Mercedes SLS AMG: Der neue deutsche Superstar?

Von Dieter Liechti und Thomas Geiger. Aktualisiert am 15.09.2009 1 Kommentar

Legenden leben länger. Das weiss man auch bei Mercedes. Darum soll das Comeback des Flügeltürer SLS der Marke mit Stern ein sportlicheres Image verleihen. Das wird gelingen.

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Legendär: die Flügeltüren des Supersportlers.
Mercedes

   

AMG-Eigenentwicklung

Mit dem SLS rückt AMG ins Feld der (halbwegs) bezahlbaren Supersportwagen auf, und löst sich auch von der Marke Mercedes. Denn anders als die bisherigen AMG-Sportler teilt der SLS keine nennenswerten Komponenten mit der Grossserie und gilt als erste Eigenentwicklung. Gebaut wird bei AMG nur der Motor, die Karosserie und das Gesamtfahrzeug montiert Mercedes in Sindelfingen.

Back to the Future: Mit dem Blick zurück auf den legendären Mercedes 300 SL, soll der neue SLS AMG zum Sportwagenhighlight der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt werden, die am 17. September ihre Tore öffnet.

Die Chancen stehen gut. Sehr gut sogar: Obwohl die Stuttgarter schon vor Monaten viele Details und Bilder des getarnten SLS gezeigt haben, sorgen die am Donnerstag veröffentlichten Fotos des Serienautos in Deutschland für Aufregung unter den Autofans und Autoprofis. «Ganz ehrlich: Dieses Auto ist schöner als alle Skizzen, Bilder und Erlkönig-Fotos es je ahnen liessen», jubiliert etwa Journalist Jörg Maltzan in der «Auto-Bild», notabene der grössten Fachzeitung im deutschsprachigen Raum. «Sein Design ist schlicht zum Niederknien. Der SLS ist ein überfälliger Überflieger. Er ist der neue Superstar.»

«Eine neue Designikone schaffen»

Da schwingt zwar eine gute Portion Nationalstolz mit, doch mit dem neuen Supersportler ist den Schwaben wohl tatsächlich ein grosser Wurf gelungen. Zwar zitiert der SLS mit seinen Flügeltüren den womöglich berühmtesten «Flügelschlag» der Automobilgeschichte. Doch mit dem Begriff «Retro» hat AMG-Chef Volker Mornhinweg nichts am Hut. «Wir haben auf eine alte Idee zurückgegriffen und diese neu interpretiert», sagt er. Und verweist auf ein Design, das alles andere als nach hinten gewandt ist: Die Scheinwerfer scharf geschnitten, die Motorhaube von markanten Falzen durchzogen, der Bug breit und das Heck kurz, ist der Silberpfeil voll auf Zukunft programmiert.

«Das Design des SLS AMG ist nicht nur wegen der Flügeltüren etwas ganz Besonderes», schwärmt auch Designchef Gordon Wagener. «Wir wollen eine neue Design-Ikone schaffen, die neben Mercedes-Modellen wie etwa dem CLS oder dem SL den unvergleichlichen Mythos unserer Marke prägt.»

In 3,8 Sekunden auf Tempo 100

Vom Klassiker aus den Fünzigern, der zu den begehrtesten Oldtimern der Marke zählt, übernimmt der SLS auch die Idee des Leichtbaus: Rahmen und Karosserie werden deshalb komplett aus Aluminium gefertigt, die Kardanwelle lässt Mercedes aus Karbon backen, und auf Wunsch stecken in den grossen Rädern Bremsscheiben aus Keramik. So sinkt das Leergewicht gegenüber einem normalen SL um 20 Prozent auf 1620 Kilo.

Zudem haben die AMG-Techniker den hauseigenen Achtzylinder noch einmal überarbeitet, die Leistung des Saugers auf 571 PS und das maximale Drehmoment auf 650 Nm gesteigert. Das ermöglicht den Spurt in 3,8 Sekunden auf Tempo 100, und Schluss ist erst bei 317 km/h. Trotzdem soll der SLS mit einem Verbrauch von rund 13 Litern halbwegs sozialverträglich bleiben. Ausserdem nimmt AMG den Kritikern den Wind aus den Segeln, weil noch vor der Premiere auch eine Elektrovariante angekündigt wurde (der «Tages-Anzeiger» berichtete). Mit 533 PS soll sie beweisen, dass Vernunft und Vergnügen auch auf der Rennstrecke kein Widerspruch sein müssen.

Einstandspreis 177'310 Euro

Kurz vor der Messe hat Mercedes aber nicht nur das finale Design enthüllt, sondern auch den Preis verraten und damit für die eigentlich grösste Überraschung gesorgt: Denn mit 177'310 Euro ist der von Gordon Wagener als «Traumwagen des 21. Jahrhunderts» bezeichnete SLS überraschend günstig. Das hat für AMG-Chef Mornhinweg strategische Bedeutung: Er will mit dem SLS nicht nur dem Besitzer Fahrspass bieten, sondern die gesamte Marke aufwerten. «Darum muss dieses Auto auf die Strasse und nicht als Exot in eine Sammlung.»

Auch wenn die Begehrlichkeit mit dem vergleichsweise günstigen Preis wächst – bei uns wird der SLS rund 300'000 Franken kosten –, müssen Fans warten: An den Start rollt der SLS im Frühjahr, und die Liste der Käufe wird stündlich länger. Ein erster Erfolg für den neuen Superstar! (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.09.2009, 12:19 Uhr

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1 Kommentar

Ronnie Zellweger

16.09.2009, 00:44 Uhr
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Zweifellos ein supertoller Wagen, nur leider nicht ganz mein Budget. Glücklicherweise gibt es Leute, welche sich solche Toys leisten können. Es erhöht die Chancen für Normalsterbliche wie mich, vielleicht mal so ein Geschoss in Natura auf unseren Strassen sehen zu dürfen. Antworten



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