Auto

Mysteriöse Schönheit aus Japan

Von Peter Ruch (Radical-Mag). Aktualisiert am 07.07.2011 3 Kommentare

Der britische Agent James Bond machte den Toyota 2000 GT berühmt - obwohl er gar nie am Steuer sass.

1/15 Der Toyota 2000 GT wurde 1965 hergestellt und zwischen 1967 und 1970 vorgestellt.
Bild: Toyota

   

Bilder und Bericht werden Ihnen präsentiert von Radical Mag.

Bildstrecke

Aston Martin und Zagato

Aston Martin und Zagato
Der Autohersteller und der Karossier spannen wieder zusammen – für den Aston Martin V12 Zagato.

Bildstrecke

Citroën Ami6 – ein Freund der Familie

Citroën Ami6 – ein Freund der Familie
Der französische Hersteller stellte 1961 den Ami6 vor.

Bildstrecke

Der holprige Start der Corvette

Der holprige Start der Corvette
Die Corvette ist Legende. Doch der «All American Sportscar» kam 1953 ganz schlecht aus den Startlöchern

Bildstrecke

Der Chevrolet Impala

Der Chevrolet Impala
Der Chevrolet Impala war in den 60er Jahren das meistverkaufte Auto in den USA.

Bildstrecke

Der Jaguar E-Type

Der Jaguar E-Type
Enzo Ferrari nannte den E-Type einmal «das schönste je gebaute Automobil».

Artikel zum Thema

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

James Bond hat es ja so ein bisschen mit den Damen. Und dem Schnaps. Und den Automobilen. Nur in einem Abenteuer, «You Only Live Twice» (1967), da sitzt Bond - hier: Sean Connery - kein einziges Mal am Steuer. Er ist immer nur Beifahrer. Ob das daran gelegen hat, dass ihm das Drehbuch keinen Aston Martin anbieten konnte, oder vielleicht daran, dass er zwar die «Licence to kill», aber keinen japanischen Führerschein besass, das entzieht sich unserer Kenntnis. Und doch hat «You Only Live Twice» ein Automobil berühmt gemacht: den Toyota 2000 GT.

Angestaubtes Image

Was die Verantwortlichen bei Toyota geritten hatte, ein Fahrzeug wie den 2000 GT konstruieren zu lassen, das lässt sich nicht mehr feststellen. Tatsache ist, dass Toyota Anfang, Mitte der 60er unter den sehr konservativen japanischen Automobil-Herstellern der mit Abstand altbackendste war; der «Japan-Barock» stand in voller Blüte. Aber irgend jemand bei Toyota musste erkannt haben, dass die Marke ein Image-Problem hatte. Und irgendwie wurde etwas Geld bewilligt für die Entwicklung eines Fahrzeugs, wie es Japan noch nie gesehen hatte.

Auto nicht selber konstruiert

Jetzt wird es aber schon mysteriös. Denn Toyota konstruierte den neuen Wagen nicht selber, sondern vergab den Auftrag an die Entwicklungsabteilung von Yamaha. Ja, Yamaha ist vor allem berühmt als Motorrad-Hersteller, aber dabei wird gerne vergessen, dass die Japaner auch einen ausgezeichneten Ruf als Motorenbauer haben (und schon damals hatten). Erstaunlich ist nun aber, dass Yamaha am Motor, einem 2-Liter-Reihen-Sechszylinder aus dem Toyota Crown, kaum etwas bastelte, ihm einzig zwei obenliegende Nockenwellen verpasste, was die Leistung auf beachtliche 150 PS brachte. Neun spätere Exemplare verfügten dann auch noch über einen 2,3-Liter-Motor mit der gleichen Basis.

Ähnlichkeiten mit Jaguar E-Type

Als Toyota den 2000GT 1965 auf der Tokio Motor Show vorstellte, war das Publikum sehr vor allem positiv überrascht. Zwar erinnerte der Sportwagen entfernt an den Jaguar E-Type, doch trotzdem, so ein schönes Auto hatte es in Japan vorher nie gegeben. Wer genau der Designer war, wird wohl nie geklärt werden. Es gilt als sicher, dass Albrecht Graf von Goertz, berühmt geworden als Schöpfer des 1955 vorgestellten BMW 507, Anfang der 60er Jahre für Yamaha gearbeitet hatte. Aber ob es ein Entwurf von Goertz war, den Yamaha Toyota vorstellte, das ist ungeklärt - und unwahrscheinlich. Die Rolle von Albrecht Graf von Goertz ist eh etwas undurchsichtig, er galt ja auch lange als Designer des Datsun 240Z, obwohl er nie etwas mit diesem ersten erfolgreichen japanischen Sportwagen zu tun hatte. Toyota schreibt das Design mit den ungewöhnlichen Klapp-Scheinwerfern auf jeden Fall einem eigenen Mitarbeiter zu, Satoru Nozaki.

Toyota überraschte die Fachwelt

Als der 2000 GT 1967 dann endlich auf den Markt kam, war die Fachwelt überrascht. Das amerikanische Magazin «Road&Track» verglich den Japaner mit dem Porsche 911. Das Fahrwerk mit Einzelrad-Aufhängung mit Querlenkern und Schraubenfedern war um Meilen besser als das, was die Japaner sonst zu bieten hatten damals. Die Fahrleistungen waren ausgezeichnet, rund 220 km/h schnell war der 2000 GT. Geschaltet wurde über ein manuelles 5-Gang-Getriebe, der Toyota hatte vorne und hinten Scheibenbremsen. Neben den aussergewöhnlichen Magnesium-Felgen gab es eine weitere kleine Besonderheit, eine «Notbremse», die nur auf die hinteren Räder wirkte - diese wurde vielleicht extra für James Bond eingebaut. Für heutige Verhältnisse ist der 2000 GT mit einer Länge von 4,17 Metern und einer Breite von nur 1,60 Metern winzig; das Leergewicht betrug knapp über 1100 Kilo.

Das Fahrzeug wurde von der Fachpresse ausgesprochen wohlwollend beurteilt, obwohl es mit einen Preis von 8800 Dollar noch teurer war als alle Porsche und Jaguar jener Jahre. Doch noch wichtiger war, dass die Plüsch-Etage von Toyota im 2000 GT erkannte, dass Design durchaus seine Berechtigung hat; 1970 kam der Celica auf den Markt, der die Marke Toyota endgültig auf den Radar der Kundschaft auch ausserhalb von Japan brachte.

Spezial-Version für 007

Bond fuhr in «You Only Live Twice» in einem ganz speziellen 2000 GT mit, einem von nur zwei gebauten Cabrios. Beide kamen zwar direkt ab Werk, wurden aber nie offiziell angeboten. Und eigentlich waren sie auch gar keine richtigen Cabrios, denn sie hatten keinerlei Dach. Es wird erzählt, diese beiden Fahrzeuge seien deshalb entstanden, weil der grossgewachsene Connery nicht in das niedrige Coupé - der 2000 GT ist nur gerade 1,16 Meter hoch - gepasst habe. Toyota habe es zuerst noch mit einer Targa-Variante versucht, doch auch da soll James Bond zu wenig Platz gehabt haben. Also liess man das Dach dann gleich ganz weg.

Insgesamt wurden nur gerade 351 Exemplare des 2000 GT gebaut, alle bei Yamaha. Selbstverständlich sind diese Toyota heute ausgesprochen teuer, wahrscheinlich die teuersten Japaner überhaupt. Das hier gezeigte Exemplar, ein etwas unglücklicher Targa-Umbau, für den aber anscheinend die Pläne von Toyota verwendet wurde, konnte 2010 für fast 180'000 Pfund versteigert werden; dafür kriegt man auch einen netten Ferrari. Mindestens ein 2000 GT befindet sich auch in der Schweiz. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.07.2011, 10:13 Uhr

3

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

3 Kommentare

Robert Herz

07.07.2011, 13:45 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Wegweisend wäre das gewesen, einen KLEINEN Sportwagen zu bauen - das ist ja eigentlich der Witz dran. Leider ist diese Art Autos später fast ausgestorben. Auf einem Bild sieht man übrigens die Schaltung eines Automaten. Und: Furnier ist auch echtes Holz! Antworten


Peter Ringger

07.07.2011, 13:08 Uhr
Melden

Wirklich schön dieser 2000 GT. Irgendwo zwischen Corvette C3 und Jaguar E-Type. Schade dass nicht mehr davon produziert wurden. Antworten



[Alt-Text]
Aktuelle Autos auf car4you

Auto

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.