Up – weiter aufwärts mit VW
VW Up
Modell: City-Car mit 3 Türen und 4 Plätzen.
Masse: Länge 3,54 Meter. Breite 1,64 Meter, Höhe 1,48 Meter.?
Kofferraum: 251 Liter.
Motor: Dreizylinder-Benziner mit 1,0 Liter Hubraum und 60 oder 75 PS. Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 13,3 bis 14,4 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 160 bis 171 km/h.
Verbrauch: 4,5 bis 4,7 Liter.
?CO2-Ausstoss: 105 bis 108 Gramm/Kilometer. Preise: Für die Schweiz noch nicht festgelegt.
Markteinführung: März 2012.?Infos: www.volkswagen.ch
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Die Legende geht so: Auf dem Rückflug von der Motorshow in Detroit im Januar 2007 drehte sich die Diskussion der VW-Führungsriege um Ferdinand Piëch, den Vorstandsvorsitzenden, und Martin Winterkorn, den Konzernchef, vor allem um ein Thema: Den Trend hin zu immer kleineren Autos, der sich selbst in den USA schon damals manifestiert hat. Zu dumm, dass VW eben erst die Produktion des Lupo mangels Erfolg eingestellt hatte. Was tun? Nach langer Diskussion sollen die Chefdesigner Walter de Silva und Klaus Bischoff zu ihren Skizzenblöcken gegriffen und mit einigen wenigen Strichen – «Symplicita», die Einfachheit, ist einer der Lieblingsausdrücke von De Silva – den Up zu Papier gebracht haben. Ein kurzes Auto mit langem Radstand für viel Platz im Innenraum. Eine Kiste zwar, aber trendig. Der kleine, grosse Hoffnungsträger von VW war geboren.
Ganz so schnell wie der Wurf über den Wolken war dessen Realisierung am Boden dann allerdings nicht. Jahrelang habe man «um jeden Cent bei den Kosten und um jeden Millimeter bei der Form» gerungen, lässt sich Chefentwickler Ulrich Hackenberg heute zitieren. Heute, das sind fünfeinhalb Jahre später.
Zur richtigen Zeit
Doch das Ringen und Rechnen in Wolfsburg hat sich gelohnt. Nicht nur für den Konzern, der sich dank dem Up auf dem angepeilten Weg zum weltweit grössten Autohersteller wichtige Impulse erhofft. Konzernchef Winterkorn jedenfalls ist überzeugt: «Wir bringen den Up genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn keine andere Fahrzeugklasse wird in den nächsten Jahren so stark wachsen wie die kleinen Stadtautos. Und diesen Trend wollen wir entscheidend mitprägen.»
Im Klartext: Volkswagen will im boomenden Kleinwagensegment im europäischen Kernmarkt um 20 Prozent zulegen, weltweit sogar um 40 Prozent. Dabei stehen Schwellenländer wie Südamerika im Vordergrund. Nach Asien allerdings will VW mit dem Up vorerst nicht. Hohe Ziele. Aber VW hat sich dazu sehr gut positioniert. Mehr noch: sich mutmasslich schon vor dem Erscheinen des Up im Dezember in Deutschland (in der Schweiz ab März 2012) in die Poleposition gebracht. Denn den frechen Flitzer wird es ab Sommer auch als Skoda Citigo und als Seat Mii geben.
Das 10 000-Euro-Auto
Doch bleiben wir beim Up, dem Original. Und halten nach seiner Präsentation diese Woche in Rom fest: Den Aufwand, den VW vom «Wurf über den Wolken» bis zum Abschluss der fünfjährigen Realisierungsphase betrieben hat, wird sich zweifelsohne auszahlen. Auch für die Kunden.
Denn auch in ihrem Sinne hat VW ein wichtiges Ziel bereits erreicht: Den Preis unter der 10 000-Euro-Grenze zu halten. Exakt sind es 9850 Euro für die Basisversion. Das lässt beim derzeitigen Eurokurs auch in der Schweiz aufhorchen. Und hoffen. Doch allzu grosse Hoffnungen dürften sich kaum erfüllen. Zwar sind die Schweizer Preise noch nicht festgelegt, aber die entsprechenden Verhandlungen verlaufen laut Dino Graf, Leiter Kommunikation beim Importeur Amag, «ausserordentlich zäh». Und es ist mit einem Preis von über 14 000 Franken zu rechnen.
Fakt bleibt trotzdem: Für erstaunlich wenig Geld bringen die Wolfsburger ein Fahrzeug auf die Strasse, dass trotz seinen kompakten 3,54 Meter – 20 Zentimeter weniger als ein Mini und gar 40 Zentimeter kürzer als ein VW Polo – dem Slogan «VW das Auto» voll und ganz entspricht. Kein Vergleich zum Smart oder einem Toyota iQ. Vorne sitzt man auch bei einer Körperlänge von über 1,8 Meter bestens, und die Rückbank ist auch für grössere Kinder mehr als ein Notlösung. Dazu kommt ein Kofferraumvolumen von 250 Litern, das sich bis auf 950 Liter erweitern lässt.
Weder billig noch bieder
Das überraschend üppige Platzangebot verdankt der Up seiner kastenförmigen Grundform. Eine «schlichte Box», so VW-Chefdesigner Klaus Bischoff, «sei für die Raumökonomie in dieser Klasse unabdingbar». Allerdings hat es Bischoff beim Design in keiner Weise bei einer Schuhschachtel auf Rädern bewenden lassen, sondern die Kanten schmuck gerundet und dem Auto ein durchaus charmantes Lächeln ins Gesicht gezaubert. Selbst innen wirkt der neue City-Flitzer weder billig noch bieder. Obwohl nur spärlich möbliert und mit einem fast schon spartanischen Cockpit ausgestattet, macht der Up dank vieler in Wagenfarbe lackierter Zierteile einen freundlichen, ja fast schon poppigen Eindruck. Erst dann, wenn man etwas genauer hinschaut, wird einem das viele Plastik bewusst, fällt einem das blanke Blech im Kofferraum auf. Und die Tatsache, dass sich das Fenster auf der Beifahrerseite nur von dort aus öffnen lässt. Immerhin ebenfalls elektrisch.
In Fahrt bringen den Up zunächst der vom Konzern neu entwickelte 3-ZylinderBenziner mit einem Liter Hubraum und wahlweise 60 oder 75 PS. Im Stadtverkehr, der eigentlichen Domäne des Kleinen, ist allerdings kaum ein Unterschied auszumachen – auch mit 60 PS kommt man nach dem Ampel-Start im nur 900 Kilo leichten Auto flott voran. Bis Tempo 100 erreicht ist, nimmt sich der Up dann allerdings auch in der 75-PS-Version ziemlich viel Zeit. 13,2 Sekunden dauert der «Spurt».
2013 kommt der Stromer-Up
Bestellt man den Up als Bluemotion mit Start-Stopp-Automatik und Rekuperationssystem, so erreicht man einen Durchschnittsverbrauch von 4,2 Liter. Sagt VW. Bei unseren Testfahrten im Verkehrsgewühl von Rom kamen wir mit der konventionellen Version auf mindestens zweieinhalb Liter mehr. Dafür zwängten wir den Kleinen in jede noch so enge Parklücke – sofern sich je ein auftat.
Allerdings ist der Weg zu noch grösserer Sparsamkeit, so wie sich das für einen City-Car auch gehört, vorgegeben. Schon 2012 wird eine Erdgas-Version mit 68 PS und einem CO2-Austoss von 79 g/km folgen, 2013 geht der E-Up ans Netz. Schliesslich hat Konzernchef Winterkorn ja versprochen: «Mit unserem Kleinsten haben wir ganz grosse Pläne.»
Peter Hegetschweiler fuhr den Up am 24. Oktober auf Einladung des Schweizer Importeurs Amag in Italien. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 29.10.2011, 13:16 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




