«That one!» – McCain sagte zwei Worte zu viel
Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 09.10.2008 96 Kommentare
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Originalwortlaut
«By the way, my friends, I know you grow a little weary of this back and forth: there was an energy bill on the floor of the Senate, loaded down with goodies, billions for the oil companies, and it was sponsored by Bush and Cheney. You know who voted for it? You might never know. That one. You know who voted against it? Me.»
Der Ton des zweiten TV-Duells zwischen den Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama war merklich schärfer als bei ihrem ersten Aufeinandertreffen vor der Kamera. Vor allem Senator McCain versuchte, seinen Widersacher anzugreifen. Bei jeder Gelegenheit stellte er Obama als Grünschnabel hin.
Offenbar rechnet sich McCain mit einer aggressiveren Gangart grössere Erfolgschancen aus und hat sich deshalb zur Strategie gemacht, Obama härter anzugehen. Die Abneigung McCains gegenüber seinem Konkurrenten erreichte in der 48. Minute der Debatte ihren Höhepunkt.
«Der da!»
McCain referierte gerade über alternative Energien, als er sich zu einer – für US-Verhältnisse – groben Unhöflichkeit hinreissen liess: «Übrigens, meine Freunde, ich weiss zwar, dass Sie den Kleinstreit hier leid sind, aber es gab da eine Energie-Gesetzesvorlage im Parlament, vollgeladen mit kleinen Leckerchen, mit Milliardensummen für die Ölkonzerne, und gesponsert haben das Bush und Cheney. Und wissen Sie, wer dafür gestimmt hat? Sie werden nicht darauf kommen. Der da!» Mit dem Zeigefinger wies er – fast verächtlich – auf Obama, ohne diesen jedoch anzuschauen.
Nicht ganz fair, nicht ganz fein
Das ist nicht die feine englische Art, wie sie sonst in der US-Politik üblich ist. Schlimmer noch: McCain hat die strengen Höflichkeitsregeln vor einem Millionenpublikum missachtet. Wo sich normalerweise Parlamentarier nicht einmal mit «Kollege» anreden, kommt ein «der da!» einer grossen Respektlosigkeit gleich und ist – wie Beobachter fanden – eine willentliche Beleidigung.
Während der Vorfall Obama nicht aus dem Konzept zu bringen vermochte, schien McCain danach etwas von der Rolle. Auch seinen bisher grössten Trumpf, die Gouverneurin und mögliche Vize-Präsidentin Sarah Palin, erwähnte McCain am ganzen Abend mit keinem Wort. Am Ende des Auftritts weigerte er sich sogar, Obama die Hand zu schütteln. So verhalten sich sonst nur schlechte Verlierer. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.10.2008, 08:33 Uhr
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Jetzt beginnt der Lack an John McCain abzublättern. McCain zeigt immer mehr, was er in seinem Innersten wohl ist: Ein Mann, der nach Macht giert. Und je sicherer es ist, dass er diese Macht nicht erhält, desto offensichtlicher frisst ihn die Machtlosigkeit auf, und macht ihn zu einem alten, verbitterten, mausarmen Mann - arm an Werten, die reich machen, auch wenn man nicht mächtig ist. Antworten



