Auto

Mit Strom gegen die Krise

Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 12.01.2009

Nur dank staatlicher Milliardenhilfe leisten sich die US-Autoriesen noch einen Stand an der Automesse von Detroit. Die wichtigsten neuen Modelle sind fast alle sparsam – und noch nicht serienreif.

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Trotz 20 Prozent mehr Leistung hat es Toyota geschafft, den Benzin-Verbrauch seines Hybrid-Flaggschiffs Prius mit der neuen Generation noch weiter zu reduzieren.

   

Die amerikanische Autoindustrie liegt auf der Intensivstation und wird nur noch künstlich beatmet. Ohne Milliardenhilfe wären die liquiden Mittel der «big three» wohl bereits verbrannt.

Die Hochkonjunktur mit ihren schwindelerregenden Ölpreisen wurde nahtlos von der Finanzkrise abgelöst. Im Trend liegen nicht mehr benzinsparende Sparautos – sondern gar keine. Auch wenn das Benzin mittlerweile wieder erschwinglich ist, verläuft der Verkauf von Neuwagen harzig. Der US-Autoabsatz fiel 2008 auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren. Verheerend ist die Entwicklung vor allem für die einheimischen Hersteller: Marktleader General Motors brach um 23 Prozent ein, Ford verlor 21 Prozent. Auch ausländische Hersteller mussten im miserablen wirtschaftlichen Klima Federn lassen. Besserung ist noch nicht in Sicht. Für 2009 ist ein weiterer Absatzrückgang auf 11,4 Millionen Fahrzeuge prognostiziert.

Durchhalteparolen statt Aufbruchstimmung

An der North American International Auto Show (Naias) in Detroit herrscht deshalb der grosse Blues. Statt in Aufbruchstimmung zu schwelgen, raunen sich die Manager der grossen Konzerne an der ersten grossen Automesse des Jahres Durchhalteparolen zu.

Während die US-Konzerne ihre Messeauftritte bescheidener als in den Vorjahren inszenieren, glänzen andere Marken durch Abwesenheit: Suzuki, Rolls-Royce, Ferrari, Land Rover und Porsche bleiben der Messe fern. Auch Nissan und Infinity haben keinen Stand gebucht: «Wir haben nichts Neues vorzustellen», so der lapidare Kommentar.

Düstere Aussichten

Die Aussichten für die Autoindustrie sind trotz staatlichem Rettungspaket düster. In Detroit zeigt sich aber: Die US-Autoriesen bemühen sich, den Worten Taten folgen zu lassen und setzen ganz auf umweltfreundliche Modelle. Das Vertrauen von Präsident und Kongress soll mit einer Wende weg von schweren Spritschluckern und hin zu technologisch fortschrittlichen Sparmobilen rechtfertigt werden. Noch allerdings sind die meisten in Detroit gezeigten Modelle weit von einer Serienproduktion entfernt – ob die Hersteller genügend liquiden Mittel haben um die Krise zu überstehen, wird sich weisen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.01.2009, 16:12 Uhr

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