Opels Flaggschiff – gehegt und gepflegt
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Dieser Befreiungsschlag ist Opel in der Tat gelungen: Mitten in der Krise um GM (General Motors) haben die Rüsselsheimer Autobauer im Spätsommer 2008 den Insignia nicht nur als neues Flaggschiff, sondern zugleich als neuen, europäischen Hoffnungsträger auf den Markt gebracht. Und dabei auf Anhieb alle Erwartungen übertroffen. Schon drei Monate nach der Lancierung des Vectra-Nachfolgers lagen 75 000 Bestellungen vor. Und im deutschen Stammwerk von Opel waren statt geplanter Kurzarbeit plötzlich Sonderschichten angesagt.
400 000 Insignia in 3 Jahren
So hat sich der Insignia – in der Zwischenzeit über 400 000-mal verkauft – zwar nicht zum neuen Volumenmodell der Marke entwickelt, das sind nach wie vor Astra, Corsa und Meriva. Aber er gilt heute zweifellos als Opels Lieblingsmodell. Und liebe Kinder, im Besonderen die Zielstrebigen, werden bekanntlich in besonderem Masse gehegt, gepflegt und auch gefördert.
Genau so machts Opel mit dem Insignia. Schritt für Schritt hat man nicht nur die Palette erweitert, sondern damit auch neue Begehrlichkeiten geweckt. Zielten die Deutschen mit der 4-türigen Limousine und der 5-türigen Fliessheck-Variante noch auf die eher konventionelle Mittelklasse mit VW Passat und Ford Mondeo, so wagten sie sich bereits mit dem voll auf Lifestyle getrimmten Sports Tourer in höhere Sphären vor. Jetzt, so gab sich der damalige Opel-Chef Hans Demant kämpferisch, könne man sich durchaus auch mit Audi und BMW messen.
Ein Argument, das Opel erst recht ins Feld führte, als man auch noch mit einer sportlichen OPC-Version nachlegte: 325 PS stark, 250 km/h schnell und zudem serienmässig mit adaptivem Allradsystem samt elektronischem Sperrdifferenzial versehen. Der Insignia aus dem Opel Performance Center avancierte damit zum stärksten Serienfahrzeug, das in Rüsselsheim je vom Band gelaufen ist. Was Schweizer Kunden offensichtlich beeindruckt: Mit 13 Prozent hat unser Land nach wie vor den höchsten OPC-Anteil aller europäischen Märkte.
Möglichst hart an dieser «Grenze zur Premium-Mittelklasse» (Werbetext) sucht Opel sein Flaggschiff auch weiterhin zu positionieren. So erhält der Insignia, der schon 2009 mit dem Titel «Auto des Jahres » gekürt wurde, ein weiteres Feintuning. Und startet in diesem Monat mit neuen, leistungsstärkeren, aber vor allem auch sparsameren Benzinmotoren, mit erweiterten Technologien und noch edlerer Ausstattung ins Modelljahr 2012.
Vom 1,4 Liter Turbo Ecotec behauptet Opel selbstbewusst, «den sparsamsten Benziner im gesamten Mittelklasse-Segment» anzubieten. Er soll dank Downsizing und einer Stopp-Start-Automatik nicht mehr als 5,7 Liter verbrauchen, was einem CO2-Wert von 134 g/km entspricht. Nach einer ersten Probefahrt über knapp 100 Kilometer resultierte trotz zurückhaltender Fahrweise aber ein Verbrauch von 7,4 Liter. Was allerdings – und einmal mehr – eher die Praxistauglichkeit des Normzyklus infrage stellt. Als zweiter Neuling mit einer Leistungssteigerung um 30 auf 250 PS figuriert der Zweiliter-Turbo mit Direkteinspritzung im Programm. Er soll trotz Allradantrieb mit einem Schnitt von 8,4 Liter auskommen.
7000 Franken Euro-Flex-Prämie
Unter den sicherheitsrelevanten Innovationen sticht die Frontkamera Opel-Eye heraus, die neu auch ein Kollisions-Warnsystem beinhaltet. Noch mehr Interesse dürfte in der Schweiz allerdings der Umstand finden, dass Opel auf alle Insignia-Modelle – vom 1,4 Liter Ecotec (ab 37 900 Franken) bis hin zur OPC-Version (ab 63 600 Franken) eine Euro-Flex-Prämie von 7000 Franken gewährt und Optionen bis zu einem Gegenwert von 4000 Franken nicht in Rechnung stellen will. So viel Auto wie beim Insignia gabs zu einem so tiefen Preis bei Opel noch nie.
Peter Hegetschweiler fuhr die neusten Insignia-Modelle auf Einladung von Opel Schweiz am 30./31. August in Deutschland. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 05.09.2011, 21:32 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




