Der Porsche, der spart
Porsche Panamera S Hybrid
Kategorie: Gran Turismo mit 4 Türen und 4 Plätzen.
Masse: Länge 4970 mm, Breite 1931 mm, Höhe 1418 mm, Radstand 2920 mm.
Kofferraum: 337 Liter.
Motoren: 6-Zylinder-Benziner mit 333 PS und ein Elektromotor mit 47 PS. Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 6 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 270 km/h.
Verbrauch: 6,8 bis 7,1 Liter auf 100 Kilometer (Werksangaben).
CO2-Ausstoss: 159 bis 167 Gramm/Kilometer.
Preis: 164 500 Franken.
Infos: www.porsche.ch
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Wie sich die Zeiten ändern. Keine vier Jahre ist es her, da hatte sich der damalige Vorstandsvorsitzende der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Wendelin Wiedeking, an der IAA in Frankfurt einer rüden, verbalen Attacke von Greenpeace zu erwehren. Die Umweltschützer schimpften die Autos aus Zuffenhausen pauschal «Klimaschweine», Wiedeking tat die grüne Kritik mit hochrotem Kopf ebenso unzimperlich als «populistische Hauruck-Rhetorik» ab. Denn reale Argumente fehlten ihm damals.
6,8 Liter – oder noch weniger
Und heute? Heute ist (fast) alles anders. Wendelin Wiedeking ist weg, der zuvor bestbezahlte Manager Deutschlands hat den Kampf um die Übernahme von VW gegen einen noch Mächtigeren verloren – gegen Ferdinand Piëch. Dafür ist jetzt der «sparsamste Porsche aller Zeiten» da, der Panamera S Hybrid. Mit Verbrauchswerten, die selbst Greenpeace-Aktivisten anerkennen müss(t)en. Der viertürige Gran Turismo, knapp zwei Tonnen schwer und bis 270 km/h schnell, begnügt sich dann, wenn die Fahrweise auf das optimale Zusammenspiel von V6-Kompressor und E-Motor ausgerichtet ist, mit 6,8 Liter auf 100 Kilometer. Was einem CO2 von 159 g/km entspricht.
Und das sind keine leeren Versprechungen. Bei den Probefahrten im Salzburger Land wurde dieser Wert vergangene Woche bei der Präsentation des Luxus-Sparers sogar unterboten. Unter Ausnützung aller technischen Raffinessen wie etwa dem Segeln – bei dem sich der Verbrennungsmotor automatisch abschaltet und vom Antriebsstrang löst, wenn man bei maximal 165 km/h vom Gas geht – resultierte in einem exemplarischen Einzelfall gar ein Wert von 6,1 Liter. Dabei muss man allerdings auch die Grenze von maximal zwei Kilometer, die der Pananamera S Hybrid rein elektrisch fahren kann, voll ausreizen können.
Unter der lang gezogenen Haube des Panamera, der sich natürlich auch als Voll-Hybrid so sportlich fahren lässt, wie er ausschaut (0 auf 100 km/h in 6,0 Sekunden), steckt dieselbe Technik, die Porsche erstmalig beim Cayenne eingesetzt hat. Auch beim Gran Tourismo spannen die Schwaben jetzt den drei Liter grossen und 333 PS starken Kompressormotor aus dem Audi-Regal mit einem E-Motor mit 47 PS zusammen, der von einem Nickel-Metall-Hydrid-Akku gespiesen wird. Dass der Panamera trotzdem sparsamer ist als der Cayenne-Hybrid liegt daran, dass der Gran Tourismo aerodynamischer ist als der hoch gesetzte Cayenne. Zudem auch leichter, weil Porsche beim Luxus-Liner auf den Allradantrieb verzichtet. Insgesamt lassen sich so im Vergleich zum nach wie vor erfolgreichen SUV-Porsche weitere 1,1 Liter einsparen.
Hybrid für USA, Diesel für Europa
Trotz allem gibt sich Porsche dezidiert zurückhaltend, was die Verkaufsziele anbelangt. Nicht ohne Grund: Beim Cayenne haben sich die Zuffenhausener bisher mit einem Hybridanteil von 7 Prozent bescheiden müssen. Laut Michael Steiner, verantwortlich für die gesamte Panamera-Baureihe, zielt der Panamera S Hybrid, der bei uns 164 500 Franken kostet, deshalb in erster Linie auf den US-Markt ab, in zweiter Priorität auf China. Auch dort erfreut sich der viertürige Luxus-Liner wachsender Beliebtheit.
Die vielen Porsche-Fans in der Schweiz, die zwar beim Verbrauch aber nicht bei der Leistung sparen wollen und über ein knapperes Budget verfügen, müssen sich noch etwas gedulden. Aber nicht all zu lange. Bereits im August schieben die Schwaben den 250 PS starken Sechszylinder-Diesel nach, der mit 124 900 Franken (fast) 40 000 Franken weniger kostet und sogar noch weniger Sprit als der Hybrid S verbraucht. Laut Michael Steiner sollen es nur 6,3 Liter sein. Das wäre dann Porsches nächster Sprit-Spar-Rekord.
Peter Hegetschweiler fuhr den neuen Panamera S Hybrid auf Einladung von Porsche Schweiz in Österreich. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 20.05.2011, 16:30 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


