BMW versucht sich mit einer eierlegenden Wollmilchsau
Von Dieter Liechti und Thomas Geiger. Aktualisiert am 16.02.2009 5 Kommentare
Und wie sieht ein Auto aus, das all diese Nachteile verbannt hat? Eigentlich wie ein X6 – nur flacher, länger und irgendwie sympathischer. «Logisch», freute sich Chefdesigner Chris Bangle bei seiner Abschiedsvorstellung in München. «Anders als bei einem echten Geländewagen schauen Sie hier von hinten nicht gegen eine steile Wand.»
Diese Einsicht bei Bangle und seinen Kollegen macht in Zeiten wie diesen Sinn, denn losgelöst von den fahrdynamischen und spartechnischen Fähigkeiten des X6 provoziert der riesige XL-Sport-SUV – im BMW-Dialekt ein Sports Activity Coupé – vor allem in Wohnquartieren oder Innenstädten bissige Kommentare. Darauf will man beim Neuling verzichten. Denn das schadet dem Image von BMW und lässt rasch vergessen, dass die Efficient-Dynamics-Sparmassnahmen der Bayern sehr effektiv sind. Trotzdem bleibt der neue GT aus München eine wuchtige Erscheinung. Logisch, denn er baut auf der Plattform der aktuellen 7er-Reihe auf und verfügt über einen Radstand von 3,07 Metern.
BMW verspricht neues Raumerlebnis
Diese Grösse kommt den Passagieren zugute. Innen können sie sich auf ein völlig neues Raumerlebnis freuen. Während man sich diesseits des Siebners bei den Bayern im Fond bisher meist auf der Strafbank wähnte, wechselt man nun auf einen Thron. Denn wie vorn bietet der neue Gran Turismo anstelle der üblichen Rückbank gegen Aufpreis auch im Fond zwei herrschaftliche Einzelsitze, die man elektrisch verschieben und in der Neigung verstellen kann.
«So viel Beinfreiheit wie im 7er und so viel Kopffreiheit im X5», fasst der scheidende Designchef Chris Bangle zusammen und verweist zudem darauf, dass man den Innenraum des GT nicht wie üblich in vorn und hinten geteilt hat. «Das ganze Interieur ist aus einem Guss, eine fliessende Einheit.»
Aber die variablen Rücksitze sind nicht das Einzige, mit dem die Bayern die einstige Bezeichnung «raumfunktional» der Studie rechtfertigen: Dazu zählt auch die variable Trennwand. Selbst wer die Rückbank umlegt, sitzt deshalb nicht automatisch im Freien, sondern wird durch diese Barriere weiterhin vor Klang und Klima von draussen geschützt. Erst mit einem zweiten Griff macht sich die Mauer flach und gibt so den Weg frei für eine Laderaumerweiterung von 430 auf 1650 Liter. Zusätzliche Flexibilität verspricht die geteilte Heckklappe: Sie öffnet wie bei einer Limousine wahlweise nur bis zur Unterkante der Rückscheibe oder wie bei einem Kombi bis weit ins Dach hinein.
Und die Freude am Fahren? Die holt sich BMW aus dem Motorenregal der aktuellen 7er-Reihe: 245-Diesel-PS und 507-Benzin-PS sollen zum Verkaufsstart Ende Jahr angeboten werden. Mit dem Dieselmotor soll der Vebrauch des GT sogar unter 7 Liter auf 100 Kilometer bleiben. Zudem bekommt der Neuling als erster BMW die 8-Gang-Automatik. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.02.2009, 10:01 Uhr
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5 Kommentare
BMW hat offenbar bei der Entwicklung des neuen 5er Grand Tourismo den heutigen Trend der "Normalen Autokäufers" noch nicht erkannt ansonsten könnten sie nicht ein solches Auto ernsthaft auf den Markt bringen. Ich denke BMW ist ab der Mittelklasse inklusive SUV sehr gut positioniert und braucht keinen neuen 5er GT. Was allen Deutschen Autohersteller fehlen sind Fahrzeuge mit alternativ Antrieben. Antworten
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Kurt Wiesler
Es ist doch jedesmal das gleiche, hier wird ein Auto vorgestellt, das sich sowieso nur ein paar privilegierte leisten können. Was soll also die ganze Aufregung. Liebe Autobauer baut doch endlich Autos die auch für Otto Normalverbraucher erschwinglich und bezahlbar sind. Antworten