Ausland

«Tod den Feinden Gottes»

Aktualisiert am 30.12.2009

Nach harter Strafe gegen die Opposition versucht das iranische Regime nun, seinen Rückhalt zur Schau zu stellen: Es lässt seine Befürworter aufmarschieren – und hält die Kameras bereit.

1/12 Mir Hossein Moussavi hat Teheran verlassen. Warum, darüber gibt es zwei Aussagen: Das Regime sagt, er sei geflohen, seine Anhänger melden, er sei verschleppt worden.
Bild: Reuters

   

Im Machtkampf mit der Opposition setzt die iranische Führung verstärkt auf die Mobilisierung ihrer Anhänger. Zehntausende regierungstreue Iraner bekundeten am Mittwoch in Teheran und anderen Städten ihre Unterstützung für die Regierung.

Sie beschuldigten die Führer der Opposition, Unruhen in der Islamischen Republik zu schüren. Von Demonstrationen der Regierungsgegner wurde am Dienstag und Mittwoch zunächst nichts bekannt, obwohl sie auf Internetseiten der Reformbewegung angekündigt worden waren. Polizeichef Esmail Ahmadi-Mokadam drohte ein hartes Vorgehen gegen Demonstrationen der Opposition an.

Die Kundgebungen der regierungstreuen Iraner wurden vom Staatsfernsehen direkt übertragen. In Sprechchören bekundeten sie ihre Unterstützung für den Obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei und trugen Bilder des Geistlichen.

«Feinde Gottes»

«Moussavi ist für das Blutvergiessen verantwortlich», riefen andere Demonstranten über den unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mir-Hossein Moussavi. Bei Protesten der Opposition waren am Sonntag fünfzehn Menschen ums Leben gekommen.

«Tut Busse, oder der Staat wird euch als Mohareb (Feinde Gottes) behandeln», forderte der Geistliche Ahmad Alamolhoda ein Einlenken der Opposition. Deren Vertreter waren in den vergangenen Tagen wiederholt als «Feinde Gottes» bezeichnet worden, wofür ihnen nach dem Recht der Islamischen Republik die Todesstrafe droht.

Ausländische Flaggen verbrannt

«Für Toleranz gegenüber Teilnehmern an illegalen Kundgebungen ist kein Platz mehr», drohte Polizeichef Ahmadi-Mokadam der Opposition mit einem harten Vorgehen. Auch er sprach von «Feinden Gottes», von denen einige bei den Demonstrationen am Sonntag festgenommen worden seien.

Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte der Opposition am Dienstag vorgeworfen, ihre Aktionen seien vom Ausland gesteuert. «Tod Amerika», «Tod Grossbritannien», riefen Demonstranten am Mittwoch. In Teheran wurden amerikanische und britische Flaggen verbrannt.

(oku/sda)

Erstellt: 30.12.2009, 17:23 Uhr

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