Auto

Steve Saleen - Comeback auf der Überholspur

In der letzten Zeit war es ein bisschen ruhig geworden um Steve Saleen. Doch jetzt startet der berühmte US-Rennfahrer und noch berühmtere Sportwagenhersteller wieder durch: Mit dem schärfsten US-Trio, das es je gegeben hat. Und das ist nur der Anfang.

1/6 Der diabolische Dodge ist die Speerspitze eines ambitionierten Tuning-Programms, zu dem in diesem Frühjahr auch noch der Ford...
Bild: Thomas Geiger

   

Eine Automeile irgendwo im Südosten von Los Angeles: Leere Parkplätze, trübe Scheiben, verstaube Hallen – die PS-Krise hat tiefe Spuren hinterlassen. Nur ganz hinten am Ende der Wardlow Road von Corona tobt seit ein paar Monaten wieder das volle Leben. Dort residiert seit Anfang letzen Jahres SMS Supercars, die neue Firma von Steve Saleen. Und wie ernst es der Vollgas-Legende mit ihrem Comeback ist, kann jeder hören, wenn der schnelle Steve und seine Mitarbeiter auf Testfahrt gehen. Denn sobald in der weissen Halle jemand den Zündschlüssel dreht, verstummen die Gespräche und in den Büroblocks ringsum stürzen die Schreibtischtäter ans Fenster.

Scharfes Tuning-Trio - Challenger, Mustang und Camaro

Nein, es landet kein Jumbojet auf der Strasse, sondern es startet ein roter Teufel: Mit ohrenbetäubendem Lärm schiesst ein flammender Challenger aus der Halle, den Saleen vom braven Ponycar zum wilden Rennpferd aufgerüstet hat. Der diabolische Dodge ist die Speerspitze eines ambitionierten Tuning-Programms, zu dem in diesem Frühjahr auch noch der Ford Mustang und der Chevrolet Camaro stossen werden – jeder mit mindestens 450 PS und einem Blick, der selbst die Highway-Patrol erschauern lässt.

Schrittmacher der drei heissen Eisen ist Saleens selbst entwickelter Kompressor, der mittlerweile in die achte Generation geht. Er hat nicht nur einen Klang wie ein Düsentriebwerk beim Start und macht den Motoren mit bis zu 32 Kubikmetern der in sechs beschichteten Lamellenwalzen gekühlten Luft pro Minute mächtig Dampf, sondern er sieht obendrein verheissungsvoll aus. Denn zu dem auf Wunsch polierten Gehäuse für den von einem eigenen Riemen angetriebenen Lader gibt es in jedem Fall sechs grosse Löcher in der aufgeworfenen Motorhaube, durch deren Butterfly-Klappen der Supercharger seine Luft zieht.

Der Challenger ist der erste und stärkste Spross des Trios. Als 570X kommt sein Hemi-V8 nach dem Krafttraining bei Saleen auf bis zu 700 PS und eindrucksvolle 880 Nm, mit denen man die schwarzen Streifen der 20-Zöller auf der Strasse bei geschickten Spiel mit Gas und Kupplung fast bis zum Horizont ziehen kann. Den Sprint auf Tempo 100 jedenfalls schafft er in etwa vier Sekunden, während es einem am Steuer in den Sitz presst wie Tom Cruise beim Dreh zu Top Gun. Und das Spitzentempo reicht auf einem US-Highway mit Sicherheit für lebenslänglich.

Aber der Kompressor ist nicht das einzige Teil, das die zurzeit noch 50 und schon bald 100 Mitarbeiter in Saleens Hallen nachrüsten, wenn sie den Muscle-Cars die Muskeln stählen. Im Gegenteil: Wer zum Beispiel für 92 550 Dollar den 570X bestellt, bekommt vom Original nur noch die Türen, die Scheiben, das Dach und ein weitere andere Blechteile: Motor, Fahrwerk, Bremsen und sogar die Kupplung wurden modifiziert, und aus der lustlosen Plastiklandschaft im Innenraum wird ein aktuelles Sportstudio in Lack und Leder – bis hin zur Saleens Unterschrift auf dem Armaturenbrett, die jeden der von 1 bis 500 durchnummerierten Challenger, Mustang und Camaros zum Original macht.

Gute Aussichten für Europa

Darauf können sich nicht nur die Schnellfahrer in Amerika freuen. Obwohl Saleen derzeit schon daheim mehr Challenger verkauft, als Chrysler in der Krise liefern konnte, will er sein Trio infernale auch exportieren: «Die Verhandlungen liegen in den letzten Zügen. Wahrscheinlich gibt es die Autos schon ab dem Sommer auch in Europa», verspricht der Chef beim Werksbesuch.

Doch sind Challenger, Mustang und Camaro für Saleen nur das Vorspiel. Der Mann, der jede Rennstrecke wie seine Westentasche kennt, für Ford die Neuauflage des GT produzierte und mit dem selbst entwickelten Tiefflieger S7 schon einmal die Überholspur dominiert hat, will mittelfristig wieder ganz vorn in die Pole Position – natürlich wieder mit einem eigenen Auto. Wie genau der intern als S8 geführte Wagen aussehen und wann er kommen wird, das will der Mr. Saleen noch nicht verraten, obwohl das Design angeblich längst fertig ist und auch die Technik steht. Oder doch? «Wie soll ein Supersportwagen schon sein?» fragt er mit einem verschmitzten Grinsen im bärtigen Gesicht: «Super natürlich, und auf jeden Fall schön schnell». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.03.2010, 12:15 Uhr

[Alt-Text]
Aktuelle Autos auf car4you

Auto

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokale Suche

Marktplatz