Türkei zieht Botschafter aus Israel ab
(oku)
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12:54
Türkei beruft Botschafter ab
Die Türkei beruft nach der israelischen Militäraktion im Mittelmeer mit mindestens zehn Toten ihren Botschafter aus Israel ab.
Ausserdem sagte die Regierung in Ankara drei gemeinsame Militärmanöver mit Israel ab und verlangte eine Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrates, wie der stellvertretende Ministerpräsident Bülent Arinc am Montag sagte.
Arinc setzte die israelische Kommandoaktion gegen eine Hilfsflotte pro-palästinensischer Aktivisten einem Akt von Piraterie gleich. Den Einsatz der türkischen Marine schloss er aus. -
12:02
Scharfe Worte aus Paris
Frankreich hat das israelische Vorgehen gegen einen internationalen Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für den Gazastreifen scharf verurteilt. Aussenminister Bernard Kouchner erklärte, er sei «zutiefst schockiert über die tragischen Folgen des israelischen Militäreinsatzes» gegen die Schiffe.
«Nichts kann den Einsatz solcher Gewalt rechtfertigen», fügte Kouchner hinzu und forderte eine umfassende Aufklärung der Umstände. -
11:29
Kritik von Uno und EU
Die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte Navi Pillay sagte in Genf: «Ich bin schockiert über die Informationen, dass eine humanitäre Mission heute morgen früh durch Gewalt gestoppt worden ist.»
Sowohl EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton als auch die spanische EU-Ratspräsidentschaft kritisierten Israel. Als «äusserst schwerwiegend» und «inakzeptabel» bezeichnete Europa-Staatssekretär Diego López Garrido in Madrid die Aktion. -
11:24
Zwei Lager – zwei Perspektiven
Was wirklich auf dem Schiff der türkischen Organisation IHH geschah, ist noch unklar. Die Türkei und die Organisation Free Gaza Movement sowie die palästinensische Führung sprechen von einem brutalen Angriff, gar von einem «Massaker» Israels. Die Aktivisten seien im Schlaf überrascht worden.
Die israelische Regierung hingegen beschuldigt die IHH, die das betroffene Schiff steuerte, Waffen für die Hamas an Bord transportiert zu haben. Israel habe angegriffen, nachdem die IHH nicht auf Anweisungen zur Umkehr reagiert hatte. Ausserdem seien die Soldaten angegriffen worden, als sie das Schiff bestiegen. -
11:18
Verletzte in Spital bei Tel Aviv
Die israelische Armee hat verletzte Aktivisten in ein Spital in der Nähe von Tel Aviv geflogen, wie «Haaretz» und verschiedene internationale Medien berichten. -
11:05
Proteste in Amman
Demonstranten haben sich in Amman, Jordanien, zu Protesten zusammengefunden. Auch in mehreren europäischen Städten rufen Aktivisten zu Protesten gegen den Angriff auf. So beispielsweise in London vor dem Regierungssitz in Downing Street. -
10:18
Palästinenser rufen Uno-Sicherheitsrat an
Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hat den palästinensischen UN-Vertreter in New York angewiesen, eine Sitzung des Sicherheitsrates zu fordern.
Die Arabische Liga beruft am Nachmittag in Kairo eine ausserordentliche Sitzung ein. Dabei solle «eine gemeinsame arabische Haltung» gefunden werden, sagte Liga-Chef Amr Mussa an einer Medienkonferenz. Der israelische Angriff sei «eine sehr starke Botschaft, mit der Israel signalisiert, dass es keinen Frieden will». -
10:12
Kein Dementi bezüglich angeblicher Waffenlieferung
Sie könne nicht aussagen, dass auf dem angegriffenen Schiff tatsächlich keine Waffen gewesen seien, sagt Free-Gaza-Sprecherin Audrey Bomse gegenüber CNN. Das betreffende Schiff sei unter der Verantwortung der türkischen IHH gesegelt. Sie könne sich dies allerdings nicht vorstellen, da das Schiff einen türkischen Hafen verlassen habe. -
10:06
«Sie hatten Verbindungen zu Jihad-Organisationen»
Danny Ayalon, Vize-Aussenminister Israels, verteidigt in diesen Minuten vor den Medien in Jerusalem den Angriff auf ein Hilfsschiff. Er stellt ihn als Akt der Selbstverteidigung dar.
Laut der israelischen Regierung hatten die Aktivisten auf den Schiffen Verbindungen zum «internationalen Jihad», also zu islamistischen Kämpfern. Es handle sich hier um eine «so genannte» humanitäre Aktion. An Bord der Schiffe seien Waffen gewesen.
Die Aktivisten wollten demnach die radikale Hamas unterstützen. Kein Land der Erde akzeptiere Übergriffe auf seine Souveränität, so Ayalon. Israel bereue, dass Menschen ums Leben gekommen seien. Doch die Aktivisten hätten sich geweigert, auf «friedliche Aufforderungen» zur Umkehr zu reagieren. -
10:00
Syrien verlangt Treffen der Arabischen Liga
Die syrische Regierung ruft die Arabische Liga auf, sich zu einem Krisentreffen anlässlich des Angriffs zu treffen. Kuwaits Regierung hat bereits eine Krisensitzung anberaumt – ein Parlamentarier aus Kuwait befindet sich ebenfalls an Bord eines der Schiffe. -
09:30
Henning Mankell an Bord
Der schwedische Schriftsteller befindet sich auf einem der Schiffe der «Solidaritätsflotte». Er hat aus diesem Grund seine heutige Lesung in Zürich abgesagt. Zuletzt erhielt sein Assistent offenbar am Sonntag Nachricht von dem Autor.
Auch zwei Parlamentarier der deutschen Linkspartei sind an Bord des Konvois, der von israelischen Streitkräften im Mittelmeer angegriffen wurde. Allerdings habe man derzeit keinen Kontakt zu Inge Höger und Annette Groth, so ein Sprecher. Wo sich die beiden aufhielten, wisse man nicht. -
09:16
Türkei lädt israelischen Botschafter vor
Noch bevor hochrangige Generäle in Ankara mit der türkischen Regierung zusammen treffen hat Aussenminister Ahmet Davutoglu Israel öffentlich heftig kritisiert. Das Land habe internationales Recht verletzt und müsse nun «die Konsequenzen tragen», schreibt Davutoglu in einer Pressemitteilung.
«Haaretz» berichtet, Ankara habe den israelischen Botschafter zitiert. Ministerpräsident Erdogan hat laut dem türkischen Sender NTV seine Südamerika-Reise abgebrochen und befindet sich auf dem Heimweg. -
09:05
Netanyahu soll Obama treffen
Die Nachricht von dem Angriff kommt nur ein Tag, nachdem Medien berichteten, der amerikanische Präsident Barack Obama habe Israel vom Verbot von Atomwaffen im Nahen Osten ausgenommen. Wie reagieren die USA auf die Meldung vom Angriff?
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sollte heute nach Washington reisen. Es war bislang geplant, dass er in wenigen Stunden Barack Obama trifft, wie CNN berichtet. Jetzt dürfte der Angriff das Tagesprogramm bestimmen. «Haaretz» berichtet, der Premier erwäge, die Reise abzusagen. -
08:54
Konferenz in Ankara
Mehrere Minister und Generäle der türkischen Armee sind unterwegs zu einer Krisensitzung nach Ankara. Die Leitung führe Vize-Premier Bülent Arinc.
Ein Teil der angegriffenen Aktivisten gehören zur türkischen pro-islamischen Organisation IHH. -
08:53
Erdogan kehrt heim
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bricht wegen des Angriffs seine Südamerika-Reise ab. Erdogan werde vorzeitig in die Türkei zurückkehren, berichtet der türkische Nachrichtensender NTV. -
08:45
«Sie haben schlafende Zivilisten erschossen»
Das Free Gaza Movement wehrt sich gegen erste israelische Berichte, wonach die Aktivisten sich gegen die Soldaten gewehrt hätten. «Sie haben schlafende Zivilisten erschossen», berichtet die Organisation auf Twitter. Niemand habe auf israelische Soldaten geschossen. -
08:40
Israel bestätigt Tod von 10 Aktivisten
Die israelische Armee hat gegenüber «Haaretz» bestätigt, dass zehn Aktivisten bei einem Angriff auf eines der Schiffe ums Leben gekommen sind. Zwei Soldaten seien verletzt worden. Die Schiffe hätten Befehle zur Umkehr ignoriert. -
08:35
Israel bestätigt vier Todesopfer
Die israelische Armee hat offiziell bestätigt, dass vier Menschen bei einem Angriff auf ein Schiff des Free Gaza Movement ums Leben gekommen sind. Zwei Soldaten seien ausserdem verletzt worden.
Laut israelischer Darstellung seien die Soldaten angegriffen worden, als sie versuchten, das Schiff zu übernehmen. -
08:31
Israel veröffentlicht Video
Die israelische Armee hat ein Video veröffentlicht, das angeblich eine Warnung an die Gaza-Schiffe enthält. Vereinzelte Stimmen aus den Streitkräften wiederholen in israelischen Medien, es habe Provokationen seitens der Aktivisten gegeben.
Free Gaza Movement dementiert: «Es gab keinen Angriff von unserer Seite», schreibt die Organisation um 8:34 Uhr auf ihrem Twitterkonto. -
08:16
Israelische Armee bestätigt Angriff
Laut «Haaretz» haben die israelischen Streitkräfte ihr gegenüber den Angriff bestätigt. Demnach sollen Marine-Kräfte angegriffen haben, nachdem Aktivisten versucht hätten, ihnen die Waffen zu entreissen.
Der israelische Industrie- und Handelsminister Benjamin Ben Elieser hat den Angriff ebenfalls gegenüber dem Militärrundfunk bestätigt, wie die Agentur AFP schreibt.
Die Armee habe nicht die Absicht gehabt, das Feuer zu eröffnen, «aber es gab eine enorme Provokation», fügte Elieser hinzu. Die Soldaten seien mit Äxten und Messern «erwartet» worden, «und wenn dann noch jemand versucht, Ihnen Ihre Waffe wegzunehmen, dann fängt man an, die Kontrolle über die Lage zu verlieren», sagte der Minister weiter. Es war die erste israelische Reaktion auf den Einsatz. -
08:02
Israel kündigt Pressekonferenz an
Israels Regierung hat soeben eine Pressekonferenz zu dem mutmasslichen Angriff angekündigt. Nach wie vor sind sowohl der Angriff als auch mögliche Tote oder Verletzte unbestätigt.
Die Hauptquelle bislang ist die türkische Organisation IHH, die ebenfalls Aktivisten an Bord der Schiffe hat. Der türkische Aussenminister hat bislang als einziges Regierungsmitglied weltweit öffentlich von dem Vorfall berichtet. -
07:35
Noch ist unklar, wie viele Menschen bei dem Angriff getötet wurden. Die israelische Haaretz berichtet von «10 Aktivisten» und 60 Verletzten, Al Jazeera von 2 Toten und 30 Verletzten. Bislang sind diese Zahlen nicht bestätigt.
Das Free Gaza Movement hat nach eigenen Angaben keinen Kontakt mehr zu seinen Schiffen. «Die Schiffe sind unterwegs nach Haifa» lautet die letzte Auskunft der Organisation. Dort wolle man offenbar den Kontakt mit Journalisten vermeiden. -
07:30
Was bisher geschah:
Die Organisation Free Gaza Movement ist mit sechs Schiffen voller Hilfsgüter unterwegs nach Gaza. In der Nacht auf heute ist mindestens eines der Schiffe von der israelischen Armee angegriffen worden. Das berichteten zunächst das Free Gaza Movement sowie der türkische Fernsehsender NTV. An Bord eines der Schiffe sind Aktivisten der türkischen pro-islamischen IHH.
Inzwischen zeigen auch CNN und Al Jazeera Bilder von dem mutmasslichen Angriff. Nach Angaben von NTV hat eine Elitetruppe der israelischen Armee das Schiff gestürmt, nachdem es nicht auf Vorwarnungen reagiert hatte. Die israelische Armee lässt die Berichte bislang unkommentiert.
Erstellt: 31.05.2010, 07:35 Uhr











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