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Hyundai hat das Design entdeckt

Bei keinem Serienauto von Hyundai wurde die Optik so intensiv thematisiert wie bei dem Tucson-Nachfolger ix35.

Als Hyundai vor fünf Jahren den Tucson an den Start gebracht hat, waren die Zeiten noch andere: Geländewagen waren die grossen Gewinner beim Ritt auf der Lifestyle-Welle, und von Autos wie dem VW Tiguan oder dem Ford Kuga war allenfalls als Gerücht die Rede. Da hatte der kompakte Koreaner leichtes Spiel. Doch jetzt, da die Europäer dieses Segment als Wachstumsmotor entdeckt haben, braucht es mehr als solide Technik und günstige Preise, wenn der Marktanteil nicht sinken soll. Darum hat der mittlerweile viertgrösste Hersteller der Welt den Tucson schon früh ausrangiert und steht nun mit dessen Nachfolger ix35 am Start. Der sieht zwar aus wie eine mässig geglückte Kopie des Ford Kuga, dafür kostet er auch rund ein Viertel weniger: Das zukünftige Einstiegsmodell mit 1,6-Liter-Benziner (140 PS) soll unter 30 000 Franken liegen. Allerdings folgt dieser Motor erst gegen Ende Jahr, ab März gibts den ix35 nur mit drei 2-Liter-Aggregaten.

«Fluidic Sculpture»

Dass man Autos nicht nur über den Preis, sondern auch über das Design und Emotionen verkaufen muss, hat Hyundai nun auch bemerkt. Und so wurde das Design des Neulings auch lang und breit erklärt. In Kürze: «Fluidic Sculpture» nennt man bei Hyundai den neuen SUV, «Fluidic Design» die neue Designsprache.

Auch das erinnert stark an Ford. Denn wie die Kölner mit ihrem «Kinetic Design» verspricht auch der europäische Hyundai-Designchef Thomas Bürkle, «diese Skulptur scheint sich auch im Stand noch zu bewegen», und doppelt nach: «Nicht nur der Fahrer, auch die Passanten fallen beim Anblick des Hyundai iX35 in «true moments of beauty».» Das ist Geschmackssache. Tatsache aber ist, dass der ix35 im Vergleich zu seinem Vorgänger nicht nur besser aussieht, sondern auch deutlich mehr Platz bietet. Nicht umsonst haben die Ingenieure den ix35 in der Länge um fast 9 Zentimeter, in der Breite um 2 und im Radstand um 1 Zentimeter wachsen lassen.

Dass der jetzt 4,41 Meter lange Neuling 2 Zentimeter flacher ist als sein Vorgänger, verkraftet man dank einem grossen Glasdach gerne. Zudem bietet der ix35 nicht nur auf allen Plätzen mehr Komfort und Bewegungsfreiheit, sondern auch einen deutlich grösseren Kofferraum: Wo sich der Tucson mit 325 bis maximal 805 Liter begnügen musste, schluckt der Neuling 591 bis maximal 1436 Liter.

Mit dem Generationswechsel hat Hyundai auch die technische Ausstattung auf den neuesten Stand gebracht: Sechs Airbags, aktive Kopfstützen und der Schleuderschutz ESP sind Serie, und moderne Extras wie die automatisierte Einparkhilfe oder eine Rückfahrkamera mit einem im Innenspiegel integrierten Monitor gibts gegen Aufpreis. Und dass «schöner Wohnen» nun auch bei Hyundai angekommen ist, wird vor allem Frauen freuen.

184-PS-Diesel als Topversion

Starten wird der als Front- oder Allradmodell lieferbare ix35 mit einem 2-Liter- Benziner mit 163 PS sowie einem ebenfalls zwei Liter grossen Diesel, der mit 136 PS und 184 PS angeboten wird. Bei den Testfahrten machte der stärkste Diesel mit der komfortablen 6-Gang-Automatik die deutlich bessere Figur als der von Hand geschaltete Benziner. Die auf dem Papier versprochenen 163 PS schienen mit Abwesenheit zu glänzen, bereits mit 2 Personen an Bord schien das Aggregat in allen Fahrsituationen am Limit überfordert – zudem machte sich das Fehlen eines 6. Ganges ebenfalls negativ bemerkbar.

Das ist nur halb so schlimm, denn mit dem 184 PS starken Diesel hat Hyundai eine hervorragende Alternative parat. Zum einen funktioniert die 6-Gang-Automatik perfekt und fast unmerklich, zum andern sind die 184 PS zwar nicht gerade omnipotent, aber immerhin omnipräsent. Dank dem Drehmoment von 392 Nm fühlt sich das Aggregat wie ein 6-Zylinder an.

Der durchschnittliche Verbrauch des ix35 liegt je nach Modell zwischen 6,0 und 8,4 Liter und der CO2 zwischen 149 bis 200 Gramm pro Kilometer. Doch wenn der Fahrer mitspielt, gehts noch viel sparsamer. Denn neben der Schaltanzeige leuchtet im Cockpit auch ein neuer Ecotrainer, der zum Sparen animiert. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.02.2010, 11:19 Uhr

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