«Die Porsche-Dichte in der Schweiz ist sehr hoch»
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Stephan Altrichter, Sie kamen von New York über Berlin ins beschauliche Zug. Wie haben Sie diesen Kulturschock verdaut?
?Das war für mich kein Kulturschock. New York und Berlin sind sehr multikulturelle Städte, und auch die Schweiz vereint auf kleinem Raum unterschiedlichste Kulturen. Ich fühle mich hier sehr wohl.
Aber wie unterscheiden sich die Schweizer Porsche-Kunden von den Kunden in Deutschland??
Einen Vergleich mit Deutschland möchte ich nicht ziehen: Die Schweiz ist einzigartig, und unsere Marke hat viele Fans. Hier wird Porsche gelebt, ob bei Fahrtrainings, Oldtimer-Veranstaltungen, auf der Rennstrecke oder in den Porsche Clubs.
Oft wird der Schweizer Automarkt wegen seiner «Neutralität» als ganz «besonders wichtiger Testmarkt» bezeichnet. Ist das so, oder sind das für Sie nur nette Floskeln?
Für mich ist die Schweiz kein Testmarkt, sondern ein sehr wichtiges Marktgebiet. Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Porsche-Dichte mit knapp 30 000 zugelassenen Autos in der Schweiz sehr hoch, und die Porsche-Historie und die Porsche-Tradition spielen hier eine grosse Rolle.
Porsche musste 2009 heftige Einbussen in Kauf nehmen, erholte sich 2010 und hat jetzt nach 10 Monaten das zweitbeste Resultat aller Zeiten bei den Verkäufen in der Schweiz erreicht. Können Sie zaubern?
Das ist ja keine One-Man-Show! Der aktuelle Erfolg basiert einerseits auf der sehr guten Zusammenarbeit mit unseren Händlern, andererseits auf unserer aktuellen Produktepalette und der angebotenen Qualität.
Betrifft Porsche Schweiz sogar das bisherige Rekordjahr von 2007 mit 2159 verkauften Autos??
Das werden wir Ende Jahr sehen. Jetzt liegen wir im Vergleich zum Vorjahr deutlich vorne. Ich spreche hier von einem Plus von über 20 Prozent. Damit weisen wir im Premiumsegment momentan die höchste Zuwachsrate auf.
2008 hat sich Porsche vom lang jährigen Schweizer Importeur, der Amag, gelöst. Mittlerweile gehört Porsche wieder zur Volkswagen Group. Bleibt Porsche in der Schweiz eigenständig?
Warum nicht?
Weltweit ist der Cayenne die klare Nummer 1 vor dem Panamera. Doch?in der Schweiz hat Porsche in den ersten neun Monaten des Jahres nur halb so viele Panamera verkauft wie 911er. Mögen die Schweizer den Gran Turismo nicht, oder zeigen sie vielmehr Treue zum Klassiker 911??
Wir sind sehr zufrieden mit den Verkäufen des Panamera. Aber der 911 ist nach wie vor unser Klassiker, und wir konnten in der Schweiz trotz dem bevorstehenden Modellwechsel sehr viele Fahrzeuge ausliefern. Einen grossen Anteil hatten hier die Modelle 911 Carrera GTS und das Sondermodell 911 Black Edition.
Und im Dezember steht die neuste Generation des 911 Carrera am Start. Was erwarten Sie von diesem Auto für die Schweiz?
Die neue Generation des 911 Carrera ist ein noch attraktiveres Angebot im Sportwagensegment. Daher gehen wir davon aus, dass die guten Zahlen des 911 im kommenden Jahr übertroffen werden.
Wie viele Vorbestellungen sind schon für den 911 Carrera eingegangen??
Ich kann derzeit einfach bestätigen, dass die Nachfrage ausgesprochen gross ist.
Und was kann der neue 911 besser als sein erfolgreicher Vorgänger??
Unsere Ingenieure haben die Sportwagenikone in jeder Hinsicht weiter verbessert. Im Design, im Fahrverhalten und vor allem auch im Verbrauch haben wir einen Quantensprung geschafft. Der neue 911 legt die Messlatte bei Performance und Effizienz noch einmal höher.
Was heisst das konkret?
Alle Versionen kommen mit deutlich weniger als 10 Liter Benzin auf 100 Kilometer aus. Im Vergleich zum Vorgänger sinken Verbrauch und Emissionen bei der neusten Generation um bis zu 16 Prozent. Und das bei verbesserten Fahrleistungen. Das ist Porsche. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 18.11.2011, 23:02 Uhr
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