Opel macht den Insignia heiss – auf Eis

Von Peter Hegetschweiler. Aktualisiert am 12.12.2009

170?000-mal hat Opel sein neues Flaggschiff schon verkauft, jetzt propagieren die Rüsselsheimer den Insignia nach Sports Tourer
(im März) und OPC-Version (im Oktober) zum Jahresende auch noch als 4×4-Perfektionist.

Premium-Segment im Visier: Der Opel Insignia soll mit seiner Allradtechnik «neue Massstäbe» setzen – ab 49 250 Franken.

Opel

Dieser Befreiungsschlag ist Opel in der Tat bestens gelungen. Mitten in ihrer bislang grössten Krise haben die Rüsselsheimer Autobauer den Insignia vor exakt einem Jahr nicht nur als neues Flaggschiff, sondern zugleich als Hoffnungsträger auf den Markt gebracht. Und dabei alle Erwartungen übertroffen. Schon im März, also drei Monate nach der Lancierung des Vectra-Nachfolgers als 4-türige Limousine und als 5-türige Fliessheck-Variante, lagen 75 000 Bestellungen vor. Im Stammwerk Rüsselsheim wurden Sonderschichten gefahren – die Frage nach Kurzarbeit bei Opel erledigte sich von selbst.

«Konkurrenzloses» Angebot

Erst recht, als kurz darauf auch die Kombiversionen folgte. Zielte Opel mit der Limousine noch auf die eher konventionelle Mittelklasse mit VW Passat, Ford Mondeo oder Mazda6 ab, so stiegen mit dem durchaus freudvoll auf Lifestyle getrimmten Sports Tourer nicht nur die Erwartungen an, sondern auch die Ansprüche. Jetzt, so gab sich Opel-Chef Hans Demant optimistisch, könne man durchaus auch Audi und BMW ins Visier nehmen. Ein Argument, das die Rüsselsheimer erst recht ins Feld führten, als man im Oktober mit der OPC-Version nachlegte: 325 PS stark, 250 km/h schnell und zudem serienmässig mit adaptivem Allradsystem und elektronischem Sperrdifferenzial ausgestattet. Der OPC 2.8 V6 Turbo avanciert damit zum stärksten Serienfahrzeug, das in Rüsselsheim je vom Band gelaufen ist. Und das zu einem Preis, den der Opel-Vorstandschef für «konkurrenzlos» hält: 62 900 Franken für die Limousine, 65 000 Franken für den Kombi aus dem Opel Performance Center.

Knapp an der Grenze zur Premium-Mittelklasse will Opel sein Flaggschiff, bereits zum «Auto des Jahres 2009» gekürt, auch in den nächsten zwölf Monaten halten. Und weil gerade auf diesem Niveau innovative Technologiekonzepte besonders gefragt sind und sich auch bezahlt machen, forciert man derzeit in Rüsselsheim das Thema Allrad in besonderem Masse. 30 Prozent ordern den Insignia schon jetzt mit 4×4-Antrieb, das sind 5 Prozent mehr, als der gesamtschweizerische Markt mit Allradfahrzeugen insgesamt ausmacht. Und Opel prophezeit: Tendenz weiter steigend.

Opel will Massstäbe setzen

An diesem «Vorsprung durch Technik» wird in Rüsselsheim also mit gutem Grund weitergefeilt. Opel nimmt für sich jedenfalls in Anspruch, mit seinem adaptiven 4×4-Allradsystem, das im Insignia in Verbindung mit dem ebenfalls neu entwickelten Flex-Ride-Fahrwerk und der elektronisch-hydraulischen Lammellenkupplung zum Einsatz kommt, «neue Massstäbe» zu setzen.

Im Zentrum steht dabei die als Frühwarnfunktion ausgelegte Allradelektronik, die über drei Module in kritischen Situationen, etwa auf Schnee und Eis, alle Informationen an ein Steuergerät weiter- leitet. So vergehen in extremis 80 Millisekunden zwischen Erkennung und Reaktion und der aus beidem resultierenden Kraftverteilung an die Räder. Diese kann stufenlos von 0 bis 100 Prozent sowohl an die Vorder- und die Hinterachse als auch auf die einzelnen Räder der Hinterachse erfolgen. Dank hydraulischer Steuerung schneller als bei jedem mechanischen 4×4 Antrieb.

Ein «Frühwarnsystem»

So wirkt das Allradkonzept im Flaggschiff wie eine Art Frühwarnsystem, das reagiert, bevor der Lenker realisiert, dass er die Kontrolle verlieren könnte. Ein Beispiel: Nimmt man auf schneebedeckter oder gar eisiger Strasse beim Bergabfahren den Fuss zu spät vom Gas, so erkennt das System die Gefahr früher als der Mensch. Damit bleibt der Insignia auch beim Abwärtsfahren ein Allradauto, welches das durch die Gaswegnahme verursachte Bremsmoment so auf die Räder umleitet, dass es steuerbar bleibt. Und nicht über die Vorräder unkontrollierbar in die falsche Richtung schiebt.

Mit 220 PS ab 49 250 Franken

Diese von Opel weiterentwickelte Allrad-technik ist im Insignia ab 49 250 Franken für die Limousine und ab 51 850 Franken für den Sports Tourer zu haben. Dafür liefern die Rüsselsheimer den 2-Liter-Turbo mit 220 PS aus. In der Version 2.8 V6 und mit 260 PS kostet der Insignia 4×4 je nach Modell und Ausstattung zwischen 54 400 und 61 800 Franken. Ein 2-Liter-Diesel mit 160 PS soll im kommenden Frühjahr auf den Markt kommen und die Allrad- palette komplettieren. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.12.2009, 10:32 Uhr

[Alt-Text]
Aktuelle Autos auf car4you

Auto

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Auto

Tagesanzeiger.ch fährt BMW von

Telefonbuch

Marktplatz