Iran feuert Raketen nahe US-Kriegsschiff ab

Gemäss eines US-Militärvertreters waren mehrere westliche Schiffe in der Nähe der iranischen Raketentests. Washington beurteilt die Aktion als «hochgradig provokativ».

Eine Rakete kam bis auf eine Entfernung von 1500 Meter heran: Der atombetriebene Flugzeugtraeger USS Harry S. Truman. (Archivbild)

Eine Rakete kam bis auf eine Entfernung von 1500 Meter heran: Der atombetriebene Flugzeugtraeger USS Harry S. Truman. (Archivbild) Bild: Fabrizio Bensch / AP/Keystone

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In der Strasse von Hormus soll der Iran Raketen getestet haben. Dort kreuzen Kriegsschiffe der USA und Frankreichs. Die Vereinigten Staaten schimpfen und bezeichnen die Übung als höchst provokativ. Paris bleibt dagegen locker.

Die USA werfen dem Iran vor, in unmittelbarer Nähe von amerikanischen und französischen Kriegsschiffen Raketen getestet zu haben. Marineschiffe der iranischen Revolutionsgarde hätten am Samstag in der Strasse von Hormus nur rund 1370 Meter vom US-Flugzeugträger «USS Harry S. Truman», dem Zerstörer «USS Bulkeley» und der französischen Fregatte «FS Provence» entfernt «einige ungesteuerte Raketen» abgefeuert, sagte der Sprecher des US-Zentralkommandos, Kyle Raines. Auch Handelsschiffe seien während des iranischen Manövers in der Nähe gewesen.

Übung kurzfristig angekündigt

Raines sprach von «höchst provokativen Aktionen» Teherans. Es sei höchst unprofessionell, unsicher und nicht vereinbar mit dem internationalen Seerecht, in der Nähe von Handels- und Kriegsschiffen der Koalition in einer international anerkannten Seestrasse Raketen abzuschiessen. Nur 23 Minuten zuvor hätten die iranischen Schiffe die Übung über Seefunk angekündigt. Allerdings seien die Raketen nicht in die Richtung von Schiffen gefeuert worden. Iranische Regierungsvertreter äusserten sich nicht zu den Tests.

Das französische Militär bestätigte den Vorfall. Allerdings betrachte man ihn nicht als Bedrohung, weil die Raketen eindeutig nicht in Richtung der westlichen Flotte abgeschossen worden seien, hiess es. Die französische Fregatte begleitet nun den Flugzeugträger «Charles de Gaulle», von dem aus Angriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat geflogen werden.

Die Vorwürfe könnten die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nach einer kurzen Phase der Entspannung nach dem Atomabkommen wieder steigen lassen. Über die Strasse von Hormus, der Meeresenge zwischen dem Iran und dem Oman, wird fast ein Drittel des gesamten Ölhandels auf See abgewickelt. Sie gilt aber auch als wichtige Route für Schiffe der internationalenKoalition gegen den IS. (afo/sda)

Erstellt: 30.12.2015, 02:35 Uhr

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