Zwei US-Kampfjets greifen Jihadisten-Stellungen im Irak an

Nach langem Sträuben hat US-Präsident Barack Obama ein militärisches Eingreifen im Irak gegen die Terrormiliz IS genehmigt. Nun wurden die ersten Bomben bereits abgeworfen.

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Zwei US-Kampfflugzeuge haben erste Bomben auf islamische Extremisten im Irak abgeworfen. Das teilt das Pentagon mit. Sprecher John Kirby erklärte, die Kampfjets hätten auf ein Artilleriegeschütz und einen Lastwagen gefeuert, der es gezogen habe.

F18-Kampfjets hätten 220 Kilogramm schwere Bomben nahe Erbil abgeworfen, berichtete der TV-Sender NBC. Der Sender CNN berichtet von lasergelenkten Präzisionsbomben.

Das Pentagon nennt zunächst wenig Details. Die Angriffe seien mit Kampfjets vom Flugzeugträger «George H.W. Bush» geflogen werden, der bereits im Juni in den Persischen Golf verlegt worden war, hiess es.

IS-Kämpfer identifizieren

Der Luftangriff ereignete sich den Angaben zufolge ausserhalb der Stadt Erbil. IS habe mit der Kanone kurdische Kämpfer beschossen, die die Stadt verteidigen, sagte Kirby. Wie viele Milizionäre getroffen oder getötet wurden, sagte er nicht. Das US-Militär gab bekannt, es habe Ressourcen für weitere Angriffe in der Region, sowohl mit bemannten als auch mit unbemannten Flugzeugen.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte, die Luftwaffe verfüge über genug Informationen, um Kämpfer der Terrormiliz zu identifizieren, falls diese US-Interessen bedrohten oder Flüchtlinge in den Bergen angriffen.

Auch irakische Armee fliegt Luftangriffe

Die irakische Luftwaffe hat laut örtlichen Medienberichten ebenfalls mit Angriffen auf Stellungen der IS begonnen. Bereits in der Nacht seien bei Luftschlägen 130 Jihadisten in der Region von Mossul getötet worden, berichtete das kurdische Nachrichtenportal «Basnews».

Die unabhängige irakische Nachrichtenseite «Sumaria News» meldete ebenfalls, dass mehr als 105 IS-Kämpfer bei einem Angriff auf die Stadt Sindschar getötet und verletzt worden seien.

«Wir danken Barack Obama»

Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama «gezielte Luftangriffe» genehmigt, um einen Völkermord zu verhindern. Mit dem Militäreinsatz will Obama den Vormarsch der IS-Kämpfer auf Erbil stoppen, die Hauptstadt der autonomen Kurdenregion. Dort haben US-Militärberater ein gemeinsames Einsatzzentrum mit der irakischen Armee eingerichtet, zudem gibt es dort ein US-Generalkonsulat.

Der Präsident gab zudem der Bitte der Regierung in Bagdad statt, die irakische Armee «wenn nötig» beim Schutz der ins Sinjar-Gebirge geflohenen Jesiden mit Luftangriffen zu unterstützen.

US-Regierungsmitglieder vertraten die Auffassung, dass einzelne Luftangriffe vom internationalen Recht gedeckt sind, besonders weil die irakische Regierung darum gebeten habe. Die Senatoren John McCain und Lindsey Graham von den oppositionellen Republikanern begrüssten Obamas Ankündigung, verlangten aber ein härteres Vorgehen - unter anderem gezielte Luftangriffe auf die Führer des Islamischen Staates.

Vertreter der Kurden begrüssten die Ankündigungen Obamas. Der Minister für religiöse Angelegenheit der autonomen Kurdenregion im Nordirak, Chalid Jamal Alber sagte: «Wir danken Barack Obama. Kurdistan ist der Platz für religiöse Minderheiten.» Das irakische Flüchtlingsministerium lobte die Flüge mit Hilfsgütern. (ajk/bru/AFP/sda/AP)

(Erstellt: 08.08.2014, 14:52 Uhr) Update folgt...

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