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BMW 1er – frisch geladen

Von Thomas Geiger. Aktualisiert am 07.10.2011

Der BMW Active E auf Basis des 1er-Coupés schlägt den Spannungsbogen zum BMW i3.

1/4 Soll die Spannung bis zum i3 in zwei jahren hoch halten:
Bild: BMW

   

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Zwei Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Aber so lange wird es auf jeden Fall noch dauern, bis der BMW (BMW 61.98 0.28%) i3 endlich startklar ist. Um das Warten auf den ersten elektrischen BMW aus der Grossserie zu verkürzen und die letzten Entscheidungen bei der Systemauslegung für den Antrieb des Karbonflitzers abzusichern, rollt BMW deshalb den Active E an den Start.

Entwickelt auf Basis des bewährten und bekannten 1er-Coupés, trägt er bereits die fast serienreife Elektrotechnik des i3 unter dem Blech und geht zum Jahreswechsel in mehr als 1000 Exemplaren in den Flottentest. Was das Auto kosten wird, hat BMW noch nicht verraten. Aber wenn beim Mini E die Monatsmiete in Deutschland schon bei 450 Euro lag, wird der 1er kaum für weniger zu haben sein.

170 PS und 250 Newtonmeter

Angetrieben wird das elektrische 1er-Coupé von einem neu entwickelten Elektromotor, der genau dorthin passt, wo sonst das Hinterachs-Differenzial montiert ist. Weil die Akkus vor allem im Mitteltunnel, unter der Motorhaube und anstelle des Tanks montiert sind, bleiben unter dem Heckdeckel anders als beim ebenfalls für den Feldversuch aufgebauten Elektro-Mini immerhin noch 200 Liter Platz für Kisten und Koffer, und auch die Rückbank kann man im Active E tatsächlich noch zum Sitzen nutzen.

Zwar wiegt das Coupé mit Batteriepack stolze 1,8 Tonnen. Doch das Fahrverhalten ist so, wie man es von einem BMW erwartet: Bei einem Kickdown bringen den 1er 170 PS und 250 Nm in der Stadt in weniger als fünf Sekunden ans Limit, und für den Spurt von 0 auf 100 braucht er gerade mal 9 Sekunden .

Nur an die verdächtige Stille und die fix begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h müssen sich BMW-Fahrer erst noch gewöhnen. Aber die ist wie in jedem Elektroauto limitiert, um eine halbwegs alltagstaugliche Reichweite zu retten: Im jüngsten US-Prüfzyklus kommt der Active E deshalb 240 Kilometer weit, bis er über Nacht wieder ans Netz muss. Für den europäischen Normzyklus geben die Bayern 160 Kilometer an. Und wer durch einen Druck auf die Eco-Pro-Taste auf ein wenig Drehmoment verzichtet, einen dezent gepufferten Gasfuss in Kauf nimmt und mit etwas weniger Leistung der Klimaanlage leben kann, der gewinnt immerhin zehn Prozent Laufleistung. Und er kann selber entscheiden was ihm wichtiger ist: Komfort und Leistung oder Sparen und gutes Gewissen.

Ziemlich gewöhnungsbedürftig ist im Active R die Rekuperation. So nennen es die Entwickler, wenn man den Fuss vom Gas nimmt, der Motor zum Generator wird und beim Ausrollen selbst seinen Strom für die nächsten Meter produziert. Zwar kann man damit die Reichweite noch einmal deutlich verlängern und im Stadtverkehr 75 Prozent aller Bremsvorgänge bestreiten. Doch verzögert das Auto dann so stark, dass es einen förmlich in den Gurt wirft. Dann doch lieber weiter den Fuss auf dem Gas lassen.

Die Zukunft beginnt mit dem i3

Während die Techniker den 1er für die Studie nahezu komplett umkrempeln und allein bei der Karosserie 350 Komponenten ändern mussten, durften sich die Designer ausruhen. Einzig die bunten Aufkleber im Stil elektrischer Leiterplatten, die Hutze auf der Haube oder die blaue Blende anstelle des Auspuffs am Heckstossfänger zeugen aussen vom neuen Antrieb.

Und auch innen gibt es nicht viel mehr als bunte Ziernähte, ein paar Kunststoffringe in Wagenfarbe und den Akku-Ladestandsanzeiger anstelle des Drehzahlmessers. Doch die grosse Stunde der Kreativen in München schlägt in zwei Jahren mit dem i3. Der ist laut Designchef Adrian van Hooydonk bewusst so gezeichnet, dass jeder die Botschaft auf den ersten Blick erkennt: «Mit diesem Fahrzeug beginnt die Zukunft.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.10.2011, 20:38 Uhr

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