Chianti statt Coca-Cola
Von Thomas Geiger, Dieter Liechti. Aktualisiert am 01.02.2011
Mit dem Lancia Delta und seinem aufgesetzten Chrysler-Gesicht haben sich die Italiener wohl keinen guten Dienst erwiesen. Doch nun sind die Zeiten der Spielereien offenbar endgültig vorbei. Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht – oder eben amerikanische Autos mit italienischem Logo und Ambiente.
Denn was bis gestern noch als Journey beim Dodge-Händler stand, feiert jetzt sein Comeback als Freemont bei den Italienern. Damit zeigt die Übernahme der Amerikaner durch den Fiat-Konzern auch auf dem europäischen Markt erste ernsthafte Wirkung, und für die Kunden gibt es mehr Chianti statt Coca-Cola.
Der geräumige Van, der seine Weltpremiere Anfang März auf dem Genfer Salon feiert, ersetzt nicht nur den Journey der Amerikaner, sondern er fährt auch im Windschatten des noch gemeinsam mit Peugeot und Citroën konstruierten Ulysse, von dem in der Schweiz im vergangenen Jahr gerade noch 60 Exemplare verkauft worden sind.
Neue Motoren von Fiat
Während das Design und die Masse in den Grundzügen unverändert bleiben, beginnt auch unter der Haube eine neue Zeitrechnung. Denn statt der alten und rauen Pumpe-Düse-Dieselmotoren, die Chrysler noch bei VW eingekauft hatte, kommen zum Start – wohl nach den Sommerferien – 2 aktuelle Common-Rail-Aggregate mit 140 und 170 PS von Fiat (FIAT 3.98 4.63%) zum Einsatz. Damit man die «Amifans» nicht vollends vergrämt, kommt der Freemont später nach alter Väter Sitte auch mit einem 3,6 Liter grossen V6-Motor, der 276 PS auf die Vorderachse bringt. Und noch etwas übernehmen die Italiener von den Amerikanern: die Option auf den Allradantrieb, die es für den Benziner und den starken Diesel geben wird.
Völlig neu wird das Interieur: «Modernes Design und Soft-Touch-Materialien» versprechen die Italiener. «Besonders ins Auge fallen das umgreifende Armaturenbrett mit Chromelementen, die neue Instrumententafel und das E-Infotainment-System mit grossem Farb-Touchscreen.»
Der Freemont wird nur in zwei Ausstattungsvarianten angeboten. Bei beiden ist das Ausstattungsniveau laut den Italienern ausgesprochen hoch. Was der grosse Fiat mit US-Wurzeln kosten wird, steht noch nicht fest. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.01.2011, 10:48 Uhr
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