Alte Form und neue Tugenden
Er ist in der Schweiz die glasklare Nummer eins von Suzuki: der Swift. Mehr als 50 Prozent der Verkäufe des japanischen Kleinwagenspezialisten gehen in diesem Jahr auf das Konto des sportlichen Minis, der in der Schweiz seit Jahren für steigende Verkaufszahlen bei Suzuki sorgt. Auch Ende Juli lag die Marke 5,1 Prozent über dem Vorjahr — dem Swift sei Dank. Denn in den 29 Jahren Importtätigkeit der Marke wurden insgesamt 110 000 Autos in der Schweiz verkauft, rund 33 500 davon sind Swift. Und daran soll sich nach Ansicht der Japaner auch in den nächsten Jahren nichts ändern.
Weltweit 4 Millionen Swift
Im Gegenteil: In diesen Tagen rollt in der Schweiz die neuste Generation des Swift auf die Strasse. Sie setzt vor allem auf ein vorsichtig weiterentwickeltes Design mit etwas sportlicherem Anstrich, sparsamere Motoren und eine erweiterte Sicherheitsausstattung. Tiefgreifende Änderungen allerdings wird es nicht geben: «Wozu auch», fragt Europa-Chef Minoru Amano:
«Kein Auto in unserer Geschichte war so erfolgreich wie der Swift, von dem wir mittlerweile über vier Millionen Fahrzeuge verkauft haben. Ihm verdanken wir, was wir heute sind und wofür wir stehen: für intelligente Kleinwagen.»
Kein Wunder also, dass man neu und alt nur im direkten Vergleich unterscheiden kann. Erst dann fällt auf, dass der Wagen im Radstand um fünf und in der Gesamtlänge sogar um neun Zentimeter zugelegt hat. Und wer genau misst, erkennt vielleicht auch den halben Zentimeter mehr Breite. Dazu gibts Scheinwerfer, die etwas gewachsen und stärker konturiert sind, ein paar markantere Muskeln an den Flanken und einen Kühlergrill mit mehr Charakterlinien. Und auf den Achsen stecken beim Topmodell neue 16-Zoll-Räder.
Mehr Leistung, weniger Durst
Dazu gibt es auch ein bisschen mehr Flair für den Innenraum. Das grössere Format des Swift kann man zwar allenfalls erahnen, und hinten geht es bei 3,85 Metern Länge und 2,43 Metern Radstand wie in jedem Kleinwagen relativ knapp zu und her. Doch zumindest die schwarze Plastiklandschaft rund um das griffigere Lenkrad hat jetzt mehr Schwung. Und ein paar glänzende Konsolen in Chromoptik bringen etwas Glanz in die Hütte. Ausserdem ist die Ausstattung sehr gut: Sieben Airbags und ESP sind immer Standard, und schon im vorläufigen Basismodell gibt es elektrische Fensterheber auch für hinten, elektrisch verstellbare Spiegel und Aluräder. Für die teureren Varianten hat Suzuki auch wieder Luxus-Extras wie ein schlüsselloses Startsystem, eine Sitzheizung und ein fest eingebautes Navi im Programm.
Unter der Haube folgt Suzuki dem aktuellen Trend zu mehr Leistung bei weniger Verbrauch. So schrumpft der Benziner auf 1,2 Liter, legt dafür ein paar wenige PS zu und ist stolze 17 Prozent sparsamer als bislang. Die mittlerweile 94 PS gönnen sich deshalb künftig nur noch fünf Liter, und mit der Start-Stopp-Automatik für das Topmodell dürfte der Verbrauch sogar noch ein wenig sinken.
Zwar reichen die 94 PS nicht für ein Sportabzeichen, da der Zuwachs bei Leistung und Drehmoment vergleichsweise gering ist. Doch der Benziner ist sehr kultiviert und überraschend sportlich. Er dreht flott hoch und hat mit dem um immerhin 20 Kilo abgespeckten Swift buchstäblich leichtes Spiel. Den Spurt von 0 auf Tempo 100 schafft der Neuling in rund 12 Sekunden. Das ist für einen Kleinwagen nicht schlecht. Zudem kommt ja im nächsten Jahr auch noch ein Swift Sport mit rund 130 PS und einer sportlicheren 6-Gang-Schaltung.
Leichtfüssig und komfortabel
Doch auch in der zivilen Form kommt am Lenkrad des Swift Fahrspass auf. «Wir haben uns ein sehr agiles Handling ins Lastenheft geschrieben», beteuert der Chef-entwickler Naoyuki Takeuchi mit Blick auf das straffere Fahrwerk und die neu abgestimmte Lenkung: Zu Schärfe und Präzision eines Mini reicht es zwar nicht, aber in der Stadt ist der Swift handlich und agil, auf der Autobahn ausgesprochen komfortabel, und auf der Landstrasse wedelt er leichtfüssig durch die Kurven. Und das auch im Winter, denn den neuen Swift gibt es auf Wunsch mit Allradantrieb.
Natürlich hat auch ein optisch kaum erkennbarer Modellwechsel seinen Preis. Doch viel Spielraum gibts in dieser Klasse nicht. Vor allem, weil man auch in Zukunft von einem Verkaufsrekord zum nächsten jagen will. Deshalb gibt es den dreitürigen Swift schon ab 16 990 Franken. Das Topmodell 1.2 GL Top 4×4 mit Allradantrieb kostet 23 990 Franken. Das ist fair.
Suzuki Swift
Masse: Kompaktwagen mit 3 oder 4 Türen
und 4/5 Plätzen. Länge 3,850 Meter. Breite
1,695 Meter. Höhe 1,510 Meter.
Motoren: Zum Marktstart ein 1,2-Liter-
Benziner mit 94 PS (69 kW).
Fahrleistungen: Spurt von 0 auf 100 km/h in 12,3 Sekunden, Spitze 165 km/h.
Verbrauch: 4,9 bis 5,0 Liter (Werksangabe). CO2: 113 bis 116 g/km.
Preis: 16 990 (3-Türer 1.2 GA mit 5-Gang-
Getriebe) bis 23 990 Franken (5-Türer 1.2 GL Top mit Allradantrieb).
Infos: www.suzuki.ch (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.09.2010, 09:28 Uhr
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