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Dodge Circuit EV: Auf Probefahrt mit dem US-Stromer

Von Thomas Borowski, Genf. Aktualisiert am 06.03.2009 2 Kommentare

Während die US-Staatskasse von Chrysler um Finanzhilfe angegangen wird, zeigt dessen Tochter Dodge das Auto der Zukunft – das heisst Circuit EV und fährt nur mit Strom.

Unter Strom: Der Elektrosportler Dodge Circuit EV überzerugt mit seinem lautlosen Spurtvermögen.

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Bild: Chrysler

Aus Mangel an Sportwagen hat Dodge für den Circuit EV auf die Plattform des Lotus Europa zurückgegriffen.

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Feine Verarbeitung: Der Circuit bewährt sich auch im Alltag. Ob das Elektroauto in Serie geht, ist noch ungewiss.

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Douglas Quigley ist stolz. Sehr stolz. Man sieht dem Entwicklungschef des Elektro-autos Dodge Circuit EV – EV steht für Electric Vehicle – an, dass ihm trotz eisiger Bise beim Anblick seines gelben Babys warm ums Herz wird. Denn das kurvt gerade lautlos über einen abgesteckten Rundkurs in der lärmigen Anflugschneise des Genfer Flughafens. Eine Handvoll ausgewählter Journalisten erhält hier die Möglichkeit, einen der vier von Dodge bisher gebauten Circuit-Prototypen zu fahren. «Eine Europapremiere», so Quigley. Denn bisher zeigte Dodge seine elektrisch betriebene Zukunftsvision einzig an der North American International Auto Show (Naias) im Januar in Detroit. Damals ging die Circuit-Weltpremiere ob der drohenden Insolvenz von Chrysler beinahe unter. Eigentlich schade, denn wie die Fahrt am Rande des Genfer Auto-?Salons zeigt, erweist sich der gelbe Elektroflitzer als echtes Spassmobil mit hoher Alltagstauglichkeit.

Aus Mangel an eigenen Sportwagenkarosserien hat sich Dodge für den Circuit beim englischen Hersteller Lotus bedient. Dessen nur 995 Kilogramm schweres Sportcoupé Europa mit Kunststoffkarosserie dient mit veränderter Front- und Heckpartie als Circuit-Basis. «Wir haben den Mittelmotor von Lotus durch einen 200 Kilowatt starken Elektromotor und leistungsstarke Lithium-Ionen-Batterien sowie durch ein Kontrollsystem ersetzt», erklärt Quigley. «Dieses System bringt die 268 PS auf die Hinterräder und speichert die Bremsenergie in den Akkus.» Nur ein knappes Jahr habe Dodge für diese Entwicklungsarbeit gebraucht. Zeit, die gut investiert wurde.

Öko-Sportler mit Sprinterfähigkeiten

Denn wer im mit Leder ausgestatteten Cockpit Platz nimmt, den Zündschlüssel dreht und auf den Drive-Knopf drückt, erfährt beim anschliessenden Tritt aufs Gaspedal ein echtes Aha-Erlebnis: Der Öko-Sportler schiesst mit kaum hörbarem Surren davon und beschleunigt fulminant. Sein erster und einziger Vorwärtsgang arbeitet ohne Zugunterbrechung und presst den Fahrer in den Schalensitz. Der kurze Rundkurs lässt die von Dodge angegebene Spitzengeschwindigkeit von knapp 200 Stundenkilometern nicht knacken. Doch spürt man hinterm handlichen Sportlenkrad, dass der Circuit EV den Sprint von 0 auf Tempo 100 locker in weniger als fünf Sekunden schafft. Tritt man auf die Bremse, fliesst die kinetische Energie in Form von Strom zurück in die Batterien. Das alles bei null Emissionen, einer Reichweite mit vollen Akkus von bis zu 322 Kilometern und einer Batterieladezeit an der Steckdose von nur wenigen Stunden.

Serien-Stromer schon ab 2010?

Er habe zu Hause in den USA eines der Circuit-Elektroautos beinahe täglich im Einsatz, sagt Quigley, und das Auto bewähre sich im Alltag bestens. Ob dieses Privileg bald einer breiten Masse zuteil wird, auf diese Spekulation will sich der Entwicklungsingenieur in Genf nicht einlassen. Laut Chrysler wolle man aber alles daransetzen, bereits 2010 das erste Serienfahrzeug mit Elektroantrieb auf den Markt zu bringen. So ist die Fahrt mit dem Dodge Circuit EV denn auch als Zeichen zu verstehen, dass es die Amerikaner trotz Krise mit der Zukunft aufnehmen wollen. Bereit dazu scheinen sie heute schon zu sein. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.03.2009, 14:56 Uhr

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2 Kommentare

Mike Huber

06.03.2009, 13:29 Uhr
Melden

Nur ein Jahr Entwicklungszeit!? Wenn man etwas wrklich verändern will, ist sehr viel möglich. Aber zu spät! Vielleicht hätten die Amischlittenbauer halt viel früher in diese Richtung gehen sollen, statt auf jahrzehnte lang auf tonnenschwere innovationslose Benzinfresser zu bauen. Und jetzt schiebt man Ihnen als Dank noch Milliarden $ in den Tank, der ja sowieso früher oder später explodieren wird. Antworten


Mike Hugentobler

08.03.2009, 11:15 Uhr
Melden

Und wie stellt sich der Herr das vor?Die "Amischlittenbauer"(das mit Benzinfresser und Innovationslos ist übrigens nicht wirklich die Wahrheit,das weiss jeder der sich mit Autos etwas auskennt) haben schon vor Jahren solche Fahrzeuge entwickelt,aber keiner hätte sie gekauft,weil unter anderem die Infrastruktur nicht vorhanden ist/war.So wie es jetzt aussieht werden die letzten die ersten sein. Antworten



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