So könnten die neuen Porsches aussehen
Von Dieter Liechti. Aktualisiert am 06.10.2009
«Wir können uns viel vorstellen. Ein Porsche muss aber immer das sportlichste Angebot seiner Klasse sein. Wichtig ist aber auch, dass unsere aktuellen Modelle von zusätzlichen Fahrzeugen nicht kannibalisiert werden. Hier müssen wir mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen. Für uns macht das nur Sinn, wenn es Porsche einen Mehrwert bringt». Mit diesen Worten beantwortete der neue Porsche-Vorstandsvorsitzende Michael Macht die Frage des deutschen Fachmagazins «Auto, Motor und Sport», ob ein kleiner Geländewagen unterhalb des Porsche Cayennes und ein Roadster unterhalb des Boxsters kommen werden.
Das ist zwar kein «Ja», aber auch kein Dementi. Denn auf die Frage nach einem Klein- oder Kleinstwagen gab sich Macht im selben Interview sehr konkret. «Darüber machen wir uns im Moment keine Gedanken», so der Wiedeking-Nachfolger. «Wir dürfen uns auch nicht verzetteln. Ansonsten würden wir unsere Exklusivität und unser starkes Image aufs Spiel setzen.»
Porsche Schweiz dementiert
Die Gerüchte um die beiden neuen Porsches wurden übers Wochenende von der «Automobilwoche» angeheizt. Laut der Branchen- und Wirtschaftszeitung soll Porsche-Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer entsprechende Pläne bestätigt haben. Davon will man bei Porsche heute aber nichts mehr wissen. PR-Managerin Jolanda Eggenschwiler dementierte auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz: «Unsere Abklärungen in Stuttgart haben ergeben, dass Wolfgang Dürheimer nie solche Pläne bestätigt hat. In dem Gespräch mit einem Reporter der Zeitung hatte er ausschliesslich bestätigt, dass Porsche von Zeit zu Zeit ein Fahrzeug unterhalb der Baureihe Boxster prüfe.» Bis jetzt offenbar ohne Erfolg. «Man kam immer zum Schluss, dass ein solches Projekt nicht ohne Partner realisiert werden kann», heisst es bei der Porsche Schweiz AG weiter.
Doch die Zeiten ändern sich: Seit der Übernahme durch den VW-Konzern sind für Porsche genügend Partner im eigenen Haus vorhanden. Und speziell bei Audi und VW wird an zwei Autos gearbeitet, die bestens ins Porsche-Portfolio passen würden: der sportliche Kompakt-SUV Audi Q3 und der kleine Roadster VW Concept BlueSport.
VW mit Hinterradantrieb
Während die Produktion des Audi Q3 – er wird als kleiner, sportlicher SUV (Sport Utility Vehicle) die Familie aus Audi Q5 (Produktion in Ingolstadt) sowie Audi Q7 (Produktion in Bratislava) ergänzen – schon 2011 mit einer jährlichen Kapazität von bis zu 80'000 Einheiten im spanischen Martorell startet, handelt es sich beim Roadster BlueSport nur um eine Studie. «Die Symbiose aus herausragender Technologie und zeitlosem Volkswagen-Design macht dieses Auto zu einem Ausnahme-Sportwagen. Die Form ist klar und auf das Wesentliche reduziert; der Karosseriekörper selbst ist schlank und linear aufgebaut», freute sich VW-Chefdesigner Walter de Silva bei der Weltpremiere im Januar in Detroit.
Besonders interessant: Der offene Concept Car von VW – sonst nur mit Vorderrad- oder Allradantrieb unterwegs – verfügt über einen Hinterradantrieb. Wie der Boxster. Auch das würde bestens zu einem neuen, kleinen Porsche passen. Und wie sagte doch Porsche-Chef Michael Macht am VW-Konzernabend vor der IAA: «Auch wenn man Synergien nutzt, kann sich jede Marke eigenständig weiterentwickeln.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.10.2009, 10:11 Uhr
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