50 Tote bei Taliban-Anschlägen in Afghanistan

Die meisten Menschen starben durch einen Selbstmordanschlag in Kabul, wo durch eine weitere Bombe herbeeilende Helfer getötet wurden.

38 Todesopfer in Kabul: Einsatzkräfte stehen neben dem Tatort in der Hauptstadt Wache. (10. Januar 2016)

38 Todesopfer in Kabul: Einsatzkräfte stehen neben dem Tatort in der Hauptstadt Wache. (10. Januar 2016) Bild: Wakil Kohsar/AFP

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Bei einer Reihe von Anschlägen in Afghanistan sind am Dienstag insgesamt mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Allein bei einem schweren Doppelanschlag der radikalislamischen Taliban in der Nähe von Regierungsbüros in Kabul wurden mindestens 38 Menschen getötet und 72 weitere verletzt, wie ein Vertreter des afghanischen Gesundheitsministeriums, Mohibullah Sir, sagte.

Auch in den Provinzen Helmand und Kandahar gab es Tote. Beim Angriff in Kandahar wurde zudem der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate verletzt.

In der Hauptstadt Kabul sprengte sich nach Angaben des Innenministeriumssprechers Sedik Sedikki am Nachmittag zunächst ein Selbstmordattentäter in die Luft, als Angestellte einen Gebäudekomplex der Regierung und andere Büros verliessen.

Zweite Bombe für Helfer

Kurz darauf sei eine Autobombe explodiert, nachdem Sicherheitskräfte herbeigeeilt seien, um den Opfern der ersten Detonation zu helfen. Unter den Verletzten des Doppelanschlags war eine Parlamentsabgeordnete aus der westafghanischen Provinz Herat, wie ein anderer Parlamentarier aus Herat, Ghulam Farok Nasiri, berichtete.

Die Taliban übernahmen die Verantwortung für die Attacke. Es war ihr schlimmster Anschlag in Kabul seit Monaten. Im Juli hatten zwei Selbstmordattentäter während einer Demonstation der schiitischen Minderheit der Hasaren 80 Menschen getötet. Zu diesem Angriff hatte sich der lokale Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat bekannt.

Präsident Ashraf Ghani verurteilte die Tat. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, die Anschläge deuteten darauf hin, dass die Taliban ihre Gewaltoffensive ohne Rücksicht auf Zivilisten vorantrieben.

Gouverneur und Botschafter verletzt

In Kandahar kam es zu zwei Explosionen innerhalb der Anlage des Gouverneurs der Provinz, wie die afghanischen Behörden mitteilten. Fünf Menschen wurden getötet und zwölf weitere verletzt. Zu den Verletzten zählte auch Gouverneur Humajun Asisi, wie sein ebenfalls leicht verletzter Sprecher Samim Chpolwak bekanntgab.

Auch der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, Juma Mohammed Abdullah al-Kaabi, wurde dabei verletzt, wie das Aussenministerium seines Landes mitteilte. Neben ihm hätten sich mehrere weitere Diplomaten des Landes ebenfalls Verletzungen zugezogen. Kandahar gilt als das Kernland der radikalislamischen Taliban. Hintergründe der Tat waren zunächst unbekannt.

In Helmand, einer Nachbarprovinz von Kandahar, hatte zuvor ein Selbstmordattentäter mindestens sieben Menschen getötet. Ziel des Angriffs sei ein Gasthaus gewesen, das von einem Geheimdienstbeamten in der Provinzhauptstadt Laschkarga genutzt worden sei, sagte Polizeichef Agha Nur Kemtos. Unter den Getöteten waren laut Kemtos Militärangestellte. Sechs Personen seien bei dem Anschlag verletzt worden. In der Nähe sei ein mit Sprengstoff beladenes Auto gefunden worden. (woz/sep/AP)

Erstellt: 10.01.2017, 21:38 Uhr

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