Der schnellste SUV der Welt
Bodo Buschmann kann es einfach nicht lassen. Während selbst AMG-Chef Volker Mornhinweg von kontrollierter Effizienz redet und den Boliden aus Affalterbach ihre wüsten Trinksitten abgewöhnen will, giesst der Tuning-Professor noch ein Fässchen Öl mehr ins Feuer. Objekt der Begierde ist diesmal der GLK von Mercedes. Ein V12 mit 6,3 Litern Hubraum, Doppelturbo sowie atemberaubenden 750 PS und 1350 Nm machen den kleinen Kraxler aus Stuttgart zum schnellsten strassenzugelassenen Geländewagen der Welt. Denn geregelt von einer auf zumindest 1100 Nm vorbereiteten Fünfstufen-Automatik beschleunigt das Kraftpaket nicht nur in 4,2 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht in 12,8 Sekunden die 200er-Marke. Sondern wer genügend Mut im Herzen und eine lange Gerade vor Augen hat und den Fuss nur schön tapfer weiter aufs Bodenblech heftet, jagt wenig später mit 322,3 km/h durch die Lichtschranke. So schnell, behauptet zumindest Brabus, ist sonst kein Geländewagen, dem der TÜV seinen Segen erteilt hat.
Damit der Spurt gelingt, braucht es aber mehr als nur die schiere Kraft. Deshalb hat Brabus imposante Breitreifen auf 22-Zöllern aufgezogen, ein strammes Sportfahrwerk samt Hochleistungsbremsen montiert und vor allem an der Aerodynamik gefeilt. Nicht alle Schweller und Spoiler, die den GLK so breit und kräftig aussehen lassen wie Obelix nach dem Bad im Zaubertrank, sind deshalb für die Show allein montiert – ohne die nötigen Flügel liesse sich der Wagen jenseits von 250 km/h wohl kaum mehr auf der Strasse halten.
Lack und Leder für den Innenraum
Wie immer bei Brabus gibt es zum Kraftakt unter der Haube und dem Bodybuilding für die Karosse üppig Lack und Leder für den Innenraum. Der GLK V12 ist deshalb ausgeschlagen mit samtweichen Häuten, Karbon und Holzvertäfelungen, LED-Elemente in den Türschwellern sorgen für die richtige Lichtinszenierung, Sportspitze gewähren den nötigen Seitenhalt, und auf grossen Monitoren in den Rücklehnen der Vordersitze sieht der Nachwuchs Speedy Gonzales, während Papi kräftig auf den Pin drückt.
Dass der Wagen die geballte Unvernunft ist und bei artgerechter Haltung mehr verbrauchen wird als ein ganzes Dutzend Smarts, darf man Bodo Buschmann eigentlich nicht vorwerfen. Denn bei einem Nettopreis von rund 600'000 Schweizer Franken spült er bei jedem Vertragsabschluss allein immerhin über 45'000 Franken Mehrwertsteuer in die Gemeinschaftskasse. Jedoch wird das eher selten passieren. Nicht umsonst feiert der GLK V12 seine Premiere dort, wo Buschmann die meisten Kunden vermutet. Im Schlagschatten der Öltürme bei der Motorshow in Dubai. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.12.2009, 11:15 Uhr
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