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Der leider längst verstorbene US-Musiker Frank Zappa erklärte einst mit einem seiner vielen Bonmots: «Über Musik reden ist wie Architektur tanzen.» Obwohl man diese Aussage problemlos auch auf das Thema Sportwagen anwenden kann, zitieren wir hier in zufälliger Reihenfolge die wichtigsten Aussagen der Porsche-Macher zum neuen 911 auf, der ab Anfang Dezember auf die Strasse rollt: «Der 911 ist das Herzstück der Marke.» «Die Ur-Gene der Marke vereinen sich im 911 in höchster Konzentration.» «Mehr Präzision in allen Bereichen.» «Best in Class Performance.» «Der neue Porsche 911 ist der beste 911 aller Zeiten.»
Ab 119 800 Franken
Mit diesen und ähnlichen Aussagen hat Porsche diese Woche an der Los Angeles Auto Show und bei den Testfahrten in Kalifornien für die neuste Generation der Sportwagenikone getrommelt. Mit breiter Brust – schliesslich ist die Marke auf Rekordkurs. Nicht nur beim Absatz, sondern auch beim Ertrag. Doch das verdanken die Stuttgarter nicht etwa der Sportwagenikone, sondern dem – einst eher ungeliebten – SUV Cayenne. Er ist es, der auf fast allen Märkten zulegt und die Marke mit einem Plus von 63 Prozent nach zehn Monaten auf neue Höhen führt. Denn mehr als jeder zweite weltweit verkaufte Porsche war 2011 ein Cayenne. Für die PR-Leute in Stuttgart kein Problem: «Alle Autos, die Porsche baut, sind Sportwagen.»
So wie die Sportwagenikone 911, die in den vergangenen Monaten – mit Ausnahme der Schweiz (siehe Interview unten) – von der Überholspur abgekommen ist und nun in neuer Frische am Start steht: Anfang Dezember beginnt mit dem 911 Carrera (ab 119 800 Franken) und Carrera S (ab 137600 Franken) der Wechsel von der Baureihe 997 auf die Serie 991.
«Der schönste 911 aller Zeiten»
Viel Geld. Doch wer sich einen Porsche 911 kaufen will, lässt sich von solchen Zahlen nicht abschrecken. Ebenso wenig von den fast schon gebetsartig vorgetragenen Beteuerungen der Designer, der Neuling würde sich «auf den ersten Blick deutlich vom Vorgänger unterscheiden».
Das stimmt nicht. Und das ist auch gut so: Das Team um Designchef Michael Mauer hat dem 911 zwar neue Ecken und auch ein paar Kanten verliehen, aber der Neuling sieht aus wie ein 911. Wie ein sehr schöner und dynamischer 911. Denn der vergrösserte Radstand und die 5 Zentimeter mehr Länge strecken die Silhouette, die das Designteam mit dem flacheren Dach zusätzlich betont hat. Ausserdem wirkt der Elfer breiter und muskulöser als früher, weil die Schulterlinie unter den Fenstern stärker betont wird und die Spur vorne verbreitert wurde.
Dazu gibts natürlich einen grösseren Heckflügel, der wie gewohnt automatisch ausfährt, extrem flache Heckleuchten sowie neue Tagfahrleuchten. Die sind zwar sehr klar gezeichnet, geben aber zusammen mit den Lufteinlässen an der Front ein eher gewöhnungsbedürftiges, barockes Bild ab. Doch das ist Geschmacksache und Klagen auf hohem Niveau. Denn im Grunde sieht auch der neue 911 genauso aus wie der alte und alle vor ihm – schliesslich ist die Linie, die Ferdinand Alexander «Butzi» Porsche für den 901 gefunden hat, ein Heiligtum, an dem nicht gerüttelt wird. Und natürlich ist der neue Elfer – nicht nur für Mauer – «der schönste 911 aller Zeiten».
Innen sind die Veränderungen offensichtlicher, denn hier hat man sich von Panamera und Cayenne inspirieren lassen. Das ist zwar keine Schande, doch Puristen werden dem einst so spartanischen Cockpit nachtrauern.
194 Gramm CO -Ausstoss 2
Aber Puristen fahren ohnehin ein älteres Modell mit viel weniger PS. Und viel höherem Verbrauch. Denn obwohl der neue 911 in Länge und Breite wächst, die Motoren an Leistung zulegen und die Sprints noch schneller gelingen, geht der Verbrauch um bis zu 16 Prozent zurück. Im besten Fall ist das Coupé mit den beiden Notsitzen im Fond deshalb mit 8,2 Litern zufrieden. So sinkt der CO2 auf 194 Gramm pro Kilometer. Wie das? Der Einsatz von Aluminium hat das Gewicht gesenkt, zudem gibt es beim 911 nun StartStopp und Rekuperation für alle, und mit der Doppelkupplung PDK kann der Elfer segeln und schaltet im Leerlauf den Motor ab. Wer das manuelle Getriebe bestellt, kann sich dafür auf 7 Gänge freuen.
Egal ob Handschalter oder PDK: In allen Varianten steckt ein 6-Zylinder-Boxermotor im Heck. Das 3,4-Liter-Basisaggregat leistet nun 350 PS, im Carrera S kommt weiterhin die 3,8-Liter-Variante zum Einsatz – aber mit 400 statt 385 PS. Und wer mit dem «S» nie auf die Rennstrecke fährt, kann wenigstens beim Quartett punkten: 4,1 Sekunden für den Standardsprint sind eine Ansage.
So eindrücklich sich diese Daten lesen, so easy lässt sich der neue 911 bewegen. Alles passt, alles sitzt, und wer mit dem Gasfuss auf der Rennstrecke übertreibt, der wird von der Elektronik eingebremst. Das ist auch gut so. Denn die Mehrheit der Sportler soll wie bei den Generationen zuvor in den USA verkauft werden. «In unserer zweiten Heimat», heissts bei Porsche.
Dieter Liechti fuhr den neuen 911 am 17. November auf Einladung der Porsche Schweiz AG in Kalifornien. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 21.11.2011, 10:45 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



