Ford-Designer, die tun was
Artikel zum Thema
- US-Autohersteller Ford ruft 1,1 Millionen Pickups zurück
- So sparsam, schön und intelligent kann Luxus sein
- Kleines Kind einer grossen Familie
- Männerwelt mit Ladies Corner
Stichworte
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Ford (F 10.15 -1.65%) entwickelt eine neue Designsprache: Gut fünf Jahre, nachdem der Konzern mit dem Iosis sein Kineticdesign eingeführt hat, dreht Stilführer J Mays das Rad jetzt wieder ein Stück weiter und gibt seinen Modellen einen neuen Look, der erstmals auch weltweit funktionieren soll. Wie der aussehen könnte, zeigt die Studie Evos, die in zwei Wochen auf der IAA in Frankfurt enthüllt wird.
Flach, breit und kräftig steht das Coupé auf der Strasse. Nur 4,50 Meter lang, aber dafür 1,97 Meter breit und nicht einmal 1,40 Meter hoch, reckt es eine leicht nach vorn geneigte Nase in den Wind, lässt an der Flanke die Muskeln spielen und zeigt der Welt eine knackige Kehrseite. So könnte der nächste Mustang aussehen, mag man denken, bis einen die Kölner eines Besseren belehren. Denn nicht an dem berühmten Sportwagen werden sie diesen Stil zum ersten Mal zeigen, sondern bereits der neue Mondeo, der Ende nächsten Jahres seinen Einstand gibt, präsentiert sich im Evos-Design.
Neues Markengesicht
Was ihn vom aktuellen Stil unterscheidet, ist vor allem die schlanke Silhouette, die den Evos sehr leicht wirken lässt. Es sind die glatten, nicht mehr mit so vielen Linien überfrachteten Flächen sowie die mit viel Liebe gestalteten Technikdetails wie die Scheinwerfer. Und vor allem ist es das neue Gesicht der Marke, das von einem weit nach oben gerückten und dafür etwas flacheren Trapezgrill lebt.
Solange das Auto geschlossen ist, wirkt der Evos wie aus einem Guss. Denkt man sich etwas kleinere Räder an die Achsen und ein paar Falten weniger ans Heck, könnte er so schon morgen oder spätestens übermorgen in Serie gehen. Doch sobald Designchef J Mays wie von Geisterhand die Türen aufschwingen lässt, outet sich das Coupé als Showcar, das von der Serie noch Lichtjahre entfernt ist. Denn die gegenläufig angeschlagenen Flügeltüren, die sich öffnen wie die Blätter einer Blume in der Sonne, hätten in der Produktion keine Chance. «Aber sie ermöglichen einen guten Einblick in den Innenraum», rechtfertigt Mays die Übertreibung.
Dort sieht man vier hauchdünne und federleichte Sitze, von denen der des Fahrers in feurigem Rot gehalten ist. «Das ist der Hotseat», sagt Mays und meint damit den Fahrspass, den die Studie verspricht. Hinter dem Lenker gibt es ein frei konfigurierbares Kombiinstrument und hinter den Konsolen viel innovative Technik: Weil sämtliche persönlichen Daten des Fahrers in der Ford-Vision in einer «Cloud» gespeichert und von überall abgerufen werden können, stehen sie auch im Auto zur Verfügung. So kennt der Evos nicht nur den Musikgeschmack, sondern auch den Terminplan seines Besitzers und plant autark die entsprechende Fahrtroute. Ausserdem schaut sich die Studie die Welt um sie herum genau an. Sensoren zum Beispiel erfassen die Fahrbahn und stimmen Federn und Dämpfer im vorauseilenden Gehorsam passend ab.
Plug-in-Hybrid kommt 2013
In Fahrt bringt den flotten Flachmann aus Köln ein Plug-in-Hybrid, für den Ford einen Benzin- und einen Elektromotor kombiniert. Vor allem auf den sauberen E-Betrieb ausgelegt, schaltet sich der Verbrenner nur zu, wenn die Akkus zur Neige gehen oder man schneller fahren möchte. So kommt der Evos sauber durch die Innenstadt und über Land bis zu 800 Kilometer weit.
Zwar sieht das Auto extrem futuristisch aus, und auf viele interessante Details wird man wohl noch ein wenig warten müssen. Doch arbeiten die Kölner Visionäre nicht im luftleeren Raum, sagt Forschungschef Paul Mascarenas: «Alles, was wir in den Evos gesteckt haben, wird bei Ford derzeit auch entwickelt.» Mit dem Antrieb zum Beispiel sind die Kölner schon ziemlich weit: Ihn kann man ab 2012 in Amerika und ab 2013 auch bei uns im Ford C-Max kaufen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 02.09.2011, 22:02 Uhr




