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Für den Insignia fährt Opel sogar Sonderschichten

Kurzarbeit bei Opel? Von wegen. Wenn es um das neue Flaggschiff Insignia geht, läuft die Produktion in Rüsselsheim derzeit auf Hochtouren.

Opel Insignia Sports Tourer: Der neue, sportliche Kombi von Opel rollt diesen Monat zu Preisen ab 37'800 Franken an den Start.

Opel

Mit dem neuen Insignia Sports Tourer hat sich Opel von der Bezeichnung «Caravan» verabschiedet.

Mit dem neuen Insignia Sports Tourer hat sich Opel von der Bezeichnung «Caravan» verabschiedet. (Bild: Opel)

Schritt zurück in die gehobene Mittelklasse: Opel will mit dem Insignia verlorene Vectra-Marktanteile zurückerobern.

Schritt zurück in die gehobene Mittelklasse: Opel will mit dem Insignia verlorene Vectra-Marktanteile zurückerobern. (Bild: Opel)

Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist es, mehr (noch) nicht. Denn aus der grossen Krise fährt Opel auch mit seinem neuen Flaggschiff Insignia nicht. Immerhin setzen die Autobauer aus Rüsselsheim mit dem Vectra-Nachfolger ein deutliches Zeichen und beweisen, dass sie in der Mittelklasse selbst gegen die etablierte Premium-Konkurrenz gerade in diesen schwierigen Zeiten punkten können. Für die 4-türige Limousine und die 5-türige Fliessheck-Variante hat Opel seit der Markteinführung im Dezember bereits 75'000 Bestellungen verbuchen können. Und dementsprechend die Produktion noch im alten Jahr hochgefahren.

Eine Steigerung um 300 Prozent

Von morgens sechs Uhr bis kurz vor Mitternacht werden im Stammwerk Rüsselsheim täglich 800 Insignia gefertigt. Jetzt kommt der noch verheissungsvollere Kombi hinzu, zeitgemäss nicht mehr Caravan, sondern Sports Tourer genannt. Und würden sich die lange vor der Serienfertigung ausgehandelten Abmachungen mit allen Zulieferern kurzfristig ändern lassen, würden die Bänder in Rüsselsheim vielleicht sogar rund um die Uhr laufen. «Schon jetzt müssen sich die Kunden zwei bis drei Monate gedulden, bis sie ihren Insignia bekommen», so Christoph Bleile, PR-Chef von GM Schweiz. Nichts von Produktion auf Halde also. Mindestens 3600 Einheiten will Opel hierzulande bis Ende Jahr absetzen. Allein das käme im Vergleich zum Vorgänger einer Steigerung von 300 Prozent gleich.

Nicht auszuschliessen ist sogar, dass es für Opel noch besser kommt. Gerade in der Schweiz. Denn die Erfahrung lehrt, dass in der Mittelklasse betont sportliche, lifestylemässig ausgelegte Kombis – oder eben Sports Tourer – besonders gefragt sind. Vor allem dann, wenn sie auch über Allradantrieb verfügen.

In all diesen Belangen war Opel schon mit der Limousine, die radikal mit dem klobigen Vectra-Design brach, durch ihre schwungvolle Silhouette besticht und mit ihrer Fahrdynamik überzeugt, gut aufgestellt. Und jetzt gibt sich der Sports Tourer sogar noch eine Spur attraktiver. Auch variabler natürlich und von der Angebots-Palette her besonders bei den Motoren vielseitiger. Und sparsamer.

Durchgestylt bis ins Kombi-Heck

Gegenüber der Limousine hat Opel den Sports Tourer um acht Zentimeter auf 4,91 Meter gestreckt. Zwar blieb der Radstand unverändert bei 2,74 Metern, sodass die Fondpassagiere nicht über mehr Beinfreiheit verfügen. Dafür muss man beim Einsteigen den Kopf weniger stark einziehen – ein Handicap, das bei der coupéhaften Linienführung kaum vermeidbar war, den verlängerten Kombi allerdings nicht mehr betrifft. Dennoch wirkt sein Heck in keiner Weise aufgesetzt. Im Gegenteil: Die leicht nach aussen gewölbte Kofferraumklappe greift weit in die Flanken hinein, sodass die integrierten Rückleuchten auf die markante Schulter des Sports Tourer zu liegen kommen. Ein gelungener Wurf von Designchef Mark Adams und die Bestätigung dafür, dass Opel den Sports Tourer tatsächlich als eigenständiges Modell entwickelt hat.

Neu beträgt das Ladevolumen 540 Liter. Das sind zwar nur 10 Liter mehr als bei der Limousine, dafür lässt sich die Ladefläche bei umgeklappter Rückbank auf einer Länge von fast zwei Metern auf über 1500 Liter erweitern. Und das Beladen fällt nicht nur deshalb leicht, weil der Boden völlig flach ist und sich die elektronisch regulierbare Heckklappe extrem weit nach unten öffnet, sondern weil Opel auch ein ausgeklügeltes System zur Fixierung des Ladegutes anbietet.

Mit der Lancierung des Insignia Sports Tourer diesen Monat geht die Einführung einer Reihe innovativer Technologien einher, die selbst im Premium-Segment (noch) nicht alltäglich sind. Ein Beispiel dafür ist das adaptive Lichtsystem AFL, das sich der aktuellen Fahr- und Wettersituation anpasst und gleich 9 unterschiedliche Lichtkegel auf die Strasse werfen kann. Ausserdem erkennt der Insigna mittels Videokamera – Opel Eye genannt – Tempo-Limits und Überholverbote, die auf dem Display zwischen Tacho und Tourenzähler eingeblendet werden. Und für gute Sicht bei widrigem Winterwetter gibt es beheizbares Wischwasser.

So satt und vor allem selbstbewusst, wie der Kombi-Bruder des Auto des Jahres 2009 auf der Strasse steht, so fährt sich der in der Allrad-Konfiguration immerhin 1,8 Tonnen schwere Sports Tourer auch. Der Opel wirkt gut ausbalanciert und meistert kurvenreiche Strassen ohne Hektik. Wer es etwas sportlicher mag, kann über den Flex-Ride-Schalter auf der Mittelkonsole den Charakter des neu entwickelten Fahrwerks per Knopfdruck ändern. Dann werden die Federn spürbar härter, die Lenkung direkter, und die Automatik legt die Gänge weiter aus. So wird selbst bei eher heiklen Strassenverhältnissen die Reise zur angenehmen Sports Tour.

Sparsame Motoren, Preise für Sparer

Neben den sieben Motoren, die bereits bei der Limousine im Angebot stehen (vier Benziner mit einem Spektrum von 140 bis 260 PS, drei Diesel mit 110 bis 190 PS), feiern mit der Einführung des Kombi zwei neu entwickelte Aggregate Premiere, die für Opels Downsizing-Strategie stehen. So ersetzt der 1,6-Liter-Turbo-Benziner mit 180 PS das 2-Liter-Aggregat, der Bi-Turbo CDTi den bisherigen 3,0-Liter-V6. Der immerhin 190 PS starke Selbstzünder soll nicht mehr als sechs Liter auf 100 Kilometer verbrauchen, den CO2-Wert gibt Opel mit 159 g/km an. «Und selbstverständlich», merkt PR-Chef Bleile an, «erfüllen alle Motoren die Euro 5-Norm». Noch immer nicht erhältlich ist allerdings die bereits bei der Lancierung der Limousine versprochene Eco-Flex-Sparvariante.

Von Downsizing nicht die Rede sein kann bei den Preisen – sie bewegen sich bereits auf einem respektvoll tiefen, der wirtschaftlichen Situation angepassten Niveau. So wird der Sports Tourer im Vergleich zur 5-türigen Limousine nur 1300 Franken teurer. Das heisst: Die Basisversion (1,8 Liter Ecotec mit 140 PS, Frontantrieb und manueller 6-Gang-Schaltung) gibt es bereits ab 37'800 Franken. Der günstigste Diesel, der 2,0 Liter CDTi mit 110 PS, schafft es ebenfalls noch unter die 40'000-Franken-Marke.

Bei den Benzinern reicht die Preisspanne bis 61'300 Franken für die Top-Version der gesamten Baureihe, den 2.8 V6 Turbo mit 260 PS, Automat und Allrad. Der 2.0 CDTi Bi-Turbo mit 190 PS kommt in der höchsten von vier Ausstattungslinien auf 59'100 Franken zu stehen.

Peter Hegetschweiler fuhr den Insignia Sports Tourer am 11. März auf Einladung von GM Schweiz in Deutschland. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.03.2009, 11:11 Uhr

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5 Kommentare

Fabian Eggler

15.06.2009, 21:37 Uhr
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Lächerlich was Walter Lendenmann der Insignia wird bald mein 6 Opel und ich hatte niemals grössere Probleme mit meinen Autos!! Antworten


Felix Meyer

23.03.2009, 14:08 Uhr
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Ja, Opel hatte Probleme. Aber heute steht die Marke sehr gut da. Deutlich zuverlässiger als die Fahrzeuge der VW Gruppe zum Beispiel. Von den Franzosen oder den Italienern nicht zu sprechen. Auch die Dt. Autobild meldete: Opel ist die qualitativ beste deutsche Marke!. Nur hält sich die Vergangenheit 10 Jahre in den Köpfen. Bei Kritikern noch länger... Antworten


Bruno Keller

19.03.2009, 09:32 Uhr
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Seit Jahren fährt meine 4-köpfige Familie Opel. Wir haben wirklich noch keine grösseren Probleme gehabt und wir sind immer gut gefahren. Was Herr Lendenmann im untenstehenden Kapitel beschreibt tönt fast wie Rufmord. Wer vielleich die Autos statt mit dem Hirn mit den Lenden fährt und das mit kaltem Motor hat wirklich keine Ahnung vom Autofahren und ist selber Schuld wenn er Schäden riskiert. Antworten


Walter Lendenmann

15.03.2009, 19:26 Uhr
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Was bekommt man dazugeliefert ( 2 Ersatzmoren 5 Kühler 5 Wasserpumpen), bis jetzt immer nötig bei OPEL. Wie kann so ein Auto zum Auto des Jahres gewählt werden, OPEL hat in den letzten 20 Jahren nur SCHROTT geliefert. Und ein OPEL mit Allradantrieb, Ha Ha. Antworten


reto Stierli

14.03.2009, 18:32 Uhr
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Zitat aus einen internetforum:forum (http://www.motor-talk.de/forum/insignia-in-der-schweiz-artikel-im-tagesanzeiger-t2194595.html) "Das nennt man gut geschrieben - ohne in jedem zweiten Satz nur die Krise nach vorne zu heben. Daumen hoch - Schweitzer Journalisten haben es besser raus." Antworten



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