Klare Linien für ein klares Ziel
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Rundum gelungen: Der neue 5er von BMW verzichtet auf optische Effekthascherei und überzeugt mit seinem schlichten, sportlichen Design.
Foto: Vesa Eskola
Interaktiv-Box
«Dieses Modell hat eine enorme Wichtigkeit für uns», betonte BMW-Vorstand Herbert Diess diese Woche in Lissabon bei der Fahrpräsentation der neuen 5er-Reihe. «Das Auto ist von hoher strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung für die BMW Group.» In Zahlen: Seit der Premiere der ersten 5er-Reihe 1972 wurden in 5 Modellgenerationen mehr als 5,5 Millionen 5er produziert.
Und weil diese Baureihe so wichtig ist – gibt es auch unwichtige Baureihen? –, ist der neue 5er laut Diess «eine Limousine, wie ein BMW sein muss: dynamisch, elegant und effizient».
Schön aus allen Perspektiven
Über Dynamik braucht man bei einem BMW nicht zu diskutieren, über die Effizienz seit Einführung der Efficient-Dynamics nur noch selten. Doch das mit der Eleganz ist so eine Sache: Seit Chris Bangle mit seinen Werken das BMW-Design in den Fokus und vor allem in Frage gestellt hat, wird jeder neue BMW kritisch beäugt. Oft mit gutem Grund, wie der 5er GT unlängst bewiesen hat.
Doch das ist ein Auto für die Nische. Die 5er-Limousine nicht. Und darum schlagen die Bayern eine versöhnliche Linie ein: Charakterstark, selbstbewusst und sportlich sind Adjektive, die der neue Designchef Adrian van Hoydonck, nutzt um das Resultat seines Teams zu beschreiben. Das passt: Die Motorhaube erinnert mit ihrer leichten Pfeilform und tiefen Falzen an die Formel 1, Lichtkanten in der schlichten Flanke lassen die Limousine muskulös wirken. Egal aus welcher Perspektive – kein aktueller BMW ist optisch so uneingeschränkt gelungen wie der 5er.
Reiselimousine oder Sportgerät
Damit wird der deutsche Dreikampf in der
oberen Mittelklasse zwischen Audi (A6), Mercedes (E-Klasse) und dem neuen 5er frisch angeheizt. Dabei positionieren die Marken ihre Autos – bewusst oder unbewusst – weit auseinander: Der A6 gilt als Designobjekt, die E-Klasse als luxuriöser Gleiter, und BMW sieht den 5er als Sportler. «Denn er lässt sich fahren wie ein 3er», versprechen die Bayern.
Möglich wird das mit dem aus dem 7er abgeleiteten Fahrwerk, das vorne wie hinten auf neue Achsen setzt und weiter verfeinert wurde. Vor allem wer Dynamik-Optionen wie die adaptiven Dämpfer und die mitlenkenden Hinterräder bestellt, erlebt im 5er sein weiss-blaues Wunder: Mit der Schaltwippe auf dem Mitteltunnel von komfortabel auf sportlich getrimmt, wird wird bequeme Reiselimousine zum Sportgerät. Selbst die erste elektrische Servolenkung in dieser Klasse macht dabei eine gute Figur.
Apropos Figur: Das zusätzliche Plus an Länge – der 5er misst nun 4,9 Meter – und den üppigen Radstand spürt man in der zweiten Reihe nicht, da bleibt der neue 5er Mittelklasse. Dafür fühlt man sich am Steuer umso wohler: Das Cockpit wurde gegen den Fahrer geneigt, die Sitze sind topp und trotz seiner Länge ist der 5er sehr übersichtlich. Wer trotzdem Mühe hat beim Parkieren, lässt das vom elektronischen Parkassistenten erledigen.
Ohnehin hat der 5er eine ganze Armada Helfer an Bord: Spurhalte- und Spurwechselhilfe, der elektronische Blick in den toten Winkel, ein Nachtsichtsystem mit Fussgängererkennung oder eine Kamera, die Verkehrsschilder liest, sind zumindest gegen Aufpreis verfügbar.
Mehr Leistung, weniger Durst
Gestützt wird der sportliche Anspruch von den neuen Motoren. Nicht umsonst haben sie mit dem Generationswechsel in der Leistung allesamt zugelegt. Schon im Basismodell 523i kommt der 3 Liter grosse 6-Zylinder auf 204 PS, als 528i leistet er 258 PS und als 535i 306 PS. Wem das nicht genügt und die Zeit bis zum M5 zu lang ist, bekommt den 550i mit 407 PS. Auch die Diesel machen Dampf. Starten wird der 5er mit einem ebenfalls drei Liter grossen Sechszylinder, der als 525d auf 204 und als 530d auf 245 PS kommt.
Obwohl die auf Wunsch mit der neuen 8-Stufen-Automatik lieferbaren Motoren stärker sind und der 5er trotz erhöhten Aluanteils wieder schwerer geworden ist, geht der Verbrauch zum Teil um mehr als einen Liter zurück. So ist der sparsamste Benziner mit 7,6 und der genügsamste Diesel mit 6,1 Litern zufrieden. Theoretisch. Wirklich sparsam wird es allerdings erst im Sommer, wenn der 520d mit Schaltgetriebe und Start-Stopp-Automatik kommt. 184 PS stark soll er mit einem Verbrauch von 5 Litern das sparsamste Auto dieser Klasse werden – und in Genf steht wohl die Studie einer Hybrid-Version.
Und die Preise? Die liegen im Schnitt 1,54 Prozent über dem des Vorgängers. Den 523i gibts ab 62 600 Franken – Aufpreisskala nach oben endlos offen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Erstellt: 29.01.2010, 19:49 Uhr
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