Was passierte mit Serena Shim?

Sie war auf dem Heimweg von einer Reportage von der türkischen Grenzstadt Suruc, als sie mit einem schweren Fahrzeug kollidierte. Nun ist Reporterin Serena Shim tot. Wirklich nur ein Unfall?

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Die Reporterin des iranischen TV-Senders Press TV, Serena Shim, interessierte sich für den Konflikt in Kobane an der türkisch-syrischen Grenze. Sie war dort an der Arbeit, als sie am Sonntag von der Grenzstadt Suruc – auf der türkischen Seite der syrischen Stadt Kobane – zurückkehren wollte. Bei einem Unfall mit einem schweren Fahrzeug kam sie am Sonntag ums Leben.

Ein Arbeitskollege bei Press TV meldete auf Twitter die Nachricht vom Tod Serena Shims.

Nun verdächtigt Press-TV-News-Chef Hamid Reza Emadi die Türkei, in den Fall involviert zu sein. Er werde die Unfallversion nicht hinnehmen: «Wir kaufen das nicht», zitiert ihn Press TV. «Wir glauben, dass sich die türkische Regierung vor der internationalen Gemeinschaft dafür erklären muss. Es muss herausgefunden werden, was genau passierte.»

Ruft zur Aufklärung des Vorfalls auf: Press-TV-News-Chef Hamid Reza Emadi.

Noch am Freitag sagte Serena Shim, sie sei vom türkischen Geheimdienst als Spionin beschuldigt worden. Dies vermutlich wegen Berichten, welche sie über mögliche Verknüpfungen zwischen dem IS und der Türkei gemacht habe. Shim sagte damals, sie befürchte, eingesperrt zu werden.

(Noch am Freitag sprach Shim in einem Beitrag für Press TV über die Vorwürfe des türkischen Geheimdienstes.)

Shim erklärte zuvor, sie gehöre zu den wenigen Journalisten, die über Jihadisten schreiben, welche über die türkisch-syrische Grenze in die Konfliktgebiete geschleust würden. Sie sagte, sie hätte sogar Bildmaterial erhalten, welches zeige, wie Militante in Lastwagen von NGOs über die Grenze gelangen.

Die Türkei hat zu den Vorwürfen von Seiten des iranischen Press TV nicht offiziell Stellung genommen.

Shim war amerikanische Bürgerin libanesischen Ursprungs. Sie arbeitete im Libanon, im Irak und in der Ukraine. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 20.10.2014, 10:20 Uhr)

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