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Terroristen in Jemen und Somalia arbeiten eng zusammen

Von Dagmar Wittek, Johannesburg. Aktualisiert am 05.01.2010

Ableger von al-Qaida in den beiden Anrainerstaaten des Golfs von Aden tauschen Waffen und Kämpfer aus.

Jemenitische Al-Qaida-Zellen schicken Waffen an militante Islamisten in Somalia, sagte der somalische Verteidigungsminister Siad Indha Adde. Er bestätigt damit eine lang gehegte Vermutung von Beobachtern des von Krieg, Krise und Anschlägen gebeutelten Somalia. In einem lokalen Radiointerview in Somalia erzählte Adde von Bootsladungen, die an Somalias Küste landen, voll mit leichteren Waffen, Munition für Kalaschnikows und Handgranaten. Diese seien, so Adde, für al-Shabab gedacht. Al-Shabab, die für ganz Somalia einen streng islamistischen Staat mit SchariaGesetz durch Waffengewalt und Anschläge erzwingen will, kontrolliert weite Teile von Südsomalia. Sie bekämpft mit Anschlägen, Raubzügen und Überfällen die von der Uno und der Afrikanischen Union unterstützte Übergangsregierung.

Eine ganze Stadt eingenommen

In den von al-Shabab kontrollierten Landesteilen wurden in den letzten Jahren Frauen wegen angeblichen Ehebruchs gesteinigt und Männern die Hände wegen Diebstahls amputiert. Öffentliche Hinrichtungen und Auspeitschungen gehören genauso zur strengen Al-Shabab-Auslegung der Scharia. Die mutmasslichen Waffenlieferungen aus dem Jemen könnten ein Grund dafür sein, dass al-Shabab in den letzten Monaten mehr und mehr Regionen vereinnahmt hat. Zuletzt soll sie gestern nach Berichten der lokalen Menschenrechtsorganisation Elman die in Zentralsomalia gelegene Stadt Dhuusa Marreeb angegriffen und nach heftigen Kämpfen mit dortigen Ahlu-Sunna-Milizen, die die Regierung Somalias unterstützen, eingenommen haben. Dabei, so der stellvertretende Vorsitzende von Elman, Ali Sheikh Yasin, habe es 53 Tote und rund 150 Verletzte gegeben – vornehmlich Soldaten. Laut Yasin sind die meisten Alten, Frauen und Kinder aus der Stadt geflohen.

Somalias al-Qaida hilft im Jemen

Unterdessen patrouillieren Al-Shabab-Truppen durch die rund 500 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Mogadiscio gelegene Stadt. Ein Regierungssprecher appellierte an die internationale Gemeinschaft und forderte mehr Unterstützung. Al-Qaida nahestehende Gruppen wie al-Shabab würden in Somalia mehr und mehr Einfluss gewinnen. Al-Shababs Anführer Mukhtar Robow hatte kürzlich seine Bereitschaft signalisiert, Verstärkung in den Jemen zu schicken, um al-Qaida im Kampf gegen die dortige Regierung zu unterstützen.

Eine Antiterroreinheit durchsuchte gestern im Jemen ein Dorf in der Nähe der Hauptstadt Sanaa und tötete zwei mutmassliche Al-Qaida-Kämpfer. Ein dritter Verdächtiger wurde 30 Kilometer nördlich von Sanaa verhaftet. Aus Furcht vor einem Anschlag hat auch Frankreich seine Botschaft im Jemen geschlossen. Die USA und Grossbritannien hielten am Montag ihre Botschaften den zweiten Tag in Folge geschlossen. Die deutsche und die spanische Vertretung haben ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.01.2010, 04:00 Uhr

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