Israel forciert Bodenoffensive
Aktualisiert am 05.01.2009 116 Kommentare
Israel setzte am Montag seine Bodenoffensive im Gazastreifen fort. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben 20 Mitglieder zweier Grossfamilien getötet, darunter 13 Kinder. 4 weitere Zivilisten wurden getötet, als eine Panzergranate ein Trauerzelt traf. Der Leiter der Notaufnahme im Schifa-Spital in Gaza teilte mit, 13 der am Montag getöteten Palästinenser seien bei einem israelischen Vorstoss mit gepanzerten Fahrzeugen ums Leben gekommen. Bei den Toten handle es sich um 5 Frauen und 8 Kinder.
Im Schatti-Flüchtlingslager wurde nach Augenzeugenberichten ausserdem eine siebenköpfige Familie getötet. Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv teilte mit, man prüfe alle Vorfälle.
EU-Vermittler in Ägypten
Im ägyptischen Badeort Sharm al-Sheikh begann eine Vermittlungsmission der EU. Präsident Husni Mubarak empfing Frankreichs Aussenminister Bernard Kouchner, EU-Aussenkommissarin Benita Ferrero-Waldner, EU-Chefdiplomat Javier Solana sowie die Aussenminister Schwedens und Tschechiens, Carl Bildt und Karel Schwarzenberg.
Die EU-Vertreter wollten später nach Jerusalem, Ramallah und Amman weiterreisen. Auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy reiste am Montag in die Region. Dies obwohl sein Alleingang unter EU-Mitgliedern kritisiert wurde. Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas kündigte an, am Montag eine Delegation zu Gesprächen über den Gaza-Krieg nach Ägypten zu entsenden.
Immer mehr Verletzte
Das israelische Radio meldete, in der Nacht zum Montag seien 30 Ziele im Gazastreifen angegriffen worden. Bei den jüngsten Kämpfen seien 6 israelische Soldaten verletzt worden, berichtete die Zeitung «Haaretz» in ihrer Online-Ausgabe. Hamas-Kämpfer würden mit Panzerabwehrraketen und Mörsern auf die israelischen Einheiten feuern. In Gaza-Stadt waren wieder Explosionen zu hören. Nach Informationen des Nachrichtensenders BBC drangen die israelischen Soldaten am Montag noch tiefer in den südlichen Gazastreifen vor.
Ein norwegischer Arzt berichtete im US-Nachrichtensender CNN, dass sich seit Beginn der Bodenoffensive am Samstag die Zahl der im Spital eintreffenden Verletzten verdreifacht habe. Ein Drittel seien Kinder und Frauen. Am Wochenende hatten die israelischen Soldaten Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht, aus denen militante Palästinenser zuvor Raketen auf Israel abgefeuert hatten. Es gelang den Einheiten nach palästinensischen und israelischen Berichten, den Gazastreifen zu spalten.
Nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde wurden seit Beginn der Militäroffensive am 27. Dezember 527 Palästinenser getötet. Über 2500 seien verletzt worden. Einen Tag nach dem Einmarsch Israels in den Gazastreifen kam nach Armeeangaben ein Soldat um, 31 wurden verletzt. Das Radio meldete, am Sonntag sei die Entführung eines Soldaten durch Hamas-Kämpfer vereitelt worden. Vier Israelis wurden seit Ende Dezember durch Raketen aus dem Gazastreifen getötet.
Unabhängige Überprüfung unmöglich
Eine unabhängige Überprüfung der Angaben sowohl der Armee als auch der Palästinenser ist immer noch nicht möglich. Ungeachtet eines Urteils des Obersten Gerichts lässt Israel keine Journalisten in den Gazastreifen einreisen. (vin/sda/ap)
Erstellt: 05.01.2009, 13:14 Uhr
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116 Kommentare
GAZA ist das zur Zeit größte Gefängnis der Welt. 1,5 Mio Menschen sind auf das Wohlwollen der israelischen Wärter angewiesen. Nach Belieben wird die Lieferung von Strom, Gas, Öl, Lebensmittel und Medikamente gesteuert. Bitte stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten Ihr bisheriges Leben in GAZA verbracht. Wo lägen hier Ihre Sympatien ? Antworten
In diesen Kommentaren werden "Tatsachen" weiter gegeben, welche ausschliesslich von arabischer Seite bestätigt werden. Wenn Israel einen Gegner bekämpfen muss, der nur zivile Ziele im Visier hat und sich wiederum hinter Zivilisten versteckt, kann es auch vorkommen dass leider auch die Opfer Zivilisten sind. Würde Hamas nicht feige sein, würden sie offen kämpfen. Hoffen wir auf baldige Ruhe! Antworten











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