Mit Stoffdach und Spar-Technik in den Sommer
Der Stoff aus dem die Träume sind: In Zeiten, in denen die meisten Cabrios als sogenannte Coupé-Cabrios mit versenkbarem Blechdach an den Start rollen, kann man mit einem schmucken Stoffdach-Cabrio eigentlich nichts falsch machen. Diese Gewissheit hegen derzeit auch die Audi-Verantwortlichen, während sie rechtzeitig zum Beginn der Openair-Saison im Mai die Premiere ihres dritten Cabrios vorbereiten. Denn auch wenn aus dem A4 dabei ein A5 wird, spricht alles für einen mehr als erfolgreichen Grand Ouvert.
Der Openair-Spass ist nicht billig
Die Preise für das offene Vergnügen beginnen im Prinzip bei 55'700 Franken. Doch weil das relativ nackte Basismodell mit 16-Zöllern und einem 160 PS starken 1,8-Liter-Motor erst im Herbst auf die Strasse kommt, müssen eilige Sonnenanbeter mindestens 61'650 Franken für den 2.0 TSI mit 180 PS anlegen.
Auf den ersten Blick scheint die Enthauptung des A5 für Techniker wie Designer eine leichte Übung – zumal Audi konsequent am Textilverdeck festhält und deshalb anders als etwa BMW beim Generationswechsel des Dreiers keine völlig neue Technik einstudieren muss. Doch hat sich die vornehme VW-Tochter trotzdem viel Mühe gegeben und reichlich Liebe zum Detail bewiesen: Mit 15 Sekunden fürs Schliessen und 17 Sekunden fürs Öffnen ist der A5 der schnellste Stripper unter der Sonne – und das nun sogar bis Tempo 50. Nebst dem Standard-Softtop in vier Farben gibt es ein optionales Akustikverdeck – beim S5 in Serie –, das das Geräuschniveau eines Hardtops erreicht. Nackenheizung verlängert Sommer ausserdem benötigt das serienmässig mit einer Elektrohydraulik bewegte Verdeck nun noch weniger Platz als früher: Lediglich 60 der 380 Liter Kofferraumvolumen gehen verloren, wenn die Insassen den freien Blick zum Himmel geniessen wollen. Und im Gegensatz zu den meisten anderen Cabrios muss man die Verdeckwanne nicht von Hand zurückklappen, wenn der Kofferraum wieder leer ist, sondern kann einfach im Auto sitzen bleiben. Wer mit den 350 Liter Laderaum eines VW Golfs auskommt, der kann deshalb auch mit einem geöffneten A5 in die Ferien fahren.
Ebenfalls von der Audi-Liebe zum Detail zeugen die neuen Sitze: Im Sommer verhindert eine spezielle Beschichtung des Leders, dass die Polster in der Sonne zu heiss werden, und im Herbst oder Frühling verlängert die bisher nur in Mercedes SLK und SL verfügbare Nackenheizung (ab diesem Jahr auch beim Peugeot 308 CC) nun auch bei den Bayern die Openair-Saison mit einem Schal aus warmer Luft. Zudem gibt es gegen Aufpreis eine Fernbedienung fürs Dach sowie serienmässig spezielle Seitenairbags, die auch den Kopf schützen, und Überrollbügel, die bei Gefahr hinter der rückbank hervorschiessen.
Motoren mit 160 bis 333 PS
In Fahrt bringen das wirkungsvoll versteifte und deshalb in jeder Situation völlig gelassene Cabrio im Prinzip dieselben Motoren wie das Coupé, die allesamt über Direkteinspritzung und zumeist auch über Turbolader verfügen. Starten wird das Programm im Mai mit einem 2,0 Liter grossen Vierzylinder mit 180 PS, der 219 km/h erreicht und im Mittel 7,4 Liter verbraucht (CO2: 164 g/km). Für 64'100 Franken gibt es diesen Motor auch mit 211 PS. Darüber rangiert für 75'050 Franken der 3,2-Liter-6-Zylinder mit 265 PS, der in 6,9 Sekunden auf Tempo 100 spurtet, 8,6 Liter verbraucht und 199 g/km CO2 ausstösst. Ausserdem gibt es zunächst zwei V6-Diesel: Für 67'450 Franken liefert Audi einen 2,7-Liter mit 190 PS und für 79'100 Franken steckt unter der Haube ein 3,0 Liter mit 240 PS. Der Verbrauch liegt bei 6,2 bis 6,8 Litern und der CO2 bei 164 und 179 g/km. Für Openair-Sparer kommt etwas später zudem ein 2-Liter-Diesel mit 170 PS, mit dem der Verbrauch auf 5,6 Liter sinkt.
Egal mit welchem Motor: Der offene A5 bewegt sich auf jedem Parket lässig. Klar, die rund 180 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem Coupé machen den beiden schwächsten Motoren zu schaffen, doch das Cabrio ist ja nicht zum racen da, sondern zum Cruisen.
Und wem das normale Programm nicht genügt, für den rollt Audi zu Preisen ab 95'300 Franken gleichzeitig den offenen S5 in die «Pole Position». Den Platz in der ersten Startreihe verdankt der Sportwagen nicht nur seinem eigenständigen Design mit neuem Grill, mehr Muskeln, den Spiegelkappen aus Metall oder der gehobenen Ausstattung, sondern vor allem dem neuen V6-Motor mit Direkteinspritzung und Kompressor: Der steigert die Leistung auf 333 PS und das maximale Drehmoment auf 440 Nm. So sprintet der S5 trotz Allradantrieb Quattro in nur gerade 5,6 Sekunden auf Tempo 100: Windschott hin oder her – im S5 braucht man schon einen guten Haarfestiger, damit die Frisur auch oben ohne noch sitzt.
Auch Audi mit Spar-Technik
Als Gebot der Stunde haben die Bayern auch die Sparsamkeit entdeckt und nutzen die Cabrio-Premiere zur Einführung der Start-Stopp-Technik, die zudem mit einem klugen Effizienztrainer im Bordcomputer kombiniert wird. Sowohl der 180-PS-Benziner als auch der Basis-Diesel gehen an der roten Ampel automatisch aus, sobald man in den Leerlauf schaltet und den Fuss von der Kupplung nimmt. Das ist zwar noch ein wenig ungewohnt, doch wo besser als in einem Cabrio kann man sich umstellen – schliesslich lässt sich die Stille nirgends schöner geniessen als unter freiem Himmel. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 09.03.2009, 12:05 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



