In dritter Generation erwachsen
Toyota Yaris
Kategorie: 5-türiger Kleinwagen mit 5 Plätzen.
Masse: Länge 3885 mm, Breite 1695 mm, Höhe 1510 mm, Radstand 2510 mm.
Kofferraum: 286 bis 768 Liter.
Motoren: Zwei Benziner mit 69 oder 99 PS (51/73 kW) sowie ein 1,4-Liter-Dieselmotor mit 90 PS (66 kW).
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 11,7 bis 15,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 155 bis 175 km/h.
Verbrauch: 3,9 bis 5,5 Liter auf 100 Kilometer (offizielle Werksangaben).
CO2-Ausstoss: 104 bis 127 Gramm pro Kilometer.
Marktstart: ab Mitte Oktober 2011.
Preis: ab 15 900 Franken.
Infos: www.toyota.ch
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Toyota hat es als erfolgsverwöhnte Automarke derzeit nicht leicht. Erst wurde die Produktion in Japan durch die Fukushima-Umweltkatastrophe in Mitleidenschaft gezogen. Und kaum sind die Nachwehen der schlimmsten Schäden abgeklungen, setzt die Weltwirtschaftskrise den Produkten aus Nippon erneut zu. «Es sind für uns derzeit sehr schwierige Monate, speziell was das Eurothema anbelangt», sagt Philipp Rhomberg, Generaldirektor der Toyota AG in der Schweiz. 12 Prozent Direktimporte
Insbesondere die Euroschwäche und die Frankenstärke habe sich in diesem Jahr negativ auf den Schweizer Geschäftsgang ausgewirkt, erklärt Rhomberg. Denn etliche Schweizer Kunden kaufen ihren neuen Toyota billiger in Deutschland ein: «In den vergangenen vier bis fünf Jahren betrug der Anteil an den sogenannten Parallelimporten von Toyota-Neuwagen aus Deutschland in die Schweiz jeweils zwei bis drei Prozent. In diesem Jahr hat die Frankenstärke dazu geführt, dass wir bereits zwölf Prozent Direktimporte verzeichnen mussten.»
Dass die entgangenen Geschäfte die Marktposition von Toyota in der Schweiz schwächen, belegen die Verkaufszahlen des Monates Juli deutlich: Mit 660 in Verkehr gesetzten Neuwagen verlor Toyota laut der aktuellen Verkaufsstatistik von Auto Schweiz im Vergleich zum Juli 2010 24 Prozent. Damit sank der Marktanteil des einstigen Primus von 4,7 auf 3,9 Prozent. Um die abwandernde Kundschaft bei der Stange zu halten, hat Toyota – wie andere Hersteller auch – in der Schweiz zwangsweise einen Eurobonus von bis zu mehreren tausend Franken eingeführt. Von diesem Rabatt dürften auch diejenigen Kunden profitieren, welche sich zum Kauf des ab Mitte Oktober in der Schweiz erhältlichen Yaris entscheiden. Ab dann ist die neue Generation des Toyota-Bestsellers erhältlich.
3400 Yaris-Verkäufe als Ziel
Der neue Yaris soll Toyota im hart umkämpften Kleinwagensegment wieder zu alter Grösse verhelfen. Dieses wird derzeit vom VW Polo angeführt, gefolgt vom Opel Corsa, Fiat Punto und Peugeot 206. «Mit dem neuen Yaris streben wir für nächstes Jahr den Verkauf von rund 3400 Fahrzeugen an», sagt Rhomberg optimistisch. «Das entspricht bei den Kleinwagen einem Marktanteil von rund sechs Prozent.» Der neue, im Toyota-Werk in Frank-reich gebaute Yaris, bringt viele Eigenschaften mit, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Denn im Vergleich zur verspielt wirkenden Vorgängerversion ist die neue Generation optisch erwachsen und modern geworden.
Toyota-Chefdesigner Dezi Nagaya hat die Rundungen im Blech durch scharf gezeichnete Linien und eine kantigere Front ersetzt. Von aussen wirkt der um 10 Zentimeter auf 3,90 Meter Länge gewachsene Yaris optisch nun deutlich reifer und rassiger als sein Vorgänger. Dank des um fünf Zentimeter verlängerten Radstandes gibt es für Passagiere und Gepäck mehr Platz. Vier Erwachsene sitzen bequem, und der Kofferraum hat neu 286 statt 270 Liter Stauraum. Leider bieten die dünnen Sitzlehnen der platzsparenden Vordersitze wenig ergonomische Unterstützung für den Rücken.
Mit «Touch & Go» ins Netz
Auf den Platzgewinn sind die japanischen Ingenieure ebenso stolz wie auf das neue Interieur. Auffälligste Veränderung hier: Die Cockpitanzeigen sind als Rundinstrumente von der Mitte nun wieder hinter das Lenkrad gewandert. Eher unruhig und wenig anmutig wirken die verschiedenen Plastikteile der Armaturentafel, auch wenn Nagaya und sein Team die Kunststoffflächen mit unterschiedlichen Mustern und Weichmachern aufzuwerten versucht haben.
Stolz sein können die Toyota-Ingenieure dagegen auf ihr für diese Fahrzeugklasse wohl einmaliges Multimediasystem «Touch & Go». Es bietet auf einem zentralen 6-Zoll-Touchscreen nebst Radio, Navigation und Rückfahrkamera auch die Möglichkeit, in Verbindung mit einem bluetoothfähigen Handy Internetdienste wie Google-Search oder Facebook aufzurufen. Damit wolle man gezielt eine junge Käuferschaft anpeilen, erklären die Marketingverantwortlichen. «Touch & Go» gehört in der Schweiz beim in fünf Produktlinien erhältlichen Yaris bereits ab der zweiten Linie «Luna» zur umfangreichen Serienausstattung.
Der neue Yaris vermag optisch und ausstattungsmässig zu überzeugen. Und auch das verbesserte Fahrwerk lässt im Kleinwagen sowohl im Stadtals auch im Überlandverkehr Freude aufkommen. Diese wird mittelfristig einzig durch die derzeit verfügbare Motorenpalette geschmälert. Denn hier stehen mit dem ein Liter grossen 3-Zylinder im Basismodell, dem 1,33-Liter-Benziner und dem Diesel mit 1,4 Litern Hubraum vorläufig nur drei Aggregate zur Auswahl, die ihre besten Jahre hinter sich haben.
Mit Euro-Bonus ab 15 900 Franken
Die Motoren wurden zwar verbrauchsoptimiert und sind zuverlässig, machen aber gleichzeitig viel Lärm und bieten wenig Durchzugsstärke. Einen kleinen Turbo vermisst man beim Yaris ebenso wie eine Stopp-Start-Technik. «Für Mitte 2012 haben wir eine Hybridversion geplant», stellt Philipp Rhomberg dafür in Aussicht, «welche mindestens einen Drittel unserer Yaris-Verkäufe ausmachen wird». Ob der Toyota-Bestseller damit wieder an die Erfolge vergangener Tage anschliessen kann, wird sich weisen. Sein dank Eurobonus aktuell besonders tiefer Einstiegspreis jedenfalls spricht dafür: Die günstigste Version soll laut Rhomberg bis auf weiteres nur 15 900 Franken kosten.
Thomas Borowski fuhr den neuen Yaris am 30. August auf Einladung der Toyota AG in Dänemark. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 03.09.2011, 06:09 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


