Auto

Lounge in Lack und Leder

Von Thomas Geiger. Aktualisiert am 26.02.2011

Opel spielt am Internationalen Genfer Auto-Salon vom 3. bis 13. März mit dem Thema Zafira.

1/5 Auf die inneren Werte kommt es an: Das «Tourer Concept» von Opel macht mit liebevollen Details und seinem luxuriösen Interieur Lust auf den neuen Zafira.
Bild: Opel

   

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Von wegen Familienkutsche: Dieser Zafira ist für dreckige Kinderfinger, Pampers- pakete und das Mountainbike viel zu schade. Denn um die Messegäste ab kommender Woche beim Auto-Salon in Genf auf die dritte Generation der Grossraumlimousine einzustimmen, hat Opel seinen bisher so biederen (aber umso erfolgreicheren) Raumkreuzer in eine luxuriöse Lounge in Lack und Leder verwandelt, die (fast) jedem Maybach oder Rolls-Royce die Schau stiehlt.

Den besten Platz hat man in diesem Auto erstmals in der zweiten Reihe. Dort thronen die Passagiere auf weichen Fauteuils in Caramelbraun, für die sich die Opel-Designer von der Business-Class im Flugzeug inspirieren liessen. So kann man nicht nur auf Knopfdruck eine Fussstütze ausklappen, sondern zumindest im Stand auch die Kopfstütze rotieren lassen. Sie dreht sich dann um 90 Grad und wird zur bequemen Nackenstütze. Der Clou beim Zafira ist und bleibt aber das variable Sitzsystem, das nun noch einmal verbessert wurde und beim Showcar ebenfalls auf Knopfdruck funktioniert: Sobald die dritte Bank im Wagenboden verschwunden ist und der Mittelsitz in der zweiten Reihe zu einer bequemen Armlehne zusammengefaltet wurde, lassen sich die beiden äusseren Plätze ein bisschen nach hinten und nach innen verschieben – dann hat man im Zafira mehr Schulter- und Beinfreiheit als in jeder Luxuslimousine.

«Ort der Entspannung»

Aber bequeme Sitze allein garantieren noch kein Wohlfühl-Ambiente. Deshalb hat Opel auch elektronisch aufgerüstet, spendiert jedem Passagier ein iPad, das klapp- und drehbar an der Lehne des Vordersitzes prangt, und taucht den Innenraum in das Licht einer eingebauten Höhensonne. Unter dem grossen Panoramadach ziehen die Rüsselsheimer dafür eine zweite Scheibe ein, die von kaum sichtbaren Metallpartikeln durchzogen und mit LED-Technik beleuchtet ist. Drückt man aufs Knöpfchen, schicken die LEDs ihr Licht in mehreren Stufen dimmbar in die Scheibe, wo es von den Metallen wie von Micro-Spiegeln reflektiert wird und eine warme, sonnige Atmosphäre zaubert. «So haben wir die Idee einer Lounge auf ein Fahrzeug übertragen und eine automobile Wellnessoase geschaffen», sagt Designchef Mark Adams und schwärmt von einem «Ort der Entspannung und Erholung – egal, ob beim Businesstrip oder zum Relaxen auf einer langen Ferienreise.»

So faszinierend das Interieur der Studie ist, so vorhersehbar wirken Technik und Form. Den Antrieb teilt sich der Zafira genau wie das adaptive Fahrwerk mit auf Knopfdruck verstellbarem Charakter mit der Kombiversion des Astra, und das Design, für das sich Chef-Stylist Adams laut eigenen Aussagen von modernen Hochgeschwindigkeitszügen inspirieren liess, ist ein Best-of der aktuellen Modellpalette: Wie der Ampera hat auch die Studie Schweinwerfer wie Walrosszähne, die nach oben in den typischen LED-Lichthaken auslaufen. Wie der Insignia Sports Tourer verfügt er über eine markante Silhouette, und wie der Meriva hat er eine breite, glatte Heckpartie. Was man aber vergebens sucht am grossen Bruder des kleinen Bestsellers, sind seine Portaltüren. Wo die sich beim Meriva entgegen der Fahrtrichtung öffnen und so schön Platz machen zum bequemen Einsteigen, muss der Zafira mit normalen Klapptüren auskommen. Da waren den Designern wohl die Konstrukteure und die Buchhalter überlegen.

Rotstift gegen iPad

Die werden auf dem Weg von der Studie zur Serie sicher noch ein paar Worte mitreden und das «Tourer Concept» bis zur IAA-Premiere im Herbst wohl seiner edlen Leder, seiner vielen elektrischen Helfer und wahrscheinlich auch der ganzen iPads berauben. Selbst die Höhensonne im zweiten Glasdach dürfte nicht so einfach durchzuboxen sein. Eigentlich schade, doch für Familien eine gute Nachricht: Auch der neue Zafira wird wieder eine «Familienkutsche», die sich nicht vor dreckigen Fingern und Kinderkram fürchtet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.02.2011, 09:01 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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