Apple lanciert Grossangriff auf Schweizer Bildungsmarkt
Aktualisiert am 13.02.2012 253 Kommentare
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Der Computer- und Softwarekonzern Apple (AAPL 561.018 -0.76%) plant zurzeit eine Marketing-Strategie zur Eroberung des Schweizer Bildungsmarktes. Im Fokus stehen dabei die Lehrer, die für eine maximale Verbreitung von Apple-Produkten an Schulen sorgen sollen, wie die Zeitung «Sonntag» schreibt.
28 Schweizer Lehrer zählen bereits zu den sogenannten «Apple Distinguished Educators», kurz ADE. Sie dürfen auf Konzernkosten an nationalen und internationalen Seminaren teilnehmen und für den Schulgebrauch gratis Software testen. Zudem erhalten sie eine Vergütung, wenn sie in Kursen ihre Kollegen über iPads und andere Apple-Produkte informieren: «Ein ADE ist eine Lehrperson, die gelegentlich, und dies jeweils nur nach Zustimmung ihres Vorgesetzten oder des zuständigen Schulleiters, auf Anfrage von Schulen, Apple oder Apple Fachhändlern Präsentationen oder Workshops über den Praxisalltag durchführen kann», sagt Andrea Brack von Apple Schweiz.
Nach Angaben des internationalen Forschungsinstituts Gartner hat Apple bereits einen Marktanteil von 70,4 Prozent an Schweizer Schulen. Doch der Konzern mit dem Apfellogo möchte höher hinaus. Denn das Konzept der Apple-Lehrer ist nur ein Element der digitalen Offensive: Derzeit baut Apple regionale Schulungszentren auf sowie ein Weiterbildungsprogramm für Lehrer. Es soll die Angebote der Pädagogischen Hochschulen im Bereich neue Medien ergänzen.
Kritik von Behörden
Zudem arbeitet das Technologie-Unternehmen daran, Schweizer Schulbücher in allen Landessprachen für den iPad verfügbar zu machen. Bildungsverantwortliche fürchten angesichts der dominierenden Stellung von Apple um die Unabhängigkeit der Bildung. Sie sehen einen Interessenkonflikt bei Lehrern, die mit Apple zusammenarbeiten.
Bei Schulverantwortlichen stösst die Apple-Offensive auf Widerstand. Ein Monopol der Firma Apple sei «keine Wunschvorstellung», wird etwa Martin Wendelspiess, Leiter des Volksschulamtes im Kanton Zürich vom «Sonntag» zitiert. Der Basler Grossrat Michael Wüthrich glaubt zudem, dass Lehrkräfte in einen Interessenskonflikt geraten, wenn sie für die Produkte von Apple werben. Schliesslich sei der Konzern kein Wohltätigkeitsunternehmen sondern ein Unternehmen, «das auf Gewinnmaximierung aus» sei.
(mrs)
Erstellt: 12.02.2012, 12:52 Uhr
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253 Kommentare
Die Schule ist keine Werbeplattform. Auch darf sie nicht dazu dienen, die Kinder an diese oder jene Produkte heranzuführen, seien es nun Sparschäler oder Laptops.
Den 28 "ADE"s sollte man dies untersagen. Sie ziehen einen persönlichen Vorteil aus einer Autoritäts-Position. Das geht nicht !
Antworten
So, so - und in Zukunft gibt es dann Sondergesandte von Néstle für den gesunden Pausensnack, Botschafter von Caran d'Ache für den richtigen Bleistift und Entwicklungshelfer von H&M für die angemessene Schülermode... Ich hoffe, die Verantwortlichen unterbinden die absurde Apple-Strategie so schnell wie möglich! Antworten


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