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Im Smoking an die Sonne

Von Thomas Geiger. Aktualisiert am 20.10.2011

Ende Jahr rollt der frisch geliftete New Bentley Continental GTC auf die Strasse – mit 575 PS und für 290 250 Franken.

1/4 Als würde gerade eine schmucke Jacht gemächlich über den Comersee tuckern.
Bild: Bentley

   

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Er ist so schnell wie ein Supersportwagen, so edel wie eine Luxusjacht und so teuer wie eine kleine Eigentumswohnung – viel vornehmer als im Bentley Continental GTC kann man den Sommer kaum ausklingen lassen. Deshalb setzt die britische VW-Tochter ihre Kunden jetzt für Preise ab 290 250 Franken wieder an die frische Luft und reicht zum neuen Coupé das Cabrio hinterher.

Der offene Viersitzer sieht zwar auf den ersten Blick aus wie sein Vorgänger. Doch wer genauer hinschaut, erkennt die strengere Linienführung der weich gerundeten Alubleche, den sanfteren Bug und die neuen Scheinwerfer des Flaggschiffs Mulsanne. Aber vor allem gewinnt der Continental innen: Die schlankeren Sitze lassen mehr Platz für die Füsse im Fond, eine Nackenheizung verlängert die Open-Air-Saison, und die Navigations- und Unterhaltungselektronik ist wieder auf dem neuesten Stand.

575 PS und 700 Newtonmeter

Im Maschinenraum des rollenden Luftschlosses arbeitet dagegen auch weiterhin der W12-Motor der Wolfsburger Konzernmutter. Allerdings hat er bis auf die Zahl der Zylinder und die sechs Liter Hubraum mit dem Aggregat aus dem Phaeton kaum mehr etwas gemein. Beatmet von zwei Turboladern und jetzt noch einmal im Detail verfeinert, steigt die Leistung auf 575 PS. Gleichzeitig klettert das maximale Drehmoment auf 700 Nm und ist quasi zu jeder Zeit abrufbereit. Egal in welchen der sechs Gänge die Automatik gerade kaum fühlbar geschaltet hat, egal ab Stadtverkehr oder Autobahn: Kaum streichelt man auch nur sanft das Gaspedal, macht der Bentley einen Satz nach vorne und presst die Passagiere fest in die tiefen Lederpolster. Dabei klingt der Motor zwar so gelassen, als würde gerade eine schmucke Jacht gemächlich über den Comersee tuckern. Doch von diesem Sound darf man sich nicht täuschen lassen. Wer dem bulligen Briten die Sporen gibt, der merkt schnell, dass der GTC kein Lustschiff ist, sondern auch als Rennboot taugt: Immerhin schafft er den Sprint von 0 auf 100 in gerade einmal 4,8 Sekunden und gilt den Briten mit einer Höchstgeschwindigkeit von 314 km/h als eines der schnellsten Cabriolets der Welt.

Zwar kann es der GTC auf dem Papier mit jedem Supersportwagen aufnehmen und bewegt sich trotz seines Formats und des Gewichts eines ausgewachsenen Elefanten halbwegs leichtfüssig durch enge Kurven. Doch von der Sportlichkeit eines Ferrari und der adrenalingeladenen Aggressivität eines Lamborghini ist an Bord des Briten nichts zu spüren.

Lederfauteuils statt Rennschalen

Wo es Kraft im Überfluss gibt, muss man an Lack und Leder nicht sparen. Und bei 2,5 Tonnen Lebendgewicht spielen die paar Kilo für echte Hölzer, für die Klimazüge aus massivem Metall und das gute Dutzend Elektromotoren zum Beispiel für Nebensächlichkeiten wie den Gurtbringer nun auch keine Rolle mehr. Deshalb wirkt die luxuriöse Sitzgruppe wie eine Oase des Wohlstands im Auge des Orkans: Statt eingequetscht in dünne Rennschalen thront man im Bentley auf weichen Lederfauteuils und muss sich selbst auf der Rückbank nicht verbiegen. Wo sich im Gallardo bisweilen schon zwei Passagiere gefährlich nahe kommen, geniesst man hier die Landpartie tatsächlich zu viert. Und genügend Platz fürs Gepäck gibt es natürlich auch.

Dass das Auto ausgerechnet zum Jahreswechsel und damit nicht unbedingt zur besten Cabrioletzeit in den Handel kommt, tut der Freude keinen Abbruch. Erstens sind Klima- und Geräuschkomfort auch bei geschlossenem Verdeck über jeden Zweifel erhaben, zweitens gibt es kaum ein Cabrio mit einer eleganteren Dachlinie, und drittens stehen Menschen, die sich so ein Auto leisten können, ohnehin auf der Sonnenseite des Lebens.

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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.10.2011, 00:40 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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