Auto

Schweiz fährt auf deutsche Autos ab

Der Schweizer Automarkt erholt sich: Nach dem ersten Halbjahr resultiert ein Plus von 10,4 Prozent. Zwar haben die deutschen Marken Anteile verloren, doch Platz 1 ist immer noch fest in der Hand von VW und Co.

1/4 Der VW Golf ist mit 5968 verkauften Fahrzeugen im ersten Halbjahr 2010 nach wie vor unbestrittener Leader in der Schweiz.
Bild: VW

   

Stichworte

Mit ihrem beherzten Auftritt und der unerwarteten Spielfreude hat Deutschland bei der Fussball-WM in Südfarika auch die Herzen der Schweizer erobert. Bei den Automarken ist das bereits seit Jahrzehnten so. Zwar haben die deutschen Hersteller bis Ende Juni in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr rund 1,5 Prozent an Marktanteilen verloren, doch Platz 1 ist noch lange nicht in Gefahr.

Beim Nationenvergleich im stetig stärker werdenden Schweizer Markt — der Gesamtmarkt stieg im ersten Halbjahr um 10,4 Prozent von 133 720 verkauften und immatrikulierten Fahrzeugen auf 147 589 — musste Deutschland beim Marktanteil Federn lassen. Die acht Hersteller Audi, BMW, Ford, Mercedes-Benz, Opel, Porsche, Smart und Volkswagen verkauften im ersten Halbjahr 2010 gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr zwar mehr Autos (56 452), doch der Marktanteil ging von 39,74 Prozent im ersten Halbjahr 2009 auf 38,25 Prozent in diesem Jahr zurück. Das bedeutet trotzdem: Fast 4 von 10 in der Schweiz verkauften Autos gehören zu einer der 8 deutschen Marken.

Trotz diesem Rückgang des Marktanteils haben bei den deutschen Herstellern nur drei Marken eine negative Bilanz vorzuweisen: Audi (–7,6%), Mercedes-Benz (-0,3%) und Smart (–12,7%). Erstaunlich: Audi und Smart waren im Vorjahr noch die einzigen deutschen Marken, die nach sechs Monaten eine positive Bilanz vorzuweisen hatten. Mit diesem Halbjahres- resultat hat Premiumhersteller Audi Platz 2 in der Gesamtrangliste hinter VW (+9,5%) bereits wieder verloren. Hinter VW folgt nun auf Platz 2 Ford (+22,2%), dicht gefolgt von Renault.

Franzosen legen kräftig zu

Platz 2 der Nationenrangliste gehört auch 2010 Japan. Nur 3 von 9 Marken haben sich gegenüber 2009 verschlechtert: Honda (–12,6%), Mitsubishi (–0,4%) und Subaru (–13,6%). Daihatsu, Lexus, Mazda, Nissan, Suzuki und Toyota liegen über dem Vorjahr. Das kumulierte Plus von knapp 0,8 Prozent auf 31 231 Fahrzeuge genügt den Japanern im ersten Halbjahr allerdings nicht, um den Marktanteil zu halten: Nach 23,17 Prozent im Vorjahr sinkt der Marktanteil nun auf 21,16 Prozent.

Erstaunlich: Grosser Gewinner bei den Japanern ist nach sechs Monaten Nissan mit einem Plus von 40,5 Prozent auf 3635 verkaufte Autos. Vor einem Jahr war die Marke mit dem Rückgang um 32,3 Prozent auf 2588 verkaufte Autos der Verlierer. Toyota ist noch immer die beliebteste japanische Marke in der Schweiz, und trotz der negativen Schlagzeilen im Frühjahr stiegen die Verkäufe um 4,7 Prozent auf 7156 Autos an.

Wie Deutschland und Japan legten auch die vier anderen Nationen mit mindestens drei Automarken im ersten Halbjahr zu. Aber ohne Auswirkungen auf die Nationenrangliste: Frankreich baut seinen Vorsprung auf Italien mit einem Plus von fast 29 Prozent auf 23 199 Fahrzeuge aus und steht unangefochten auf Rang 3. Dahinter folgen Italien (+5,1% auf 8104 Autos), England (+8,41% auf 2975 Autos) und die USA mit einem Plus von 30,72 Prozent auf 2966 Autos.

Bei den Franzosen legte Citroën 22,8 Prozent zu, Peugeot und Renault gar 28,5 und 28,7 Prozent. Bei den Italienern verbuchte nur gerade Fiat ein Plus. Überraschend: Die Offroad-Marken Land Rover (England) und Jeep (USA) legten im ersten Halbjahr deutlich zu: Land Rover um 70,5 Prozent, Jeep um 33,3 Prozent.

VW Golf baut Vorsprung aus

Keine Veränderung gibt es an der Spitze der Modell-Rangliste: Der VW Golf hat seinen Vorsprung auf den Skoda Octavia im ersten Halbjahr 2010 sogar weiter vergrössert. Lagen die beiden Modelle 2009 nur 826 Stück auseinander, waren es bis Ende Juni 2010 bereits über 2000 Autos. Zudem liegt auf Platz 3 bereits der nächste VW — der neue Polo arbeitete sich von Platz 29 vor einem Jahr aufs Podest.

1. Deutschland: Audi, BMW, Ford, Mercedes-Benz, Opel, Porsche, Smart und Volkswagen. Verkauft 2010: 56 452, Marktanteil: 38,25%. Verkauft 2009: 53 139, Marktanteil: 39,74%
2. Japan: Daihatsu, Honda, Lexus, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru, Suzuki und Toyota. Verkauft 2010: 31 231, Marktanteil: 21,16%. Verkauft 2009: 30 988, Marktanteil: 23,17%.
3. Frankreich: Citroën, Peugeot und Renault. Verkauft 2010: 23 199, Marktanteil: 15,71%. Verkauft 2009: 18 011, Marktanteil: 13,47%.
4. Italien: Alfa Romeo, Fiat, Lancia und Maserati. Verkauft 2010: 8014, Marktanteil: 5,43%. Verkauft 2009: 7607, Marktanteil: 5,69%.
5. England: Aston Martin, Jaguar, Land Rover und Mini. Verkauft 2010: 2975, Marktanteil: 2,015%. Verkauft 2009:2744, Marktanteil: 2,05%.
6. USA: Chevrolet, Chrysler, Dodge und Jeep. Verkauft 2010: 2966, Marktanteil: 2,01%. Verkauft 2009: 2269, Marktanteil: 1,7%. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.07.2010, 07:14 Uhr

[Alt-Text]
Aktuelle Autos auf car4you

Auto

Lokale Suche

Marktplatz

Populär auf Facebook Privatsphäre