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Schmutziges Gold für Schweizer Anleger

Aktualisiert am 26.10.2010 21 Kommentare

Die Schweiz ist Drehscheibe im weltweit blühenden Goldhandel. Dafür schuften Minenarbeiter, darunter auch Kinder, unter lebensgefährlichen Umständen, wie Recherchen des «Kassensturz» aufzeigen.

1/4 Gold, wie in dieser Aufnahme in der Schweizer Nationalbank, ist bei Anlegern äusserst beliebt. Die Schweiz ist eine wichtige Drehscheibe des Goldhandels.
Bild: Keystone

   

Der Goldrausch geht ins zehnte Jahr. Nach den Anschlägen vom 11. September in den USA wurde Gold bei den Anlegern beliebt wie noch nie. Letztes Jahr wurden weltweit 2400 Tonnen Gold gefördert. Sein Jahres- und Allzeithoch hatte der Goldpreis dieses Jahr am 14. Oktober mit 1.388,10 Dollar je Unze erreicht. Eine der wichtigsten Drehscheiben im Goldhandel ist seit Jahrzehnten die Schweiz.

Weder Banken noch Bijoutiers wissen allerdings, wo und unter welchen Bedingungen das Gold abgebaut worden ist, das sie verkaufen. Recherchen des Kassensturz zeigen, dass der Abbau des Goldes für die Minenarbeiter äusserst gefährlich ist und für die Umwelt gravierende Folgen hat. Im westafrikanischen Ghana werden Kleinschürfer krank, Kinder schuften zwölf Stunden pro Tag und ganze Landstriche sind mit Chemikalien vergiftet. Die miserablen Zustände bei der Goldproduktion, würden sich mit dem steigenden Goldpreis noch verschlimmern.

Mineure hantieren ohne Schutz mit Dynamit

Ghana ist ein Land im Goldrausch. 500'000 Mineure arbeiten in kleinen Goldminen. Sie wollen vom hohen Goldpreis profitieren und nehmen deshalb grosse Risiken auf sich. Sie steigen in stillgelegte Minenschächte, hantieren dort ohne jeglichen Schutz mit Dynamit und schleppen das Gestein aus dem Stollen. Um das Gold aus dem gemahlenen Stein herauszulösen, vermischen fast alle der weltweit 18 Millionen Kleinschürfer diesen mit Quecksilber und rühren stundenlang die giftige Masse.

«Langfristig gesehen sterben Leute an hoher Quecksilbervergiftung», sagt Friedel Hütz-Adams, Goldexperte der Organisation Südwind aus Köln zum Kassensturz. Das giftige Schwermetall reichere sich im Körper immer mehr an und führe zu neurologischen Schäden. Viele dieser Kleinschürfer sind Kinder, die fern von ihrer Familie das grosse Glück suchen. «Wir sind unglücklich, seit einem Jahr haben wir unsere Eltern nicht mehr gesehen», sagt der 14jährige Abu, welcher in einer ghanaischen Kleinmine täglich 12 Stunden arbeitet.

Gold wird mit Cyanid aus dem Gestein gelöst

Der grosse Teil des weltweit abgebauten Goldes stammt aus Grossminen. Filmaufnahmen des «Kassensturz» in der grössten Mine Ghanas zeigen, dass dort täglich 6000 Tonnen Gestein gemahlen und mit giftigem Cyanid vermengt werden, um das Gold herauszulösen. Die Abfälle aus diesem Prozess lagern in grossen Seen und führen so immer wieder zu katastrophalen Umweltverschmutzungen. In vielen Dörfern sind Flüsse und Brunnen vergiftet.

«Kassensturz» heute um 21.05 Uhr auf SF1 (www.kassensturz.sf.tv) (mfa)

Erstellt: 26.10.2010, 16:07 Uhr

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21 Kommentare

Leonid Clausing

26.10.2010, 16:27 Uhr
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Ich bin froh, dass der Kassensturz das herausgefunden hat und der Tagi darüber berichtet. Das ist ganz wichtig! Ich war schon immer der Meinung, dass die Schwarzafrikaner ihre Umwelt kaputtmachen und Kinderarbeit betreiben. Es braucht einfach mehr NGOs, die denen auf die Finger schaut! Ich habe schon einen Zahnarzttermin, um meine Goldplomben herauszunehmen und Amalgam hineinzutun. Antworten


Roland Stucki

26.10.2010, 16:26 Uhr
Melden

Wissen nicht unter welchen Bedingungen das Gold abgebaut worden ist ? Machen wir uns doch nichts vor, es interssiert doch auch niemanden. Wie ist denn die Schweiz zu ihrem jetzigen Wohlstand gekommen ? Sicherlich nicht nur durch ihre tüchtige Arbeit !!! / Apartheid, Bankgeheimnis lässt grüssen ... Antworten



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