Kompakt zum Erfolg

Um 100 Prozent hat Suzuki Schweiz sein Verkaufsvolumen in den letzten 10 Jahren gesteigert. Neue, kompakte Modelle wie der Baleno sollen für weiteren Schub sorgen.

Praktisch und sparsam: Den Suzuki Baleno gibt es auch als Mild-Hybrid. Fotos: Suzuki

Praktisch und sparsam: Den Suzuki Baleno gibt es auch als Mild-Hybrid. Fotos: Suzuki

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Da gibt sich Hanspeter Bachmann aber sehr bescheiden, wenn er sagt: «Die Zeit arbeitet eben für uns.» Der Generaldirektor von Suzuki Schweiz könnte den Erfolg auch forscher erklären als mit dem schlichten Hinweis auf den weltweiten Trend zu immer kompakteren Autos. Zum Beispiel damit, dass es die Emil-Frey-Tochter geschickt verstanden hat, ihre Flotte darauf auszurichten. Allradantrieb (meist) inklusive.

Die Palette bereinigt

Diese Entwicklung noch beschleunigt hat Safenwil vor eineinhalb Jahren, als man die 4,65 Meter lange Stufenheck- Limousine Kizashi ersatzlos aus dem Angebot gestrichen hat. «Das Auto hat schlicht nicht mehr in unsere Palette gepasst », erklärte Marketingchef Jürg Naef schon damals. Gelegen kam Suzuki Schweiz zudem, dass die Japaner mit dem Klein(st)wagen Celerio 2015 ein neues Einstiegsmodell für die in die Jahre gekommenen Alto und Splash auf den Markt brachte. Mehr noch: Die Japaner stuften den ursprünglich 4,62 Meter langen Grand Vitara zum Vitara zurück. Und machten aus dem nun 4,17 Meter kurzen SUV analog zum S-Cross ein ebenso erfolgreiches Kompaktmodell. Wenn Bachmann jetzt, zu Jahresbeginn, festhält, dass Suzuki seinen Marktanteil in der Schweiz auf 2,6 Prozent zu steigern vermochte (insgesamt 8350 Immatrikulationen im abgelaufenen Jahr), dann ist dieser kompakte Erfolg neben dem Bestseller Swift zweifellos auch dem neuen Vitara zu verdanken.

Erfolgreich: Suzuki-Chef Hanspeter Bachmann mit dem legendären LJ 80.

Und die Kompakt-Offensive rollt weiter: Nach seiner Weltpremiere an der IAA in Frankfurt im September bringt Suzuki im Frühjahr mit dem Baleno einen von Grund auf neu entwickelten Kleinwagen auf die europäischen Strassen. Ins Auge stechen wird einem die Stufenheck-Limousine allerdings nicht – der Baleno ist kein Blender, sondern ein schlichter Praktiker. Ein Weltauto eben, das es schon ab 15 990 Franken gibt.

Praktiker, kein Blender

Dafür bietet der Baleno Platz fast ohne Ende. Denn der Kleine steht auf einer neuen, auf höchste Effizienz ausgelegten Plattform, die bei einem Radstand von 2,52 Metern mehr Platz bietet als manch ein Gegner aus der Golf-Klasse. Selbst auf der Rückbank fühlen sich zwei Erwachsene wohl. Dazu kommt ein respektables Kofferraumvolumen von 355 Litern, das sich bis auf 1085 Liter erweitern lässt. Während viele andere Kleinwagen primär auf die City zugeschnitten sind, preist Suzuki den Baleno selbstbewusst auch als Langstrecken-Auto an – und gibt ihm darum einen Tempomat mit Abstandsregelung mit auf den Weg.

Der Baleno geht mit zwei Motoren an den Start, die ebenso neu sind wie das Auto selbst. Zum einen mit einem Dreizylinder- Turbobenziner, den Suzuki Boosterjet nennt und ab sofort in einer Vierzylinder-Version auch im Vitara anbietet. Dort leistet er 140 PS, im Baleno sind es 111 PS. Zum zweiten überrascht Suzuki erstmals in seiner Geschichte mit einem Mild-Hybrid, für den die Japaner beim Baleno den Anlassers gegen einen Startergenerator ausgetauscht und im Wagenboden eine Lithium-Ionen-Batterie installiert haben. Das reicht zwar nicht zum rein Elektrisch fahren, aber die neue Technik unterstützt den 90-PS-Benziner beim Anfahren und Beschleunigen und hilft dank Rekuperation beim Spritsparen. Suzuki gibt als Normwert 4,0 Liter an.

Wenn sich die Begeisterung über die kompakte Limousine in Safenwil dennoch in Grenzen hält, dann liegt es wohl daran, dass der Baleno nur Vorderradantrieb hat. Umso grösser ist dafür bei Suzuki Schweiz die Vorfreude darauf, dass es mit dem Ignis noch in diesem Jahr so etwas wie den Nachfolger des legendären LJ 80 geben wird, der als rustikaler «Bonsai-Jeep» in den 70er- und 80er-Jahren für Furore gesorgt hat.

Die Ansage des Chefs

Ganz so kompakt wie der LJ 80, der nur 3,17 Meter kurz und 1,32 Meter schmal war, fürs Gelände ein Untersetzungsgetriebe hatte und 1981, im Gründungsjahr von Suzuki Schweiz, 10 990 Franken kostete, wird der Ignis aber nicht sein. Hanspeter Bachmann ist dennoch überzeugt, dass er in seiner Kompaktheit «wieder etwas Einmaliges» sein wird, ein nach Meinung des Suzuki-Schweiz-Chefs «von keinem Konkurrenten zu übertreffender, robuster Mini-SUV mit Allradantrieb ». Wie der Baleno soll auch der Ignis von einem Mild-Hybrid-Motor angetrieben werden. Markteinführung und Preis stehen noch nicht fest.

(Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 22.01.2016, 14:31 Uhr)

Stichworte

Suzuki Baleno

Sparsamer Mild-Hybrid

Kategorie Kleinwagen mit 5 Plätzen

Masse Länge 3995mm,Breite 1745mm, Höhe 1470mm,Radstand 2520mm

Kofferraum 355 bis 1085 Liter

Motoren 1,2-Liter-Benziner und 1,2-Liter- Mild-Hybrid mit je90PS. 3-Zylinder-Turbobenziner mit 111PS

Fahrleistungen 0bis 100km/hin 11,0bis 12,3 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit von 180 bis 200km/h

Verbrauch 4,0bis 4,9 Liter auf 100Kilometer

CO2-Ausstoss 94 –115 Gramm/Kilometer

Markteinführung Frühjahr 2016

Preis ab 15 990Franken (Basis) und 19 990(Mild-Hybrid) Infos:www.suzuki.ch

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