Tanklaster-Bombardement in Afghanistan: Angehörige fordern Geld

Die Angehörigen der Opfer des Angriffs auf zwei Laster, das von der Bundeswehr initiiert wurde, verlangen eine Entschädigung von der Bundesregierung.

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Im Namen von 78 afghanischen Familien haben der Bremer Anwalt Karim Popal und drei Kollegen dem Verteidigungsministerium geschrieben und Gespräche über eine aussergerichtlichen Einigung angeregt, wie die Zeitung «Weser-Kurier» am Wochenende berichtete. Das Ministerium sagte eine Prüfung des Schreibens zu. Der Eingang konnte am Wochenende aber nicht bestätigt werden.

Bei dem Angriff auf zwei Tanklaster waren Anfang September laut einem Nato-Bericht zwischen 17 und 142 Menschen getötet oder verletzt worden. Wieviele Zivilisten darunter waren, ist bis heute völlig unklar. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte den Angriff als «militärisch angemessen» bewertet. Die Bundeswehr hatte befürchtet, dass die Tanklaster als Bomben gegen das deutsche Feldlager in Kundus genutzt werden könnten.

Schon eine Entschädigung bekommen?

Unklar ist, ob einige Familien bereits Entschädigung erhalten haben. Popal bezweifelt dem Zeitungsbericht zufolge, dass der Gouverneur der Provinz Kundus jeweils 2000 US-Dollar an 30 Familien gezahlt hat. Die Anwälte sollen mit Hilfe der UN-Organisation Unama und afghanischen Menschenrechtsorganisationen eine Liste mit Verletzten und Toten und der Situation der Hinterbliebenen erstellt haben.

Falls eine aussergerichtliche Einigung scheitert, wollen die Anwälte laut dem «Weser-Kurier» auf Schadenersatz wegen fehlerhaftem und grob fahrlässigem Verhalten der Bundeswehr klagen. «Die Bundeswehr hätte auch anders handeln können», sagte Popal dem Blatt. Beispielsweise hätten die Bomber auch zunächst die Zivilisten mit Tiefflügen warnen können, meint er. (raa/ap)

Erstellt: 22.11.2009, 17:29 Uhr

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