Ausland

Starautor Mankell in israelischen Händen

Aktualisiert am 01.06.2010 12 Kommentare

Der schwedische Krimiautor Henning Mankell und acht seiner Landsleute, die an Bord eines der Gaza-Schiffe waren, wurden in Gewahrsam genommen. Insgesamt sind mindestens 480 Menschen in Haft.

Das schwedische Aussenministerium teilte am Montagabend in Stockholm mit, Mankell und die acht anderen seien an Land gelangt und festgenommen worden. «Ich glaube, Henning Mankell ist nur in Gewahrsam», sagte Aussenamtssprecher Anders Joerle der Nachrichtenagentur AFP. Ursprünglich hatte Mankell am Sonntag an einer Veranstaltung in Zürich teilnehmen wollen, doch die Lesung im Kaufleuten wurde verschoben.

Einige andere der Schweden seien jedoch im Gefängnis, so Joerle weiter; einige dieser Menschen seien leicht verletzt. Den Festgesetzten sei von den israelischen Behörden angeboten worden, entweder umgehend abgeschoben zu werden oder sich einem Gerichtsverfahren zu stellen.

Hunderte Aktivisten im Gefängnis

Nach der Attacke auf einen Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für Gaza haben israelische Streitkräfte laut einem Medienbericht 480 pro-palästinensische Aktivisten in Gewahrsam genommen. 48 weitere Menschen sollen umgehend abgeschoben werden, wie der staatliche israelische Hörfunk am Dienstag meldete. Die Festgehaltenen befinden sich demnach in einem Gefängnis in Aschdod im Süden des Landes. Die anderen würden zum Flughafen Ben Gurion gebracht.

45 Aktivisten, die bei dem Einsatz gegen die Flottille verletzt worden waren, befinden sich dem dem Bericht zufolge in verschiedenen Krankenhäusern zur Behandlung. Die meisten dieser Menschen stammen aus der Türkei, hiess es weiter.

Prominentenstatus als Palästinenser-Hilfe

Mankells Kriminalromane mit seinem Kommissar Kurt Wallander wurden weltweit 25 Millionen Mal verkauft. Er hatte vor seiner Teilnahme an dem Hilfskonvoi im schwedischen Hörfunk gesagt, er wolle seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk demonstrieren.

Die aus sechs Schiffen bestehende Flottille war mit Hilfsgütern in den von Israel blockierten Gaza-Streifen unterwegs und war am Montagmorgen von israelischen Marine-Einheiten gestürmt worden. Laut Armee wurden dabei mindestens neun Menschen getötet. Insgesamt befanden sich mehr als 700 pro-palästinensische Aktivisten an Bord der Schiffe, allein rund 600 an Bord des türkischen Bootes Mavi Marmara. (raa)

Erstellt: 01.06.2010, 06:10 Uhr

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12 Kommentare

Ingolf Strassmann

01.06.2010, 11:31 Uhr
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Eine humane Demonstration wird von andere Institutionen, die keinen Wert auf Provokation, gemeint Herausforderungen zur Gewaltanwendung, organisiert und geleitet. Mit dem Kopf durch die Wand endet mit Nasenbluten, auf welcher Seite auch immer. Im Grunde wurde die Humane Demonstartion ggf. Aktion instrumentalisiert, wenn man sieht wer diese für sein politisches Image benutzt. Antworten


aaron weishaupt

01.06.2010, 10:42 Uhr
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Es gibt kein Land der Welt, wo sich so etwas erlauben kann. Kein Land? Doch die Besatzungsmacht Israel. Die einzige Demokratie der Region...da kann es einem nur übel werden. Antworten



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