Infiniti legt vor
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Infiniti macht Ernst: Zwar schaffen Audi, BMW und Mercedes die jährlichen Verkaufszahlen des noblen Nissan-Ablegers in der Schweiz wohl innert ein paar Tagen, doch zumindest technologisch gehen die Japaner jetzt in Führung. Denn während die Fahrer von A6, 5er und E-Klasse noch knapp ein Jahr auf den ersten Hybridantrieb warten müssen, kann man die M-Serie von Infiniti schon jetzt als Teilzeitstromer bestellen. Die Preise beginnen bei 94 535 Franken, und die ersten Autos werden im Herbst ausgeliefert.
In 5,5 Sekunden auf Tempo 100
Für einen Aufschlag von nur 1700 Franken gegenüber dem Diesel und 4200 Franken gegenüber dem V6-Benziner gibt es einen Hybriden, der es in sich hat. Denn mit einem Sprintwert von 5,5 Sekunden hängt er beim Spurt von 0 bis 100 km/h sogar den neuen Porsche Panamera Hybrid ab. Trotzdem lässt sich der 4,95 Meter lange Luxusliner so sparsam bewegen, dass er im Durchschnitt mit 7,0 Litern zufrieden ist. «Kein anderes Auto in unserer Palette verbraucht so wenig», freut sich Kommunikationschef Wayne Bruce. Und kaum ein anderer Hybrid ist so genügsam unterwegs. Der Lexus GS zum Beispiel braucht gut einen halben Liter mehr.
Um den M35h zu einem Sparer der Spitzenklasse zu machen, haben die Japaner tief in die Trickkiste gegriffen. Der bekannte 3,5 Liter grosse V6 Motor mit seinen 306 PS ist im Rest der Palette zwar schon ausgemustert, aber für den Hybriden allemal noch kräftig genug. Schliesslich ist dafür die E-Maschine mit ihren 68 PS die stärkste ihrer Art: «Kein anderer Hybride bietet derzeit so viel elektrische Leistung», bestätigt Bruce. Gemein-sam kommen die beiden Motoren auf eine Systemleistung von 368 PS, die ebenfalls für einen Platz auf dem Treppchen reichen. Dazu gibt es als weitere Technikpremiere erstmals bei einem Vollhybriden eine Lithium-Ionen-Batterie. Sie steckt im Kofferraum, der dafür gegenüber dem V6Benziner 150 Liter Volumen einbüsst, und nutzt die gleichen Zellen wie der vollelektrische Nissan Leaf. Allerdings müssen hier 1,4 kWh genügen. Schon das reicht jedoch für bis zu zwei rein elektrische Kilometer. Und wenn man es geschickt anstellt, kann man selbst bei Tempo 100 stromern.
Gelassener Luxus
Dafür braucht man aber einen sehr feinfühligen Gasfuss. Denn weil sich Infiniti als sportliche Luxusmarke versteht, unterstellt die Elektronik auch im Eco-Modus einen forschen Fahrstil und schaltet den Benziner schneller zu, als einem lieb ist. Nur wer ganz sachte beschleunigt und im Stau zwischen zwei Ampeln auch mal ein paar Hintermänner nervt, kann darum durch die Stadt stromern. Über Land dagegen ist der Wagen nicht so pingelig: Sobald man dort den Fuss vom Gas nimmt, meldet sich der V6-Motor ab, eine Kupplung trennt ihn vom Antriebsstrang, und der Luxusliner wechselt in den Gleitflug – viel ruhiger und gelassener kann man kaum fahren.
Fürs Erste müssen sich zwar auch die Infiniti-Kunden mit elektrischen Kurzstrecken begnügen. Doch die Japaner planen bereits weiter: Spätestens in zwei Jahren soll es bei ihnen auch ein rein elektrisches Auto geben. Das wird zwar eine Nummer kleiner als die M-Serie und auch nicht ganz so schnell. Doch soll auch da der Fahrspass nicht zu kurz kommen, verspricht Bruce: «Nur eine noble Kopie des Nissan Leaf wäre uns zu wenig.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 15.05.2011, 15:54 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


