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Wer ist gefährlicher: Obama oder Ahmadinejad?
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Sie hängen in England und in den USA. Auf den ersten Blick sollen die Poster provozieren und zum Nachdenken anregen. Auf den zweiten vor allem Russia Today bekannt machen: Der halbstaatliche Fernsehsender hat den inoffiziellen Auftrag, das Image Russlands zu pflegen, und die Poster sind die erste grössere Werbekampagne von RT in den englischsprachigen Ländern.
Dort sorgt besonders eines der Plakate für Diskussionen. Es zeigt den Kopf des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, darüber jenen des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad und stellt die Frage: «Wer ist die grössere nukleare Gefahr?» Das Bild soll die amerikanischen Behörden derart gestört haben, dass sie es verbieten wollten, schreibt RT.com, der Online-Auftritt des Senders. RT hat jetzt das Bild mit einem Zensurbalken versehen – und erzielt damit gleich einen zusätzlichen Werbeeffekt.
Der Sender Russia Today vertritt laut dem britischen «Guardian» «eine unverblümte Pro-Putin-Haltung und strebt nach eigener Aussage danach, die unausgewogene westliche Sichtweise von BBC und CNN zu korrigieren», schreibt der britische «Guardian». Das Blatt zitiert die 29-jährige Chefredakteurin: «Was wir als schwarz und weiss wahrnehmen, ist vielleicht gar nicht schwarz und weiss», sagt Margarita Simonyan. «Wir bieten eine alternative Betrachtungsweise.»
«Natürlich vertreten wir eine pro-russische Position»
Kontrovers sei die Kampagne ganz bestimmt, spottet der «Guardian», nämlich indem sie angesichts des Kopenhagener Klimagipfels den Klimawandel hinterfrage oder einen britischen Polizisten mit einem tätowierten Hooligan vergleiche. Dass ihr Sender nicht neutral ist, gibt Simonyan übrigens offen zu: «Ich glaube nicht an unbeeinflusste Sichtweisen», so die Chefredakteurin. «Natürlich vertreten wir eine pro-russische Position. Die BBC steht ja auch dazu, dass sie britische Werte vertritt.»
Russia Today gibt es bereits auf Englisch und Arabisch, diesen Monat soll eine spanischsprachige Ausgabe für Lateinamerika hinzukommen. Laut einem ehemaligen Angestellten, der ebenfalls im «Guardian» zitiert wird, sind die Journalisten dort «ziemlich talentiert» und professionell. Niemand gebe sich jedoch Illusionen darüber hin, worum es bei RT gehe – Putin zu kritisieren, sei beispielsweise unmöglich. (oku)
Erstellt: 05.01.2010, 16:08 Uhr



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