15:47 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Ja, auch der Westen ist äusserst brutal und verlogen. 1992 intervenierten die USA unter UNO-Fahne um angeblich der hungernden Bevölkerung zu helfen. Innert Jahresfrist töteten sie laut eigenen Angaben rund 5'000 Somalis und zuletzt drohte der amerikanische Gesandte mit der Zerstörung ganzer Viertel Mogadischus wegen eines gefangenen Heli-Piloten (schwarzer Tag von Mogadischu mit 18 toten Rangern).


Heidi Merz

11.07.2011, 14:43 Uhr
Melden 23 Empfehlung

Das ist ja krass: Sogar an der Dürrekatastrophe sind die Leute angeblich selbst schuld. Als ob wir Schweizer selbst dafür verantwortlich wären, dass wir hier geboren sind und nicht dort! Dabei haben wir nur einfach Glück gehabt. Der Überlebenstrieb und damit die Flucht aus der Katastrophe sind zutiefst verständlich und ein Menschenrecht! Antworten


Marcel Zürcher

11.07.2011, 18:27 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Richtig Frau Merz, nur die Sache mit dem 'Glück hier geboren zu sein' find ich doch langsam sehr ausgelutscht. Unsere Vorfahren mussten was tun bis unser Land das heutige Land ist. Was nicht heissen will ,dass ich gutheisse was in Somalia passiert. Fakt ist, auch wenn die nötige Infrastruktur vorhanden wäre, das Land ist nicht fähig zu funktionieren. Wer will das schon? Der Westen? Die Somalis?


Üelu Schlüchter

11.07.2011, 14:10 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Für die betroffenen Menschen die Ihre Kinder verlieren ist das sicher schlimm. Was mich stört ist, dass man die Leute so erzieht das bei Unruhen sofort die Flucht ergriffen wird. So wird nie Ruhe einkehren. Die Hilfe soll immer Vorort gewährt werden und nicht X-Kilometer weiter weg. Antworten


Alejandro Galan

11.07.2011, 13:35 Uhr
Melden 20 Empfehlung

Es ist tragisch was in Somalia geschieht. Die Frage ist, was wird mit dem ca. 1 Milliarde US$ (ca. US$ 5.4 Millionen und mehr/Schiff, ca.169 Schiffe in 2010, marineinsurance2u.com und Student News Action Networks) gemacht, die die Piraten vor der Küste Somalia während 2011 einkassiert haben. Helfen diese Piraten ihre eigene Leute nicht, die laut ihren eigenen Angaben streng religiös sind? Antworten


Edgar Schaad

11.07.2011, 14:56 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Somalia (und wohl noch einige andere Staaten) ist schlicht und einfach nicht fähig, sich selbst zu regieren und die minimalen Bedürfnisse der Bevölkerung abzudecken. Das zu sagen ist zwar politisch unkorrekt, aber es ist die Wahrheit.


Hannes Meier

11.07.2011, 14:16 Uhr
Melden 10 Empfehlung

...eine berechtigte aber eigentlich rhetorische Frage. Die Zeiten sind vorbei, wo man uns mit jedem Übel in der Welt ein schlechtes Gewissen einreden kann. Verantwortung für Gemeinschaft/Staat ist ua. auch in Somalia seit Jahren nicht mehr sichtbar. Das sind nun ua. die Konsequenzen - die wir hoffentlich nur sehr bedingt mittragen müssen...


Walter Sahli

11.07.2011, 14:08 Uhr
Melden 25 Empfehlung

Sie werden den eigenen Leuten genauso helfen, wie Reiche überall auf der Welt den Armen helfen...



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