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Syriens Bürgerkrieg verschärft sich

Aktualisiert am 11.02.2012 20 Kommentare

In Damaskus wurde ein ranghoher General der syrischen Armee ermordet. Derweil steht Homs am sechsten Tag in Folge unter Beschuss. Allein heute kamen während Kämpfen im ganzen Land 40 Menschen um.

1/29 Nun wird auch die Hauptstadt gestürmt: Panzer der syrischen Armee in Damaskus. (14. Februar 2012)
Bild: Keystone

   

Getötet: Brigadegeneral Issa al-Chuli auf einem undatierten Foto, das von der syrischen Agentur Sana veröffentlicht wurde. (Bild: AFP )

In mehreren Teilen von Syrien kämpft die Opposition seit dem Morgen wieder gegen syrische Truppen. (Video: Reuters )

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Chronologie der Aufstände in Syrien

Chronologie der Aufstände in Syrien
Die Ereignisse in Syrien seit dem Beginn der Proteste im März 2011.

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Der Bürgerkrieg in Syrien hat sich verschärft. Das Regime will nach eigenen Angaben den «Terrorismus auslöschen». Aus Homs, dem Grossraum Damaskus und dem Grenzgebiet zum Libanon wurden heftige Gefechte gemeldet. In Damaskus wurde offenbar ein Brigadegeneral erschossen.

Staatlichen Medien zufolge töteten bewaffnete Angreifer Brigadegeneral Issa al-Chuli, als er heute Morgen sein Haus im Stadtteil Rukn Eddine verliess. Chuli war Arzt und leitete das Militärspital der syrischen Hauptstadt.

Gemäss der staatlichen Nachrichtenagentur Sana lauerten drei Männer dem Familienvater auf. Sollte sich die Nachricht bestätigen, wäre es das erste Attentat auf einen solch hohen Offizier in Damaskus seit Beginn der Proteste gegen Präsident Bashar al-Assad im vergangenen März. Die Behörden machten «eine bewaffnete Terrorgruppe» für den Tod des Generals verantwortlich. Das Regime bezeichnet bewaffnete Oppositionelle und Deserteure der Armee generell als «Terroristen».

Mindestens 40 Tote

In Syrien wurde auch heute erneut heftig gekämpft. Nahe der Hauptstadt Damaskus haben sich nach Angaben von Aktivisten Regierungstruppen Gefechte mit Deserteuren geliefert. Die Stadt Homs stand unter massivem Beschuss.

Auch aus Al-Kusair an der syrisch-libanesischen Grenze wurden Kämpfe gemeldet. Insgesamt gab es mindestens 40 Tote, davon die meisten in Homs. Wegen der Medienblockade ist eine unabhängige Überprüfung der Meldungen aus Syrien kaum möglich.

Im Nachbarland Libanon gab es laut lokalen Medien Ausschreitungen zwischen Anhängern und Gegnern Assads. Dabei seien zwei Menschen getötet worden.

Den «Terrorismus auslöschen»

Das syrische Innenministerium kündigte an, den «Terrorismus auszulöschen» und «diejenigen zur Strecke zu bringen, die die Sicherheit des Landes und der Bürger aufs Spiel setzen», wie Sana berichtete.

Am Freitag waren in Syrien mindestens 90 Menschen getötet worden, darunter 28, die nach offiziellen Angaben einem Doppelanschlag in der nördlichen Wirtschaftsmetropole Aleppo zum Opfer fielen. Während die Staatsmedien «terroristische Gruppen» dafür verantwortlich machten, beschuldigte die Opposition das Regime, hinter der Tat zu stecken.

Al-Qaida-Anschlag?

Am Samstag schrieb die US-Zeitungsgruppe McClatchy unter Berufung auf anonyme US-Vertreter, der irakische Flügel der sunnitischen Terrororganisation al-Qaida sei wahrscheinlich für die Anschläge in Aleppo sowie zwei frühere Bombenanschläge in Damaskus verantwortlich. Dies sei ein Versuch der Qaida, den Aufstand für sich zu vereinnahmen. Am 23. Dezember und am 6. Januar waren in Damaskus bei Selbstmordattentaten auf Gebäude des Geheimdienstes insgesamt mindestens 70 Menschen getötet worden.

Aus dem Irak drangen nach Regierungsangaben Dshihad-Kämpfer nach Syrien ein. «Wir haben Informationen der Geheimdienste, wonach eine gewisse Zahl irakischer Dshihadisten nach Syrien gefahren ist», sagte der stellvertretende irakische Innenminister Adan al-Assadi heute der Nachrichtenagentur AFP in Bagdad.

Zudem gebe es einen regen Waffenschmuggel nach Syrien. Die Waffen würden überwiegend von Bagdad aus in die nördliche Provinz Niniwe gebracht und dort von Familienclans auf beiden Grenzseiten nach Syrien geschmuggelt. Dort gingen sie dann weiter an die syrische Opposition.

Seit am vergangenen Wochenende im UNO-Sicherheitsrat ein Veto Russlands und Chinas eine gegen das syrische Regime gerichtete Resolution verhinderte, hat das Regime in Damaskus seine Offensive auf die Opposition im eigenen Land deutlich verschärft. (kpn/rub/sda)

Erstellt: 11.02.2012, 14:29 Uhr

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20 Kommentare

urs bauer

11.02.2012, 12:10 Uhr
Melden 34 Empfehlung

Syrien wird von bewaffneten und vom Ausland gesteuerte bezahlten Banden, welche gegen den Staat und gegen die syrische Bevölkerung Terror ausüben destabilisiert. Die westlichen Regierungen tun so, wie wenn es um Menschenrechte und Frieden geht, Aufstand inszenieren, um eine unliebsame Regierung zu stürzen. Propaganda wie im Lehrbuch. Steter Tropfen höhlt den Stein.... Antworten


Andreas Kofler

11.02.2012, 11:35 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Und warum, wenn man fragen darf, werden «terroristische Gruppen» in Anführungszeichen gesetzt, während die Subjektivität der Gegendarstellung in keiner Weise gekennzeichnet wird?
Ist das eine unparteiische Berichterstattung?
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