Ausland

Waffen über die Schweiz in den Iran geschmuggelt

Die italienischen Behörden haben sieben Händler festgenommen, die Sprengstoff und Gewehre aus Deutschland in die Islamische Republik geliefert haben. Die Deals flogen auch dank der Schweiz auf.

Über halb Europa bis in den Iran: Eine Ermittlerin zeigt das Visier einer Waffe, die illegal in den Iran geschmuggelt wurde.

Über halb Europa bis in den Iran: Eine Ermittlerin zeigt das Visier einer Waffe, die illegal in den Iran geschmuggelt wurde.
Bild: Reuters

In Italien sind zwei Iraner und fünf Italiener wegen des Verdachts auf Waffenschmuggel in den Iran festgenommen worden. Das gab der leitende Staatsanwalt Armando Spataro am Mittwoch in Mailand bekannt.

Nach achtmonatigen Ermittlungen wurden ein 51-jähriger Iraner in Rom und ein 47-jähriger Landsmann in Turin festgenommen. Gemeinsam mit den Italienern und zwei weiteren Verdächtigen im Iran sollen sie unter anderem Panzerabwehrmunition, chemischen Sprengstoff und optische Zielgeräte in den Iran geschmuggelt haben. Den beiden Kontaktmännern im Iran unterstellen die italienischen Ermittler Verbindungen zum iranischen Geheimdienst.

Waffen in der Schweiz beschlagnahmt

Nach Erkenntnissen des für die Terrorabwehr zuständigen Staatsanwalts Spataro soll das militärische Gerät vor allem in Deutschland beschafft und seit «spätestens 2007» über Grossbritannien, die Schweiz oder Rumänien in den Iran geschmuggelt worden sein.

Aufgrund einer Nachfrage des rumänischen Zolls bezüglich einer Exporterlaubnis seien bei Durchsuchungen in Rumänien und in London unter anderem optische Zielgeräte sowie militärisch nutzbare Tauchwesten sichergestellt worden. Auch in der Schweiz seien Waffen beschlagnahmt worden.

Bern half bei Ermittlungen

In der Polizeiaktion am frühen Mittochmorgen wurden 20 Wohnungen in mehreren Regionen Italiens durchsucht. Die fünf verdächtigten Italiener sollen im Exportgeschäft oder in der Telekommunikationsbranche tätig sein. Der in Rom festgenommene Iraner war dort als Journalist für das iranische Fernsehen akkreditiert.

Einer der verhafteten Italiener lebte in der Schweiz, wie es weiter hiess. Staatsanwalt Spataro sagte, die Polizeibehörden Italiens und der Schweiz hätten bei den Ermittlungen zusammengearbeitet. Die Bundesanwaltschaft (BA) bestätigte auf Anfrage die Kooperation mit der Mailänder Staatsanwaltschaft. Nähere Angaben machte die BA nicht. Es sei an den italienischen Behörden, allfällige Informationen zu dem Fall zu machen, erklärte BA-Sprecherin Jeannette Balmer.

(oku/sda/)

Erstellt: 03.03.2010, 18:14 Uhr

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