«Wir sind nicht auf dem Rückzug»
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Philippe Saillard, Infiniti Sales Director Europe, setzt primär auf die Positionierung der Marke in Europa, die zuvor nur wenigen Kunden durch Importe von Fahrzeugen aus den USA bekannt war.
Foto: Infiniti
Philippe Saillard, Infiniti hat in der Schweiz im vergangenen Jahr gerade mal 172 Autos verkauft. Hat die Marke in Europa überhaupt eine Chance?
Bei der Markteinführung in Europa und der Schweiz standen für uns zwei Ziele im Vordergrund: Die Positionierung der Marke, die zuvor nur wenigen gut informierten Kunden durch Importe von Fahrzeugen aus den USA bekannt war, und der Aufbau eines umfassenden Netzwerks von Vertretungen in Europa. Das haben wir beides erreicht. Ein hohes Verkaufsvolumen war für unsere Strategie noch nicht das oberste Ziel.
Das Ziel erreicht? In vielen Ländern hat sich die Lancierung mehrmals
verzögert? Glauben Sie überhaupt noch an eine erfolgreiche Zukunft
für Infiniti in Europa?
Vor 14 Monaten haben wir unseren ersten europäischen Standort eröffnet. Seitdem sind mehr als 30 weitere Vertretungen in 14 Ländern hinzugekommen. Innerhalb der nächsten 3 Monate wird die Zahl der Infiniti Center auf 35 anwachsen, innerhalb des nächsten Jahres auf 45. Sie sehen: Wir sind also keineswegs auf dem Rückzug, sondern befinden uns in einer Phase stetiger Entwicklung. Aber selbstverständlich wird 2010 ein entscheidendes Jahr für Infiniti – und zwar in der Schweiz und im übrigen Europa.
Die Marke Infiniti ist in den Garagen der Muttergesellschaft Nissan nicht präsent, sondern wird nur in den beiden Infiniti Center in Zürich und im Welschland angeboten. War das der richtige Entscheid? Und hält man an dieser Exklusiv-Strategie fest?
Bei diesem Thema muss man berücksichtigen, dass wir beim Aufbau unserer Infiniti Center bei null angefangen haben. Aber neben Genf und Zürich werden in den nächsten Monaten weitere Center in Basel und Lausanne eröffnet. Damit verfügen wir zunächst einmal über ein ausreichendes Netz von Vertretungen.
Da kann es vorkommen, dass ein Kunde sein Auto für den Service 100 Kilometer oder weiter transportieren muss. Das will doch niemand.
Da haben Sie Recht. Genau darum haben wir den Infiniti-VIP-Service ins Leben gerufen: Denn nach Abschluss der bei uns durchgeführten Servicearbeiten bringen wir das Fahrzeug des Kunden kostenlos an seinen Wohnort zurück.
Zurück zu den Verkaufszahlen. In der Schweiz wurden 2009 in rund neun Monaten 172 Autos verkauft, in Deutschland in drei Monaten 28 Fahrzeuge. Damit können Sie doch nicht zufrieden sein, oder?
Wie bereits erwähnt: Wir haben eine klare Strategie und wir waren uns immer bewusst, dass wir nicht sofort auf hohe Verkaufszahlen kommen. Trotzdem haben wir nach 12 Monaten eine für uns sehr zufriedenstellende Position erreicht.
Ein bisschen konkreter, bitte.
Wie von uns angestrebt werden wir in den Medien und von den Kunden mit den europäischen Premiummarken Audi, BMW, Mercedes und Porsche verglichen. Das heisst, dass wir in Europa bereits viel Vertrauen und Glaubwürdigkeit gewinnen konnten. Und das ist besonders wichtig.
Diese Marken haben alle erkannt, dass man in der heutigen Zeit nur mit 6- und 8-Zylinder-Benzinern keine Chance hat. Wann reagiert Infiniti?
Auch wir hatten die Wirtschaftskrise nicht wirklich auf der Rechnung – doch das hatte wohl niemand. Die Leistungsstärke unserer Autos zählt zu den Kerneigenschaften unserer Marke. Für unsere Kunden sind Antriebstechnologie und Dynamik auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die zentralen Gründe, sich für einen Infiniti zu entscheiden. Dies gilt insbesondere für den Schweizer Markt, der anspruchsvoll ist und Eigenschaften aufweist, die nirgendwo sonst in Europa zu finden sind. Eine andere Strategie hätte während der Markteinführungsphase Image und Botschaft unserer Marke geschwächt. Zudem reagieren wir ja sehr schnell.
Wie schnell und womit?
Zum Beispiel mit dem neuen Dieselmotor für die SUV-Modelle EX und FX. Dieser Motor wird in vielen europäischen Ländern massgeblich über Erfolg oder Misserfolg unserer Marke bestimmen. Zudem bringen wir im Jahr 2011 mit dem M35 Hybrid auch eine Luxuslimousine mit sparsamerem Antrieb auf den Markt.
Wie viele Autos wollen Sie in diesem Jahr verkaufen, und auf welches Modell setzen Sie in der Gegenwart?
Wir haben die Ziele für unser japanisches Geschäftsjahr, das jeweils am 1. April beginnt, noch nicht genau festgelegt. Auf dem Genfer Auto-Salon werden wir nähere Angaben zu diesem Thema machen. Und in der Schweiz ist der FX unser Flaggschiff – auf ihn entfallen derzeit 50 Prozent unseres gesamten Verkaufsvolumens. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Erstellt: 09.02.2010, 10:01 Uhr
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